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Rezension

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Christoph Becker (Hg.):
Camille Pissarro (Katalog zur Ausstellung Staatsgalerie Stuttgart, 11.12.1999-1.5.2000)
Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz 1999, 212 S., 165 Abb., davon 98 farb., geb.
DM 68,- /ÖS 496,- /SFr 64,-

Rezensiert von
Elisabeth Westphal, Wien

Wer kennt ihn nicht, Camille Pissarro, einen der Mitbegründer des Impressionismus, engen Freund und Arbeitskollegen einiger impressionistischer Kollegen wie Claude Monet, Paul Cézanne, Edgar Degas oder Vincent van Gogh!

Der vorliegende Bildband beleuchtet das Leben und Schaffen Camille Pissarros (* Saint Thomas 1830, † 1903 Paris) von mehreren Seiten und veranschaulicht diese durch Fotografien und Abdrucke einiger seiner Werke. Jeder Beitrag stellt eine andere Seite Pissarros vor, so daß der Leser nach Beendigung der Lektüre einen ganz guten Überblick über diesen Impressionisten bekommen hat. Diese Monographie stellt eine weitere Publikation der Reihe der Staatsgalerie Stuttgart zur Kunst des 19. Jahrhunderts dar, die 1997 mit dem Künstler Johann Heinrich Füssli begonnen wurde.

Die Schwerpunkte der einzelnen Aufsätze erscheinen gelungen; sind doch die einzelnen Autoren bemüht, dem Künstler Pissarro und seiner Vielfältigkeit auf verschiedene Art und Weise gerecht zu werden. Um die Entwicklung seines Stils und die verschiedenen Schaffensperioden zu verstehen, wird einführend in chronologischer Form der Lebenslauf Pissarros ausführlich nachgezeichnet. Einzelne Fotografien von Pissarro und seinem persönlichen Umfeld, einige in den 1850er und 1860er Jahren publizierte Abbildungen des Salons, die nicht nur die dort ausgestellten Gemälde, sondern auch deren Kritiker darstellen und karikieren, sowie einzelne Artefakts gestalten den Beitrag plastischer.

Dem Impressionisten Camille Pissarro, der neben Claude Monet oder Paul Cézanne zu den Gründungsmitgliedern dieser Bewegung zählte, wird ein eigener Beitrag gewidmet. Auf interessante Art und Weise wird die Entwicklung des Künstlers aufgezeigt; beginnend bei seinem Frühwerk, in dem eine Zuwendung zur naturalistischen Darstellung ersichtlich ist. Der Impressionismus, der Neoimpressionismus, dem sich Pissarro in den 1880er Jahren zuwandte und experimentell weiterentwickelte, und das Spätwerk, zu dem sehr raffinierte Städtebilder zählen, stellen weitere wichtige Themenkomplexe dar.
Pissarros zeichnerisches und graphisches Werk, das in seiner Ausführung höchst erfinderisch ist, zählt neben jenem von Edgar Degas zu den umfangreichsten der Impressionisten. Die Darstellung dieses Werkkomplexes, aber auch die zeitgenössische kunstkritische Rezeption seiner Werke komplettieren das Bild des Menschen und Künstlers Pissarro.

Ganz hilfreich erscheinen der im Anhang angeführte Katalog der Werke sowie das Personen- und Ortsregister. Die Abbildung der Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken ist ganz gut gelungen.


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Dokument erstellt am 8.4.2000