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Aktuelles und Veranstaltungen

30.10.08 19:00 Alter: 12 yrs

Der Film „Das Schweigen der Quandts“

Kategorie: Veranstaltungen, Vortrag, Presse, Box Aktuelles, Box Ausstellungen
30.10.2008 - Ein Film, eine Batterienfabrik und die Stadt Hagen.

Schrägluftfoto des AFA-Werks in Hagen, 1927 (Stadtarchiv Hagen)

Die im September 2007 erstmalig im ARD gesendete Dokumentation "Das Schweigen der Quandts" des Norddeutschen Rundfunks führte zu Diskussionen über die Verantwortung einer Unternehmerfamilie für den Einsatz von´Zwangsarbeitern und KZ-Häftlinge während des Zweiten Weltkriegs. In der Stadt Hagen liegt das 1887 gegründete "Stammwerk" der früheren Accumulatoren Fabrik Berlin-Hagen Aktiengesellschaft (AFA), die spätere Varta Batterie AG. 1922 erhielt der Unternehmer Günther Quandt die Aktienmehrheit an der AFA. Quandt, der im "Dritten Reich" zum Wehrwirtschaftsführer ernannt wurde, baute die AFA zu einem leistungsfähigen Batteriekonzern aus, der die bereits vor dem Ersten Weltkrieg vorhandene wichtige Position auf dem Weltmarkt zurückgewinnen konnte.

Im Zweiten Weltkrieg fertigte die AFA in ihren größeren Werken Hagen, Hannover, Wien und Posen neben U-Boot- und Torpedobatterien auch Batterien für Kampfflugzeuge und Raketen. Als "Leitfertigungsstelle", die Rüstungsprogramme innerhalb des Konzerns koordinierte und steuerte, sowie als Sitz des Zentrallabors und Erprobungsabteilung war das Werk in Hagen besonders wichtig für die AFA. Gleichzeitig unterstützte das Werk in Hagen direkt die Operationen der deutschen U-Boote durch die Reparatur und den Ersatz von Batteriezellen. Die "Schlacht im Atlantik" gegen die alliierte Schifffahrt warf ihren Schatten auch auf die westfälische Großstadt Hagen. Seit 1942 arbeiteten in den Betrieben der AFA zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter und ab dem folgenden Jahr auch Häftlinge aus Konzentrationslagern.

Eric Friedler erhielt am 16. Oktober 2008 für die Dokumentation "Das Schweigen der Quandts" den renommierten Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Barbara Siebert ist Mitautorin der Dokumentation und war ein mehreren bekannten TV-Produktionen maßgeblich beteiligt. Dr. Ralf Blank untersuchte u.a. die Geschichte des Hagener Werks der Accumulatoren Fabrik AG im "Dritten Reich" in seiner im Klartext-Verlag Essen im Oktober 2008 erschienenen Studie über den Zweiten Weltkrieg in Hagen.

Die Veranstaltung präsentiert den Dokumentarfilm "Das Schweigen der Quandt" sowie neue Forschungsergebnisse über die Rüstungsproduktion und den Einsatz von Zwangsarbeitern bei der AFA. Anschließend besteht die Möglichkeit zu einer Diskussion mit dem Redakteur und Journalisten Eric Friedler vom NDR und mit Dr. Ralf Blank vom Historischen Centrum Hagen.

Barbara Siebert ist Autorin, Journalistin und Filmemacherin. Eric Friedler ist Redakteur in der Abteilung Fernsehfilm, Spielfilm und Theater beim Norddeutschen Rundfunk, Dr. Ralf Blank leitet die Abteilung Geschichte und Archäologie im Historischen Centrum Hagen.