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Rezension

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Sammlungsdokumentation: Geschichte, Wege, Beispiele. Redaktion: Monika Dreykorn. (Reihe MuseumsBausteine Bd. 6, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern) München: Dt. Kunstverlag, 2001. 255 S., zahlr. Ill. ISBN: 3-422-06307-2 DM 39,80 EUR 20,35

Rezensiert von
Werner Schweibenz, 
Fachrichtung 5.6 Informationswissenschaft , Universität des Saarlandes, Saarbrücken
E-Mail: werner@pfcip-24.phil.uni-sb.de 

Abstract:
The book gives an overview on essential questions of museum documentation. 20 authors from different backgrounds describe various aspects such as handling of inventories, computer-based documentation, museum software, quality insurance, image handling, etc.

Im MuseumsBaustein 6 der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern beschreiben mehr als 20 Autoren verschiedene Aspekte der Sammlungsdokumentation im Museum. Der Band beginnt mit zwei historischen Rückblicken zum Sammeln und Inventarisieren im Museum und wendet sich dann Grundfragen der Inventarisierung zu. Dabei werden die Bedeutung der Inventarisierung und ihre verschiedenen Stufen ebenso behandelt wie Urheberrecht und Bilddokumentation, der Umgang mit mündlichen Quellen und das Anbringen von Inventarnummern. Der Abschnitt EDV-gestützte Inventarisierung umfasst einen Überblick über Museumssoftware 2000, eine Einführung zum Internet als Medium der Museumsarbeit und Erfahrungen mit Fragen der Qualitätssicherung am Beispiel des Bildarchivs Marburg sowie einen internationalen Einblick in Museumssoftware am Beispiel von Portugal und Kanada. Der Abschnitt Beispiele aus der Inventarisierungspraxis zeigt Praxisbeispiele zur Inventarisierung und Digitalisierung in verschiedenen Museen. Ein Anhang mit einer umfangreichen Adressliste von Facheinrichtungen und einer umfassenden Bibliographie rundet den Band ab. Zahlreiche, oft farbige Abbildungen, beispielsweise zu Museumsobjekten, Bildkompressionsverfahren und Museumssoftware veranschaulichen den verständlich geschriebenen Text. Die Autoren haben sich um Verständlichkeit bemüht und auf Fach- und Fremdwörterei weitgehend verzichtet bzw. diese erklärt, was das Buch auch für Einsteiger gut lesbar macht.

Das Buch gibt eine gute Übersicht über fast alle praxisrelevanten Fragen der Sammlungsdokumentation. Die Beiträge sind alle kurz gehalten, bieten aber eine sehr anschauliche Einführung in die jeweilige Thematik. Bei manchen Aufsätzen hätte man sich noch mehr und tiefergehende Informationen gewünscht, die aber wohl aus Platzgründen nicht angeboten werden konnten. Meist verweisen umfangreiche bibliographische Angaben auf weitere relevante Literatur in Print und im Web.

Am Beispiel zweier Beiträge soll die detaillierte, aber anschauliche Gestaltung des Bandes veranschaulicht werden:
Der Beitrag Das Anbringung der Inventarnummern - Methoden und Materialien von Christoph Waller beschreibt wie Inventarnummern fachgerecht angebracht werden. Verschiedene Möglichkeiten wie Faserschreiben mit Pigmenttinte oder Etiketten zum Annähen werden besprochen und durch praktische Positiv- und Negativbeispiele verdeutlicht. Eine Übersicht über eine „Inventarisierungskiste“ sowie eine Kurzanleitung zum Anbringen der Inventarnummern runden den Beitrag ab. Nicht weniger praxisbezogen ist der Beitrag zur Museumssoftware. In ihrem Beitrag Auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau - Überblick über Museums-Software 2000 bespricht Regina Scheffel überblicksartig gängige Museumssoftware und knüpft an den Softwarevergleich Museumsdokumentation von 1998 an. Eine Einführung stellt anschaulich den Unterschied zwischen verschiedenen Datenbanktypen dar. Dann folgt eine Kurzbesprechung verschiedener Programme wie HIDA 3, Faust 3, ADLiB Museum und IMDAS Pro 1.3, wobei trotz der Kürze der Darstellung praxisorientierte Hinweise und farbige Abbildungen hilfreiche Informationen zu den Programmen geben, so dass man sich einen guten ersten Eindruck von den Programmen machen kann.

Wie im Vorwort angekündigt, bietet der Band einen umfassenden Überblick über viele der einschlägigen Fragen der Sammlungsdokumentation. Es fehlen einige aktuelle Themenstellungen wie beispielsweise die digitale Sammlung oder das virtuelle Museen im Internet. Aber trotzdem ist das Buch eine wertvolle Handreichung für Praktiker und ein sehr guter Einstieg für Volontäre und Studierende, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Sammlungsdokumentation befassen wollen.


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Dokument erstellt am 2.10.2001