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16.05.11 10:06 Alter: 9 yrs

Neufunde im Wasserschloss Werdringen. Funde aus dem Gewerbegebiet Herbeck und vom Bomberabsturz in Hagener Stadtwald zu sehen.

Kategorie: Presse, Box Aktuelles
Lange war er auf Wanderschaft, der Schdel des ltesten Westfalen, gefunden in der Hagener Bltterhhle. Bei seinem Alter von rund 10.500 Jahren fallen die paar Monate, die er im Ruhr Museum auf der Zeche Zollverein in Essen und im Stadtmuseum Hagen zu sehen war, kaum ins Gewicht. Nun ist er aber wieder in seinem Ausstellungsort angekommen im Museum fr Ur- und Frhgeschichte Wasserschloss Werdringen. Hier ist er jetzt gemeinsam mit weiteren Funden, wie Steinwerkzeuge und die berreste von anderen Menschen aus der frhen Mittelsteinzeit vor rund 10.500 Jahren, zu sehen. Auch der Schdel einer jungen Frau, die vor 5.600 Jahren in der Hagener Bltterhhle bestattet wurde, liegt nun wieder in der fr sie vorgesehenen Glasvitrine. Wie bedeutend die Bltterhhle fr die Archologie in Nordrhein-Westfalen ist, zeigen die vielen Leihgaben, die das Historische Centrum Hagen auch an die im April 2011 erffnete Landesausstellung im LWL-Landesmuseum fr Archologie in Herne gegeben hat.
Im Wasserschloss Werdringen, direkt im Eingangsbereich des Museums fr Ur- und Frhgeschichte steht seit Neuestem eine Vitrine, die Neufunde der vergangenen Jahre in Hagen zeigt. Grtenteils enthlt sie Funde, die der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger Horst Kltzer geborgen hat. So sind auf einer Ebene zahlreiche Funde von der Raffenburg zu sehen. Neben Waffenprojektilen von Armbrsten und Langbgen handelt es sich um Schnallen, Keramik und so genannte Krhenfe. Das waren Trittdorne aus Schmiedeeisen, die auf Wegen ausgestreut wurden, um als Tretminen des Mittelalters bei Fusoldaten und Pferden schwere Verletzungen bewirken konnten.
In der Vitrine werden zum ersten Mal auch Funde vom Gewerbegebiet in Hagen-Herbeck gezeigt. In einer rechteckigen Siedlungsgrube fand sich Drehscheibenkeramik aus dem 6./7. Jahrhundert, die auf eine dort bestehende Siedlung vor den Sachsenkriegen Karl des Groen verweist. Andere in der Vitrine prsentierte seltene Funde sind das aus Bronze gefertigte, verzierte Ortband einer Schwertscheide aus dem 11./12. Jahrhundert, das mit einem Vorgngerbau des heutigen Adelssitzes Haus Herbeck in Verbindung stehen knnte, und eine um 1275 in Dortmund geprgte Silbermnze des Knig Rudolf I. aus dem Hause Habsburg.
Ein besonderer Fund, der auch in der NRW-Landesausstellung in Kln und Herne aufgegriffen wird, sind die berreste eines viermotorigen Lancaster-Bombers der Royal Air Force. Er wurde mit seiner siebenkpfigen Besatzung in der Nacht des 20./21. Februar 1945 auf dem Anflug auf Dortmund abgeschossen und strzte in ein Waldgebiet in Hagen. Dort entdeckte Horst Kltzer vor vier Jahren seine berreste. Um diesen Fund vor Militaria-Sammler und Raubgrber zu schtzen, fand eine genaue Untersuchung und archologische Ausgrabung an der Absturzstelle statt. Im Museum fr Ur- und Frhgeschichte Wasserschloss Werdringen werden einige besondere Funde gezeigt. Unter anderem ist ein Handfeuerlscher zu sehen, der an Bord des Lancaster-Bombers angebracht war.
Ein besonderes Ausstellungsstck ist jedoch die Fliegeruhr der Schweizer Marke Mido, die starke Brandspuren zeigt. Eine Untersuchung des Zifferblatts erbrachte die verbrannten und angerosteten Reste der Zeiger, die gegen 1.10 Uhr stehengeblieben waren der Zeitpunkt des Absturzes! Solche Uhren waren bei den Bomberbesatzungen der alliierten Luftstreitkrfte begehrt. Von der Bombercrew berlebten drei Flieger den Absturz in Hagen, zwei fanden nach der Umbettung von Hagen 1947 ihr Grab auf dem britischen Kriegsgrberfriedhof Reichswald bei Kleve. Das Schicksal von zwei Crewmitgliedern ist ungeklrt, sicherlich fanden auch sie den Tod, doch ihre Grber sind unbekannt, so dass sie nur auf einem Gedenkstein im Runnymede Memorial der Royal Air Force bei Egham in der Grafschaft Surrey vermerkt werden konnten. Die Fliegeruhr berhrt neben weiteren persnlichen Ausrstungsgegenstnden das Schicksal der jungen siebenkpfigen Bombercrew, die am 20. Februar 1943 auf ihrem Flugplatz in England gestartet war, von der aber nur drei Flieger diesen Einsatzflug berlebten.
Das Museum fr Ur- und Frhgeschichte Wasserschloss Werdringen ist auer montags und dienstags tglich von 10 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geffnet.