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Der Weise vom Tücking mahnt nicht mehr



Werner Schmidt †


Von Horst Kniese (90)




Verstand, Gefühle, Wut und Gelassenheit trugen heftige Gefechte in seinem Hirn aus. Nach außen hin strömte er feinnervige Konzentration aus. Der Weise vom Tücking, wo er sein behagliches Eigenheim liebte, war ein ganz Großer in der Gewerkschaftsbewegung und der Sozialdemokratie.
Werner Schmidt ist am 18. 10. 2016 als fast 90er an den späten Folgen eines Herzinfarktes gestorben.

Jahrzehnte zurück: Es war ein Schicksalstag in der Hagener Stadtgeschichte. Werner Schmidt nahm die Alarmmeldungen ernst, die der jungenhafte populäre SPD­-Bürgermeister Willi Michels im noch selbständigen Welper bei Hattingen in seiner Eigenschaft als Leiter des Montanunionbüros der IG-Metall in Düsseldorf allen Schlüsselpersonen brandeilig zur Pflichtlektüre zusandte. Es waren die Todesurteile für die Klöcknerhütte in Haspe und die Montanwerke in Hattingen. Gekungelt in der Montanunion. Der Widerstand loderte sofort in hellen Flammen.

Michels kämpfte sofort sichtbar in Hattingen, Schmidt schmiedete die Taktik in Haspe, ohne sich ins gleißende Rampenlicht zu stellen. Werner Schmidt, der Bevollmächtige der IG-Metall in Hagen, der damals viele Fäden zog, galt von da an als begabter Stratege und hinterließ sogar seine markanten Fußstapfen im höchsten Gremium der Gewerkschaft, nämlich im Vorstand der IG Metall in Frankfurt.

Auch seine Partei, die SPD, rief, bedürftig nach seinem ausgleichenden Temperament, das viele Gräben zuschüttete. Er erklomm den stellvertretenden Vorsitz im Unterbezirk Hagen/Ennepe-Ruhr und den Vorsitz im Stadtverband Hagen. Mit ihm kehrte fruchtbare und ausgleichende Ruhe ein. Unter seinem Vorsitz war ehrlicher demokratischer "Zwist" ein Vergnügen.

Das muss gesagt werden: Werner Schmidt ist in Altena geboren, wo er die ersten Rostflecken an den Reidemeisterschmieden entdeckte mit den Folgen für die Belegschaften.

Dieses immer währende Gefühl des Helfenwollens wurde ihm zum Lebens-inhalt und hatte auch christliche Wurzeln.

Die Wirren der Gegenwart haben ihn intensiv berührt. Ich weiß. Er wüsste auch Beruhigungsmittel. Und hatte Mut!

Er hat nie abgestritten, dass der Gräuel von rechts ihn mit Abscheu erfüllt. Die Mobilisierung aller demokratischen Kräfte hatte Vorrang. Absolut!

Anmerkung:

Werner Schmidt hat auch eine  „Werner-Schmidt-Straße" verdient.


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