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Literaturbesprechung

Peter Blickle / André Holenstein / Heinrich Richard Schmidt / Franz-Josef
Sladeczek (Hg.): Macht und Ohnmacht der Bilder. Reformatorischer Bildersturm
im Kontext der europäischen Geschichte, München: R. Oldenbourg Verlag 2002
(Historische Zeitschrift; Beihefte N. F., 33).
540 S., pb., zahlr. s-w Abb., EUR 64,80. ISBN 3-486-64433-5
(geb., EUR 74,80. ISBN 3-486-56634-2)

Rezensiert von:
Dr. Sven Lembke, Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
E-Mail: Sven.Lembke@geschichte.uni-freiburg.de


Ein Blick sagt mehr als tausend Worte! Trifft dieser Satz zu, dann ergoss sich alltäglich um die spätmittelalterlichen Gläubigen bei ihrem Gang zur Kirche ein semantisches Unwetter. War es die magische Gewalt in den Blicken der alten Heiligen, welche die Protestanten im 16. Jahrhundert plötzlich zu so heftigen Reaktinen und Abwehrmaßnahmen gegenüber der Macht und Kraft der alten Bilder und Figuren antrieb? Den Blick der Gläubigen nach innen zu kehren und das Wort allein, das Wort der heiligen Schrift, in der Predigt auszulegen, das scheint den Beginn der asketischen protestantischen Kultur zu markieren. Aber Verinnerlichung alleine und asketische Abkehr der optischen Reize lässt im kirchlichen Sakralbau die alten Bilder nicht ergrauen, Heiligenfiguren und deren Verehrung nicht verkümmern. Erst nachdem sie zu Götzen und damit zu wirksamen, aber eben feindlichen Mächten in der menschlichen Kommunikation mit der göttlichen Gnadenquelle erklärt worden sind, verbindet sich das protestantische Wort mit der bilderstürmerischen Tat. Der Rat in den Städten lässt aus seinen Kirchen Heiligenfiguren fortschaffen oder schaut zu, wie seine aufrührerische Gemeinde die bis eben noch verehrten Figuren zerstört und verhöhnt. Kirchen verändern ihr Gesicht; das Strahlen goldglänzender Figuren erstirbt, die wappengeschmückten Kapellen verschwinden. Das etablierte kultische System scheint in seiner liturgischen Dimension revolutioniert oder fast ganz zerstört. Das Bild wird frei von kultischer Last und degeneriert oder erblüht - je nach Gesichtspunkt - als bloß ästhetisches Objekt. Und der Protestantismus, zuletzt unter kundiger Leitung Max Webers, begibt sich auf seine große Reise, die Welt im Zeichen des heiligen Wortes zu säkularisieren.

Auf solche Interpretationsangebote zum historiographisch bereits etablierte Phänomen des reformatorischen Bildersturmes, hätte das Berner Historische Museum zurückgreifen können, als es die unlängst aufgefundenen Überreste demontierten altgläubigen Kirchenschmucks aus dem eigenen Münster unter dem Titel "Bildersturm - Wahnsinn oder Gottes Wille?" im Jahr 2000 präsentierte.[1]
Auf Anregung des Direktors, Peter Jezler, fand im Kontext der Ausstellung im Januar 2001 ein Kongress mit dem Titel "Macht und Ohnmacht der Bilder" statt,[2] der das Wissen über diesen Themenkomplex vertiefen und das interpretatorische Gerüst überprüfen sollte. Die Kongressakten liegen nun gedruckt vor.[3]

Peter Blickle, der nach eigenem Bekunden für die inhaltliche Ausrichtung des Kongresses verantwortlich war, gewährt in Vorwort und Einleitung Einblick in die Genese des Projekts. Die historische Erfahrung reformatorischer Bilderstürme in der Schweiz und am Oberrhein war in einen breiteren geographischen Kontext zu stellen. Wer den Band studiert hat, weiß nun dank Margaret Astons beispielreichen Ausführungen, wie langsam und gründlich sich das allmähliche Ausradieren von Kreuz und Kruzifix bis ins 17. Jahrhundert in den englischen Kirchen vollzog; er stößt bei ihr auch statt auf eine sozialgeschichtliche Analyse auf die Beobachtung, dass dort, wo in den Kirchen das Kruzifix hing, nicht selten das Wappen des Monarchen angeheftet wurde. Gudrun Litz informiert darüber, dass anders als die Paradebeispiele tumultuarischer Bilderstürme nahelegen mit Blick auf die schwäbischen Reichsstädte festzustellen ist, dass vom Sturm nicht durchweg die Rede sein kann. Nicht selten werden die nunmehr anstößige Bildwerke nach Anordnung des Rates lediglich weggeräumt oder den alten Stiftern restituiert und gleichsam beiseite gestellt.
Kommt zur geographischen Öffnung des Betrachtungsraumes eine historische Ausweitung des Themenfeldes, verändert sich spätestens dann der semantische Rahmen. Lediglich das Phänomen, die Zerstörung der für eine Gemeinschaft signifikanten Bilder, bietet einen gemeinsamen Nenner. Eine sich so aus dem Vorgang ableitende Phänomenologie des Bildersturms erleichtert wohl das Zusammentreffen einer interdisziplinären Tagungsgemeinschaft. Aber was leicht vereint, bindet wenig. Das allseits bekannte Problem der Kohärenz folgt unausweichlich. Zuerst scheint sich der Vorgang des Bildersturms oder der Bilderverehrung in unterschiedlichen gesellschaftlichen und historischen Situationen abgespielt zu haben, andererseits zeigt sich bei näherem Hinsehen, dass die Praktiken der Bildverehrung oder Bildervernichtung doch jeweils etwas ganz anderes zu bedeuten hatten. Die Einbalsamierung Lenins ist Personenkult, aber ist es in einem liturgischen oder ethnologischen Sinne Kult? Hans Maier hätte am Ende des Bandes mit seinem Aufsatz zu "Die Politischen Religionen und ihre Bilder" nach seinen beziehungsreichen Kommentaren zur Herrschaftsdarstellung in kommunistischen, faschistischen und nationalsozialistischen Propagandafabriken und den totalitären Schlachten um das Sichtbare schlechthin in diesen Diktaturen, den Beweis antreten können, dass sich allgemeine Begriffe auf das gemeinte Phänomen adäquat anwenden lassen. Analytisch bleibt es aber bei dem Aufrufen von Assoziation zwischen Führer- und Heiligenkult, zwischen Kultverbänden und politischen Religionen.

Das Resultat des phänomenologischen Zugangs: Inkommensurabilität der Ergebnisse und Kategorien, sooft der gemeinsame historische Kontext fehlt. Eine Alternative hätte sich nur ergeben, wenn, wie Blickle freimütig formuliert, ein gemeinsamer Begriff über das, "was beim Bildersturm vorliege", Bestand gehabt hätte; ein solcher Begriff fehlt aber. Dass man angesichts der vielfältigen und fast durchweg sorgfältig ausgearbeiteten Beiträge, die hier nicht im einzelnen gewürdigt werden können, dennoch nicht ins Bodenlose taumelt, liegt an zweierlei. Der Band profitiert von seiner Fokussierung auf den protestantischen Bildersturm als einem konkreten historischen Geschehensbereich. Das Thema bändigt. Außerdem bietet die konzeptionelle Nachbereitung der Beiträge Resümee ("Diskussionsbericht und Synthese") durch zwei der Herausgeber, André Holenstein und Heinrich Richard Schmidt, eine glänzende Verknüpfung der Aspekte, die von den Autoren und Autorinnen des Bandes zusammengetragen werden. Spätestens dort wird man auf einen Knüller hingewiesen; doch davon später.

In Ermangelung einer einheitlichen konzeptionellen Perspektive gruppieren die Herausgeber die Beiträge in allgemeinere und historische, diese wiederum sortiert nach Epochen. Das zweite Kapitel "Bilder, Reformation und Bildersturm" ist schon aus rein quantitativen Gründen als Zentrum des Bandes anzusprechen (zehn Beiträge, insgesamt fast 200 Seiten). Dem historischen Problemfeld sind allgemeinere Überlegungen vorangestellt ("Bilderverehrung und Bilderzerstörung in der Perspektive der Wissenschaften" mit drei Beiträgen). Sie seien hier kurz vorgestellt.

Bernd Roeck stellt unmissverständlich klar, dass das Bild sich nicht selbst als historisch verwertbares Faktum herstellt, sondern erst die kulturbedingte Wahrnehmung. Diese und nicht jenes gelte es deshalb zu untersuchen. Dabei erörtert Roeck zur Macht des Bildes einen in diesem Kontext überraschenden Aspekt. Während andere Autoren wie Hans Belting, der in starker Anlehnung an seinen Klassiker "Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst" von der Emanzipation des Kunstbildes vom Kult durch die protestantische Theologie spricht, [4] und Oskar Bätschmann, der mit Leon Battista Alberti eine rein dem Kunstgenuss verpflichtete Renaissancekunst beobachtet (S. 359ff), von einer Ästhetik sprechen, die sich ganz und gar ins bürgerliche Kunstparadigma zu fügen scheint, führt Roeck Belege dafür an, wie die alte Kultmagie von einer Magie der Kunst, die das Naturähnliche auf das Bild zaubern kann, abgelöst wird. Das Bild erscheint noch lange nicht als arbiträres Zeichen. Vor Missverständnissen der Art, dass der Bildersturm sich einfach aus der christlichen oder jüdischen Tradition ableiten lasse, bewahrt Otmar Keels eindringliche Darlegung. Seine Untersuchung zum biblischen Kultbilderverbot stellt fest: jüdische und christliche Formen des Kults von Bildern, die vom Glauben an die "Immanenz Gottes in der Schöpfung" motiviert sind, ereignen sich immer wieder. Problematisch ist dabei stets nur der Kult des Bildes, nicht das "figurative Bild" an sich.

Der Macht der Bilder, die sich in ihrem Martyrium zur Zeit der reformatorischen Bilderstürme beweisen soll, werden zwei chronologisch definierte Abschnitte ("Bilderverehrung - die Antwort des Mittelalters" mit 3 Beiträgen und "Bilderverehrung - die Antwort der Neuzeit" mit 4 Beiträgen) gegenübergestellt. Worauf diese Antworten antworten, geht aus dem Titel nicht hervor und hat sich dem Rezensenten auch nicht aus den Beiträgen erschlossen. Die Beiträge zur Neuzeit betonen eher das Fortbestehen dieser ambivalenten Konstellation zwischen Bilderverehrung und Bildersturm. Die mittelalterliche Sektion (in den Beiträgen von Guy P. Marchal, Norbert Schnitzler und Oskar Bätschmann) beschäftigt sich vornehmlich mit der Frage nach der Kraft oder Wirkung von Bildern.
Wenn Peter Herrsche für die Neuzeit das Überdauern von Heiligen- und Marienkult im katholischen Süden feststellt, überrascht das wenig. Ob damit aber die Konfessionalisierungsthese erledigt ist, bleibt zweifelhaft. Die Konfessionalisierungsthese postuliert ja nicht die Identität der konfessionellen Formen, sondern analoge Organisationsprinzipien. Ungemein materialreich wird von Thomas Kaufmann über die lutherische Position zur Bilderfrage gehandelt, wobei lutherisch vor allem mit einer Exegese des "Examen Concilii Tridentini (1585)" von Martin Chemnitz identifiziert wird. Immerhin bleibt diese Textinterpretation nicht auf sich beruhen, sondern wird nun mit der publizistischen Auseinandersetzung um die reformierte Konfessionalisierung im sächsischen Anhalt dargestellt. Jean Wirth versucht, und zwar im Ausgang vom Phänomen des reformatorischen Bildersturms, den iconoclasme in universalhistorischer Absicht zu definieren. Das Phänomen zerfließt unter einer Aufzählung von ähnlichen Beschädigungen öffentlicher Bilder. Als Curiosum sei noch erwähnt, dass sogar das Wegzappen von Fernsehbildern, praktiziert vom indolenten Konsumenten, und die Beschädigung von Werbeplakaten als Vorfälle erkannt werden, die in das Begriffsfeld des Phänomens hineinfallen könnten. Den zweiten Fixpunkt zur Organisation einer mehr als nur halbwegs kohärenten Lektüre liefern André Holenstein und Heinrich Richard Schmidt mit ihrem "Diskussionsbericht und Synthese" unter der Überschrift "Bilder als Objekte - Bilder in Relationen. Auf dem Weg zu einer wahrnehmungs- und handlungsgeschichtlichen Deutung von Bilderverehrung und Bilderzerstörung". Die Autoren lösen ihre Ankündigung, die analytische Substanz der Diskussionen freizulegen und Perspektiven für weitere Forschung anzuzeigen, bravourös ein. Ihre engagierte und facettenreiche Zusammenfassung noch einmal zusammengefasst und reduziert: Bilder und andere Artefakte sind nicht als eigenständige Objekte zu begreifen, sondern nur noch als Manifestationen von Beziehungen. Bezogen auf disziplinäre Organisation führte eine konsequente Anwendung dieses Satzes beispielsweise zu einer solchen Behauptung: Kunstgeschichte des Mittelalters muss als eine sozial- oder kulturgeschichtliche Liturgiewissenschaft betrieben werden; die Kunstwerke selbst als abgeschlossene Betrachtungseinheiten zu wählen, müsste dagegen als Kennzeichen von Dilettantismus gelten.

In dieser Synthese tritt inhaltlich vor allem die Auseinandersetzung mit einem Beitrag hervor. Das ist der eingangs angesprochene Knüller: Guy P. Marchal liefert im Rahmen seines "Das vieldeutige Heiligenbild. Bildersturm im Mittelalter" nicht nur eine Fülle von Beobachtungen, sondern er unterbreitet ein Erklärungsangebot, das Relevanz für den gesamten Komplex des reformatorischen Bildersturms besitzt. Dass Figuren und Bilder von Heiligen auf ihre Umwelt reagieren, bluten, schwitzen, weinen, ist bekannt, dass sie als empfindsame Gegenstände behandelt, nämlich geschlagen, verhöhnt oder verbrannt werden, genauso. In dem Streit, ob das verehrte Heilige in ihnen wohnt oder ob in ihnen nur ein Ausdruck und symbolisches Organ des Heiligen gesehen wurde, bezieht Marchal Position: "Der Heilige wirkte nicht als überirdisches Wesen in die Welt hinein, sondern punktuell und in dieser Welt lokalisiert im Heiligenbild." (S. 315) Dann macht Marchal auf Vorgänge aufmerksam, die zwar sattsam bekannt sind, die sich bislang aber einer Einfügung in ein kohärente Symbollogik verweigerten. Schotten, die sich im besonderen Schutz ihres Heiligen Andreas wähnen, zerstören im 12. Jahrhundert gnadenlos ein Kultbild ihres Heiligen in Hexham und verspotten es. Geht man von einer einheitlichen Bedeutung des Bildes vom heiligen Andreas aus, wie wir es in der Logik einer nach Bildvokabeln sortierten Ikonographie gewohnt sind anzunehmen, dann verfällt der Betrachter gewöhnlich in eine Aporie. Wie kann ein und derselben Heilige von den gleichen Gläubigen in seinen Bildern gestraft und verehrt werden?

Vor die Wahl gestellt, den mittelalterlichen Akteuren schizophrene Züge zuzuschreiben oder die eigene Symboltheorie zu überdenken, setzt der Autor noch einmal neu an und greift dabei auf die "processual symbol analysis" des bekannten Ethnologen Viktor Turner zurück. Auf dieser Grundlage argumentiert Marchal: Die Annahme eines einheitlichen und allgemeinen Symbolverständnisses ist illusionär. Tatsächlich verwirklichen sich Kultsymbole auf drei Ebenen, St. Andreas als erkennbare Bildvokabel, St. Andreas als Emblem unterschiedlicher sozialer Gruppen und schließlich St. Andreas in seiner konkreten spektakulären Bedeutung in Kombination mit anderen Symbolen. Ein einziger St. Andreas ist mithin nicht vorhanden, der Schutzheilige der Schotten ist nicht identisch mit dem Kultbild in Hexham. Die Annahme des theologischen Bilderstreites als Motivation zu Bilderstürmen wird damit hinfällig; eine solche Vorstellung identifiziert fälschlich die theologischen Vereinnahmungen solcher Bilderdiskurse mit konkreten Handlungshorizonten. Der Streit um "Götzen" oder nutzlose Bilder müsste weit eher als symbolische Dimension im Konflikt von Gruppen vor Ort verstanden werden. Damit ist ein neues Programm formuliert, von Holenstein und Richard dezent als "diskussionswürdig" eingeschätzt. Symbolisierungsstrategien, nicht der spektakuläre Bildersturm und nicht seine detaillierte Relativierung nach Orten und Jahren sind der eigentliche Gegenstand der Forschung.

Der Band hält insgesamt, was er verspricht, facettenreiche und zumeist quellengesättigte Darstellungen zum Phänomen von Bilderverehrung und Bildersturm. Er informiert durchweg detailliert und solide über verschiedene Dimensionen, die sich mit Ausgangspunkt des reformatorischen Bildersturms verbinden lassen. Durch die Hineinnahme von detaillierten Untersuchungen wie die von Christian von Burg über den "Palmesel in den Riten der Zerstörung", Lee Palmer Wandels Sensibilisierung für die Semantik von "Götzen" im Reformationszeitalter und Franz-Josef Sladeczeks Schilderung von Künstlerschicksalen in bildstürmerischer, will sagen arbeitsloser Zeit, werden Einblicke in konkrete Praktiken gegeben, welche die weitere analytische Durchdringung des Themenkomplexes erleichtern werden. Zudem - darin liegt auch ein ganz pragmatischer Vorteil - vereint der Band eine Reihe von Autoren, die sich in dieser Sache bereits in eigenständigen Publikationen profiliert haben, so wie neben den bereits zuvor genannten z. B. auch Sergiusz Michalski, der eine informative Arbeit über Bilderstürme im Ostseeraum beisteuert.

Den Band beschließt ein Personenregister; dieses erscheint allerdings nach einer kurzer Stichprobe zu urteilen als unzuverlässig.


Anmerkungen:

[1] Ausstellung "Bildersturm - Wahnsinn oder Gottes Wille?" Historisches
Museum Bern, 2. November 2000 - 16. April 2001.
http://www.bhm.ch/de/ausstellungen_02d.cfm (Informationen zur Ausstellung)
http://www.bhm.ch/de/ausstellungen_02d2.cfm (Virtueller Rundgang)

Ausstellungskatalog: Bildersturm - Wahnsinn oder Gottes Wille? Katalog zur Ausstellung des Bernischen Historischen Museums und des Musée de l'Ouvre Notre-Dame, Strassburg. Hg. von Cécile Dupeux, Peter Jezler und Jean Wirth, Zürich / München 2000. 454 S., zahlr. Abb.

[2] Interdisziplinärer Kongress "Macht und Ohnmacht der Bilder.
Reformatorischer Bildersturm im Kontext der europäischen Geschichte"
Universität Bern, 21. - 24. Januar 2001
http://www.hist.unibe.ch/schmidt/bildersturm/bildersturm.htm

[3] Peter Blickle / André Holenstein / Heinrich Richard Schmidt / Franz-Josef Sladeczek (Hg.): Macht und Ohnmacht der Bilder. Reformatorischer Bildersturm im Kontext der europäischen Geschichte, München: R. Oldenbourg Verlag 2002 (Historische Zeitschrift; Beihefte N. F., 33).

Inhaltsübersicht:

Peter Blickle: Vorwort
Peter Blickle: Bilder und ihr gesellschaftlicher Rahmen. Zur Einführung

I.Bilderverehrung und Bilderzerstörung in der Perspektive der Wissenschaften
Hans Belting: Macht und Ohnmacht der Bilder
Bernd Roeck: Macht und Ohnmacht der Bilder. Die historische Perspektive
Othmar Keel: Das biblische Kultbildverbot und seine Auslegung im rabbinisch-orthodoxen Judentum und im Christentum

II. Bilder, Reformation und Bildersturm
Gudrun Litz: Die Problematik der reformatorischen Bilderfrage in den schwäbischen Reichsstädten
Christian von Burg: "Das bildt vnsers Herren ab dem esel geschlagen". Der Palmesel in den Riten der Zerstörung
Lucas Marco Gisi: Niklaus Manuel und der Berner Bildersturm 1528
Lee Palmer Wandel: Bildersturm im Elsaß
Lucas Burkart: "Das crutzsyfix, so im munster uff dem letner stund". Bildersturm als Mediengeschichte
Christian Rümelin: Bildverwendung im Spannungsfeld der Reformation. Aspekte oberrheinischer Buchillustration
Sergiusz Michalski: Bilderstürme im Ostseeraum
Hans-Jürgen Goertz: Bildersturm im Täufertum
Margaret Aston: Cross and Crucifix in the English Reformation
Franz-Josef Sladeczek: "das wir entlichs verderbens und des bettelstabs sind". Künstlerschicksale zur Zeit der Reformation

III. Bilderverehrung - die Antwort des Mittelalters
Guy P. Marchal: Das vieldeutige Heiligenbild. Bildersturm im Mittelalter
Norbert Schnitzler: Antijüdische Motive und Tendenzen in der theologischen
Auseinandersetzung über die Bilderverehrung in der Reformationszeit – eine offene Frage
Oskar Bätschmann: Kunstgenuß statt Bilderkult. Wirkung und Rezeption des Gemäldes nach L. B. Alberti

IV. Bilderverehrung - die Antwort der Neuzeit
Hellmut Thomke: Der Bildersturm in schweizerischen Dramen der Reformationszeit
Peter Hersche: Die Allmacht der Bilder. Zum Fortleben ihres Kults im nachtridentinischen Katholizismus
Thomas Kaufmann: Die Bilderfrage im frühneuzeitlichen Luthertum
Jean Wirth: Aspects modernes et contemporains de l´iconoclasme
Hans Maier: Moderne Ideologien und Bildersturm. Die Politischen Religionen und die Bilder

V. Diskussionsbericht und Synthese
André Holenstein / Heinrich Richard Schmidt: Bilder als Objekte - Bilder in Relationen. Auf dem Weg zu einer wahrnehmungs- und handlungsgeschichtlichen Deutung von Bilderverehrung und Bilderzerstörung

[4] Hans Belting: Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst, München 1990 [Likeness and Presence. A History of the Image Before the Era of Art, Chicago 1994].


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Dokument erstellt am 15.3.2003