Ruberg & Renner 
Hagen, Fahrrad-, Motorrad- und Antriebsketten (Munitionsgurte)

15 Polen und 169 "Russen" im Lager Heinitzstrasse
111 "Russen" im Lager Rembergstrasse
77 "Russen" in zwei Lagern in der Delstener Strasse

Quelle: Statistik über diejenigen ausländischen zivilen Arbeitskräfte, die in der Zeit vom 03.09.1939 - 08.05.1945 im Stadtgebiet Hagen untergebracht waren, erstellt von der Stadtverwaltung Hagen im Auftrag der Alliierten Militärregierung und des International Tracing Service; StadtA Hagen, Bestand Hagen, Akte I und II

"Ostarbeiterlager" in der Lange Strasse
Quelle: Telefonbuch 1944

Dokumentation

Die Firma Ruberg & Renner war ein Spezialbetrieb für Munitionsgurte von Maschinengewehren und Bordkanonen, die in Kampfflugzeugen der Deutschen Luftwaffe eine Verwendung fanden. Es handelte sich ab 1943 um eine ausgesprochene Engpass-Fertigung in der Zulieferindustrie der Luftwaffe.

Nach dem ersten schweren Luftangriff auf Hagen am 1. Oktober 1943 und den im Werk entstandenen Schäden sollte die Produktion der wichtigsten Munitionsgurte für Bordkanonen von Jagdflugzeugen in einen Ausweichbetrieb in Thalheim/Harz sowie auf die Firmen Hülter jr., Iserlohn, und Muhr & Bender, Attendorn, dezentral verlagert werden. Infolge dieser Verlagerung wurde auch eine Anzahl von Arbeitskräften nach Thalheim überstellt.

Bis Frühjahr 1944 blieben diese Massnahmen des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion ohne grösseren Erfolg. Noch im März 1944 konnte Ruberg & Renner lediglich 27% des Liefersolls der Luftwaffe erfüllen, da der Wiederaufbau der betroffenen Werkshalle infolge der umfangreichen Zerstörungen nur langsam fortschritt und die Produktion in den Verlagerungsbetrieben nicht aufgenommen werden konnte.

Quellen

Kriegstagebuch Rüstungskommando Dortmund 1942-1944;
Bundesarchiv -Militärarchiv Freiburg i.Br., RW 21-14

Kriegstagebuch Rüstungsinspektion VI Münster 1942-1944;
Bundesarchiv - Militärarchiv Freiburg i.Br., RW 20-6

Bearbeitet von Ralf Blank