Einsatz der Organisation Todt

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Die Organisation Todt OT-Einsatz in der Region Hagen

Organisation Todt - ein Überblick

Die Organisation Todt (OT) entwickelte sich im Frühjahr 1938 aus der vom Generalinspekteur für das Strassenwesen, Dr. Ing. Fritz Todt, im Zusammenhang mit dem Bau der Reichsautobahn geschaffenen Einsatzkräfte. Hintergrund für die Bildung der OT war der Bau des "Westwalls" ab 1938, einer umfangreichen militärischen Befestigungsanlage an der reichsdeutschen Westgrenze.

Im Zweiten Weltkrieg bildete sich mit der OT eine militärisch organisierte Bautruppe, die dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition (RMfBM, ab März 1940; im September 1943 umbenannt in Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion, RMfRK) unterstellt war. Nach dem Tod von Fritz Todt erfolgte unter dem neuen RMfBM Albert Speer eine Neuorganisation der OT. Leiter der OT-Zentrale beim RMfBM war seit Anfang 1941 der Dipl.Ing. Xaver Dorsch.

Seit 1940 wurde die OT für Baumassnahmen in den von Deutschland besetzten Gebieten eingesetzt. Hierzu gehörten seit Sommer 1941 auch ein umfangreicher Einsatz in der Sowjetunion sowie auf dem Balkan. Im Herbst 1940 begannen Baumassnahmen unter der Aufsicht der OT zum Ausbau der U-Bootstützpunkte an der französischen West- und Südküste sowie zur Errichtung von Grossbunkern für U-Boote.

Mit dem Befehl Hitlers im Dezember 1941 über den festungsmässigen Ausbau der französischen Westküste zum "Atlantikwall" entstand ein grossangelegtes Bauprogramm der OT. Verbunkerte Artillerie- und Mannschaftsstellungen erforderten einen umfangreichen Personaleinsatz sowie riesige Materialmengen, die u.a. vom "Bunkerbauprogramm" in den deutschen Großstädten abgezogen wurden. Hinzu kam Anfang 1943 der Bau von Abschussbasen im nordfranzösischen Raum für die zu dieser Zeit noch in der Entwicklung befindlichen Flugbombe "V 1" sowie der Fernrakete "V 2".

Im Sommer 1943 begann gleichzeitig der OT-Einsatz im deutschen Reichsgebiet zur Behebung von Luftangriffsschäden, zum Ausbau von Luftschutzanlagen für die Zivilbevölkerung (1943-45: "Erweitertes LS-Führerprogramm"), für Bauvorhaben der Industrie, Versorgungsbetrieben und Reichsbahn sowie zur Errichtung von unterirdischen Rüstungs- und Treibstoffwerken (1944/45: "Jägerprogramm", "Geilenberg-Programm").

Organisation und Arbeitseinsatz

Die Organisation des OT-Einsatzes gliederte sich in der Reihenfolge ihrer Bedeutung in Einsatzgruppen für einen Landesteil, Oberbauleitungen für eine Region bzw. Bauobjekt, Bauleitungen für bestimmte Gebiete und Objekte sowie einzelne Einsätze bzw. Abschnittsbauleitungen. Für die Einsatzgruppen und den unterstellten Einheiten wurden Decknamen benutzt.

Der OT-Einsatz in den von Deutschland besetzten Gebieten sowie im Deutschen Reich stützte sich im Zweiten Weltkrieg auf angeworbene (z.T. "freiwilligen") Hilfskräften aus den westeuropäischen Ländern sowie ab 1942 vermehrt auf Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen. 1943/44 erfolgte zunehmend auch ein Einsatz von KZ-Häftlingen, Häftlingen aus Arbeitserziehungs- und Polizeilagern und anderen Gefangenen des NS-Regimes, die oftmals direkt der OT zum verschärften Arbeitseinsatz überstellt wurden.

So verfügte die OT gegen Ende 1944 über 1.360.000 Arbeitskräfte, davon 14.000 "wehruntaugliche" Deutsche und 22.000 KZ-Häftlinge. Die restlichen Arbeitskräfte bestanden aus Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. Infolge der brutalen Behandlung und Lagerbedingungen, die OT kooperierte eng mit der Gestapo und SS, erwies sich der OT-Arbeitseinsatz für die beschäftigten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen als besonders hart und unmenschlich.

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Bearbeitet von Ralf Blank

© Historisches Centrum Hagen