VL Museen

Rezension / Review

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Barry Lord / Gail Dexter Lord (Hg.): The Manual of Museum Exhibitions,
Walnut Creek/Lanham/New York/Oxford: AltaMira Press, 2002.
544 S., ISBN 0-7591-0233-3 (cloth), ISBN 0-7591-0234-1 (pbk)

Rezensiert von
Dr. Anna T. Schmid, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Email: <atschmid@gmx.de>

Die inhaltliche, gestalterische und organisatorische Komplexität, die jeder Ausstellung zugrunde liegt, ist nicht nur in der Oeffentlichkeit kaum bekannt; sie wird auch in vielen Museen häufig unterschätzt. Das von Lord & Lord herausgegebene Handbuch zu diesem Thema liefert daher für die Fachleute ein in dieser Breite neues Hilfsmittel und Nachschlagewerk.

Ausgehend von der Prämisse, dass alle Aktivitäten eines Museums letztlich in Ausstellungen münden, dass Ausstellungen wichtigstes Kommunikationsmedium der Museen sind, werfen die Herausgeber folgende Fragen auf, die im Handbuch systematisch beantwortet werden: Woher kommen die Ideen zu Ausstellungen, wie werden Ausstellungen entwickelt, wer trifft die Wahl des Ausstellungsthemas? Was kosten Ausstellungen? Was ist von Ausstellungen in Bezug auf Publikumsinteresse, auf Schaffen von Wissen zu erwarten? Wie können Forschung und Publikumserwartungen in Ausstellungen aufgenommen werden? Ist das Medium Ausstellung geeignet, die vielen konkurrierende Erwartungen der involvierten Parteien (Sponsoren, Ausstellungsmacher, Publikum etc.) zu befriedigen? Dem entsprechend ist der Aufbau des Handbuches in folgende Teile gegliedert: Der erste Teil (Why?) beschäftigt sich mit der Frage, wozu Museumsausstellungen dienen, im zweiten Teil (Where?) werden räumliche, architektonische Anforderungen sowie die Ausstattung von Museen vorgestellt, im dritten Teil (How?) wird der Ausstellungsprozess von der Planung bis zur Eröffnung dargelegt. Der vierte Teil (What Now?) will Trends für die Zukunft im Ausstellungswesen aufzeigen.

Barry Lord konstatiert im 2. Kapitel (The Purpose of Museum Exhibitions), dass die enorme Zunahme von Museen weltweit nicht nur den Erhalt von Natur- und Kulturgütern bedeute, sondern auch der Erfolg der spezifischen Kommunikationsform des Museums: der Ausstellung. Lord macht deutlich, dass die Ausstellung mehr als nur eine zusätzliche Aufgabe - neben Sammeln, Bewahren, Forschen - ist. Vielmehr handelt es sich um eine spezifische Kommunikationsform, die für die gesamte Planung, Durchführung und Evaluierung einer Ausstellungen die Grundlage bilden sollte. Die Einzigartigkeit der Erfahrung in einer Ausstellung lässt sich nach Ansicht des Autors mit der Präsentation von Authentischem erklären. Denn, so eine Spekulation von Lord, je mehr über das Internet und andere Medien verfügbar wird, um so grösser wird die Nachfrage nach dem real thing. Authentisches ist wichtig, weil der Besucher darin Bedeutung findet, es öffnet sich ihm eine neue Welt durch das Objekt. Die transformative Macht des Originals, das die Besucher anzieht, ermöglicht eine affektive Erfahrung: "Museum exhibitions address our awareness of the world, and affect our attitudes and values, all of which are much more fundamental than our knowledge of specific facts about the subject matter" (S. 17). Dem entsprechend bemisst sich der Erfolg einer Ausstellung an der affektiven Erfahrung, die sie dem Publikum ermöglicht. Davon ausgehend stellen sich grundlegende Fragen: Welche Bedeutung wollen wir kommunizieren? Wem wollen wir diese Bedeutung vermitteln? Mit welchen Mitteln können wir dies am besten tun?

Lord unterscheidet vier Wahrnehmungsmodi, die dem Publikum zur Verfügung stehen: 1. Die kontemplative Wahrnehmung zielt auf den Genuss des einzelnen Objektes, zusätzliche Informationen wirken eher störend. 2. Beim Begreifen steht der Kontext im Vordergrund. Es gilt Bedeutungen zu entdecken, indem Objekte zueinander oder Objekte zu dem allgemeinen Thema in Beziehung gesetzt werden. 3. Die Entdeckung zielt auf das Auskundschaften von Objekten. 4. Ausstellungsinhalte werden über Interaktion (zwischen Personen oder zwischen Personen und technischen Mitteln) vermittelt.

Im 3. Kapitel (Where Do Exhibition Ideas Come from?) wird die Frage danach, wer Ausstellungsideen formuliert, besprochen. War es bis vor kurzem selbstverständlich das wissenschaftliche Personal einer Abteilung, wird heute diskutiert, welche Themen in Ausstellungen Vorrang haben: Muss es sich um ein wissenschaftliches Thema handeln, oder sollte nicht das Publikumsinteresse im Vordergrund stehen? Doch muss es sich dabei nicht um einen Gegensatz zwischen forschungsorientiert und marktorientiert handeln; vielmehr sollten beide Bereiche verbunden und in einer ausgewogenen Ausstellungspolitik zusammengefasst werden. Dazu gehört auch ein Forschungsplan, der in Zusammenhang mit den Aufgaben des Museums stehen sollte.

Damit in Zusammenhang steht die Debatte um Kooperationen mit lokalen Gruppen, die Margaret May in dem Unterkapitel "Exhibition Ideas: Integrating Voices of Communities and Audiences" vorstellt. Ausstellungsideen, bei denen diese Gruppen aufgenommen und integriert werden, können teilweise sichern, dass ein Segment des Publikums erreicht wird. Gleichermassen könnte die Identität und Entwicklung einer Gruppe Inhalt der Ausstellungspolitik sein. Immer wieder geäusserte Befürchtungen, dass durch diese Partnerschaften die Qualität leidet, sind unbegründet. Es gilt, das Publikum als Beteiligte wahr- und ernst zu nehmen, Formen der Zusammenarbeit reichen von Beraterfunktion zu gleichberechtigten Partnerschaften. Die Zusammenarbeit mit indigenen Gruppen bei Ausstellungsprojekten wird beispielsweise in Kanada seit langem erfolgreich praktiziert, in Deutschland ist sie dagegen die Ausnahme.

Ebenso zögerlich wird das Instrument der Evaluierung in verschiedenen Stadien der Ausstellungsvorbereitung wie auch nach dem Ende einer Ausstellung in Deutschland aufgegriffen. Auch hier hatten die angelsächsischen Länder Vorreiterfunktion. Im vierten Kapitel (How Will We Know When We Get There? Exhibition Evaluation) wird ein kurzer Ueberblick über Evaluierungsmöglichkeiten von der Idee bis zur Realisierung zusammengestellt. Dazu zählen u.a. differenzierte Besucherstatistiken, aus denen das Besucherverhalten nach Region, Ausstellung, Saison etc. hervorgeht. Fallbeispiele und Entwürfe von Fragebögen zur qualitativen und quantitativen Evaluierung bieten einen Leitfaden für eigene Evaluationsvorhaben. Allerdings - so wird immer wieder betont - kann keine Evaluierung den grossen Erfolg garantieren, aber sie schützt vor absoluten Misserfolgen.

Im II. Teil konzentrieren sich die Beiträge auf Fragen nach der Ausstellungstechnologie, der Planung des Raumes und der Gestaltungselemente von Ausstellungen, aber auch auf Fragen der Sicherheit für Objekte und Besucher. Dazu gehört die Lage des Museums, der Weg, den die Besucher nehmen, um ins Museum zu gelangen, architektonische Details am Haus und im Foyer eines Hauses. Die non-verbalen Botschaften stimmen Besucher ein und sollten daher in die Planung einbezogen werden. Das Gebäude und die Ausstellungsflächen sollten als Gestaltungsraum betrachtet werden, der ein beträchtliches Besucherpotenzial darstellt. Dazu gehören Elemente wie Fussböden, Licht, Ruhemöglichkeiten genauso wie Aspekte der Sicherheit, die Nutzung der Sammlungen im Arrangement der Ausstellungsflächen etc. Heather Maxima liefert im 5. Kapitel (Planning and Designing Exhibition Facilities) Kriterien zur Gestaltung der Ausstellungsfläche. Dazu gehört zunächst die Evaluierung der Sammlung - Grösse der Objekte, Materialien der Objekte, welche Bedingungen sind für welche Art von Objekten notwendig? In einer Kunstausstellung brauchen Besucher mehr Raum zur Betrachtung der
Objekte als in einer thematischen und kontextbezogenen Ausstellung. Weiterhin muss die Ausstellungsfläche anderen Anforderungen genügen wenn eine Sammlung präsentiert werden soll, oder wenn Ideen vermitteln werden sollen. Darüber hinaus gilt es, Klima-, Lichtverhältnisse etc. zu bedenken. Im Beitrag von Osborne (5.6 Security and Public Safety in Exhibitions) werden Sicherheitsaspekte für die Besucher und Objekte diskutiert, der Beitrag von Johnson (5.7 Exhibition Accessibility) zeigt Möglichkeiten auf, Ausstellungsräume zugänglicher zu gestalten - nicht nur der Weg durch die Ausstellung, auch Beschriftungsmodalitäten, Möglichkeiten des taktilen Zugangs zu Objekten etc. sind dabei zu bedenken.

Im 6. Kapitel (Exhibition Galleries) unternimmt Heather Maxima den Versuch, Ausstellungsräume zu typisieren und die Nutzung des Raumes entsprechend dieser Typen zu systematisieren. Dabei betont sie, dass die Strukturierung der Ausstellungsflächen durch die Elemente Raum, Licht und Farbe, Struktur (architektonische Voraussetzungen wie Gewicht, das in einem Raum untergebracht werden darf, Decken, Treppen, andere Zugänge, Fenster, etc.) und Materialien allen Typen gemeinsam ist. Eine sehr gute Zusammenstellung der Vor- und Nachteile der Boden-, Decken- und Wandmaterialien bietet Tabelle 6.2 (S. 192). Bei den detailliert vorgestellten Typen handelt es sich 1. um Kunstausstellungen, 2. um Objektausstellungen, 3. um Kindermuseen und Technikmuseen, 4. um Studienräume innerhalb von Museen, die Arbeiten mit den Objekten ermöglichen (z.B. in die Ausstellungsfläche integrierte Bibliotheken) oder 5. um Museumsräume, die unterschiedlichen Zwecken wie Musik-, Theater- oder anderen Veranstaltungen, aber auch Ausstellungen, dienen.

Kapitel 7 (Gallery Facilities and Equipment) ist der Ausstattung von Räumen in einem Museum gewidmet. Dabei handelt es sich um bewegliche Wände, um Podeste, Vitrinen, Lichtgestaltung, audio-visuelle Medien, Multimedia-Einsatz. Till Hahn (7.1 Display Cases) geht ausführlich auf die enorme Bandbreite von Vitrinen und ihre Möglichkeiten ein. Kevan Shaw (7.2 Lighting) diskutiert die Bedeutung von Lichtwahrnehmung, um daraufhin den Einsatz unterschiedlicher Lichtquellen vorzustellen. Barry Crean (7.3 Audio-Visual Hardware) warnt bei der Diskussion der audio-visuellen Medien vor der Dominanz der Technologie, so dass Inhalte zurückgestellt werden und gibt die Beziehung zu den Zielen, zu Objektgruppen etc. als Richtlinie vor. Im Beitrag von Maria Pinacente (7.4 Multimedia: Enhancing the Experience) geht es vor allem um den kontextbezogenen Einsatz und die dadurch erreichbare Verstärkung einer Erfahrung - als Beispiel dient ihr das Nationalmuseum der Philippinen. Wichtig war dabei, dass bereits bei der Planung der Multimedia-Einsatz integriert wurde. Hugh A.D. Spencer (7.5 Advanced Media in Museum Exhibitions) stellt zwei Beispiele vor, in denen neueste technologische Errungenschaften wie Simulatoren oder virtuelle Reisen eingesetzt wurden: Zum einen handelt es sich um die Ausstellung "Visions of the Earth" im Naturhistorischen Museum in London, zum anderen um die Ausstellung im Rose Center for Earth and Space im Naturhistorischen Museum in New York. Auch hier besteht die Gefahr - so der Autor - dass die Hilfsmittel selbst zur Attraktion werden und das Thema oder die eigentliche Ausstellung nicht mehr adäquat wahrgenommen werden kann. Da die Kosten enorm sind, können sich nur wenige Institutionen für diese Technologie leisten. Am Ende des Kapitels beschreibt der Autor die sinnvolle Anwendung und Integration von Multi-Media in den verschiedenen Phasen einer Ausstellung (vgl. dazu Abb. 7.8)

Im dritten Teil werden die Prozesse untersucht, die bei einer Ausstellung von der Planung bis zur Eröffnung durchlaufen werden müssen. Im 8. Kapitel (Planning and Managing an Exhibition Programme) werden die Schritte Planung und Management eines Ausstellungsprogramms, Planung und Management einer spezifischen Ausstellung und museumspädagogische und andere öffentliche Programme, die mit Ausstellungen verbunden sind, vorgestellt. Das Ausstellungsprogramm eines Hauses setzt sich meistens aus mehreren Ausstellungsarten zusammen, dazu gehören Dauerausstellungen, in denen Teile der Sammlungsbestände des Hauses präsentiert werden; eigene Sonderausstellungen mit oder ohne Leihgaben aus anderen Häusern; Wanderausstellungen, die im eigenen Haus erstellt oder von anderen Häusern übernommen werden. Die Ausstellungen werden ergänzt durch Rahmenprogramme und museumspädagogische Programme. Barry Lord stellt die Prozesse, die zu den jeweiligen Ausstellungen notwendig sind, vor. Das zentrale Problem der Dauerausstellungen ist die ,Lebenserwartung' - wie Lord es nennt. Wie lange soll die Ausstellung stehen bleiben? Dazu gehört eine adäquate Planung in Bezug auf die Kosten bei einer Erneuerung. Sonderausstellungen sind notwendig, um treue Besucher zu erhalten, aber auch um neue Besuchergruppen zu erschliessen. Dabei ist zu beachten, dass Sonderausstellungen ungeheure Ressourcen binden, daher bedarf es einer subtilen Planung einerseits und einer fundierten Ausstellungspolitik andererseits. Darüber hinaus sind bei Sonderausstellungen Faktoren wie Leihverfahren, Versicherungsmodalitäten, Anstellung von fremden Kräften u.ä.m. zu beachten. Wanderausstellungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn die Kosten geteilt werden können. Dabei ist zu beachten, dass Objekte auf Reisen vielfältigen Gefahren ausgesetzt sind. Die Fallstudie 8.3 präsentiert die wichtigsten Punkte einer Wanderausstellung am Beispiel "The Treasures to Go des Smithonain American Art Museums". Im letzten Teil dieses Kapitels werden die Anforderungen an Rahmenprogramme vorgestellt.

Im 9. Kapitel (Financial Planning and Management of Exhibitions) wird detailliert und sehr hilfreich das Problem der Finanzverwaltung bei Ausstellungsprojekten dargelegt. Es sei hier auf die Tabellen 9.1, in der beispielhaft die Kostenpunkte aufgeführt sind, und 9.2, in der die Kosten für das Sonderausstellungsprogramm von 1 1/2 Jahren aufgestellt wurden, hingewiesen.

Im 10. Kapitel (Curatorship in the Exhibition Planning Process) wird die sechs Punkte umfassende Rolle des Kurators bei einer Ausstellung abgehandelt. Dabei handelt es sich 1. um die Formulierung des Ausstellungskonzepts, 2. um die Forschung dazu, 3. um die Sichtung der Sammlung, Auswahl der Objekte und gegebenenfalls um die Ergänzung der vorhandenen Objekte, 4. um die Dokumentation, 5. um die Gewährleistung der Konservierung der Objekte und schliesslich 6. um die Vorbereitung des schriftlichen Ausstellungsplans, in dem nicht nur die Idee und ihre Umsetzung festgehalten werden, sondern auch die thematische Strukturierung und die Benennung der Objekte, die verwendet werden sollen (vgl. dazu die storyline für das Nationalmuseum in Riad, S. 367ff). In einem separaten Kapitel (11: Interpretive Planning) diskutiert Hugh A. D. Spencer den "interpretativen Plan". Dieser Plan soll gewährleisten, dass die Kommunikation der Ausstellungsidee erfolgreich verläuft. Daher gehört hierzu die Festlegung der Themen einzelner Ausstellungsbereiche in Bezug auf das übergeordnete Ausstellungsthema und die Formulierung der Ziele jedes Abschnitts - immer im Hinblick auf das Publikum. Da diese Arbeiten sehr umfassend sind, wurden sie aus dem Zuständigkeitsbereich des Kurators ausgegliedert.

Im 12. Kapitel (Exhibition Text) beschäftigen sich mehrere Autoren mit den Formen der Beschriftung in Ausstellungen, die je nach Ziel der Ausstellung variiert. In dem Beitrag werden Richtlinien für Beschriftungen vorgestellt (Tab. 12.1), aber auch die Verwendung von Text in Multi-Media-Präsentationen diskutiert. Kapitel 13 (The Role of the Exhibition Designer) ist den Problemen bei der Ausstellungsgestaltung gewidmet, schliesslich wird in Kapitel 14 (Construction and Installation) der Aufbau und in Kapitel 15 (Lighting the Show) die Beleuchtung der aufgestellten Ausstellung abgehandelt. Diese drei Kapitel beinhalten ausgezeichnete Fallstudien, an denen die Prozesse leicht nachvollzogen werden können.

Im 16. Kapitel (The Role of the Project Manager) wird die Rolle des Projektmanagers und die ihm zur Verfügung stehenden Steuerungsinstrumente beschrieben. Dabei handelt es sich um eine Person, die den gesamten bisher dargelegten Ausstellungsprozess begleitet, ihn überwacht, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teams organisiert und schliesslich die Finanzenüberwacht. Der dritte Teil wird mit dem Kapitel 17 (Exhibition Retail) zur Besprechung der Institution Museums-Shop und seinem spezifischen Angebot abgeschlossen.

Der vierte Teil (What Now? Museum Exhibitions in the 21st Century) ist den Trends für zukünftige Museumsausstellungen gewidmet. Ausgangspunkte sind hierbei Ausstellungsprojekte in der Gegenwart, denen die Herausgeber richtungsweisende Qualitäten attestieren. Neu soll an diesen Projekten sein, dass sie Ideen kommunizieren, die nicht mehr primär an Sammlungen orientiert und interdisziplinär sind. In den fünf angeführten Beispielen, die zukunftsweisend sein sollen, werden kontroverse und provokative Themen wie z.B. wissenschaftliche Autorität oder Sklaverei und Rassismus in den USA behandelt. Dies klingt vom wissenschaftlichen Standpunkt aus zunächst nicht sehr innovativ, allerdings müssten auch Forschungsprojekte an Universitäten erst noch daraufhin untersucht werden, inwiefern in ihnen die propagierte Interdisziplinarität eingelöst wurde. Ein Glossar, eine teilweise annotierte Bibliographie und ein Index schliessen den Band ab.

Das Handbuch ist trotz vieler Redundanzen in den Beschreibungen ein hilfreiches Instrument für alle, die an Museen arbeiten. Den Autoren ist es gelungen, Richtlinien und Regeln für Ausstellungen zu formulieren, die in so unterschiedlichen Bereichen wie Kunstgeschichte, Geologie, Ethnologie - um nur einige zu nennen - angesiedelt sind. Die in Tabellen und Abbildungen untergebrachten Vorlagen für z.B. Finanzierungsplan einer Ausstellung oder Fragebögen zur Besucherevaluierung können unmittelbar im Museumsalltag verwendet werden. Allein die eingangs von Barry Lord vorgelegte Diskussion zur Authentizität der Objekte, die den Besuchern angeblich die ausschlaggebende Motivation für ihren Gang ins Museum liefert, ist verkürzt und sollte auf einem theoretisch fundierten Hintergrund geschehen.



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Dokument erstellt am 14.4.2002