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Hagener Geschichtsheft Nr. 6



Hagener Geschichtsverein (Hg.): Hagen 1968. Eine Stadt im Umbruch. Erinnerungen Hagener Zeitzeugen. Teil 3. Hagen 2004. Erschienen im Lesezeichen Verlag


‘Wir wollen alles - und das sofort!’ Überall in der westlichen Welt ent¬wickelten junge Menschen am Ende der 60er Jahre eine Lebensein¬stellung, die auf diese griffige Formel gebracht werden kann.
Auch im ‘Mikrokosmos Hagen’ wurden bis dahin unangefochtene Hierarchien in Familie und Öffentlichkeit lauthals und ungestüm der Kritik unterzogen. »Autoritäten und Disziplin galten als Feinde.« Dieses Zitat aus dem Beitrag ‘68 - Aufbruch an der Volme?’ fasst die Konflikte zusammen, die auf vielen Feldern oft erbittert ausgetragen wurden. Ohne Zweifel hatten sich in der Nachkriegszeit massive Probleme auf¬gestaut, die sich um 1968 entluden. Daraus erwuchsen - so der über¬einstimmende Tenor der Beiträge - nachweislich auch Lösungsansätze für die Folgezeit: verstärkte Demokratisierung und Mitbestimmung, wirtschaftlicher Strukturwandel, Friedensbewegung, Frauenemanzipation und -gleichstellung, Einsatz für die sog. Dritte Welt, Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten - Entwicklungen, für die auch viele Menschen in Hagen vielfältiges und couragiertes Engagement bewiesen. Dabei ist auch zu fragen: ‘Aufbruch - wohin?’ Denn nicht allen gelang der Umgang mit den gewonnenen Freiräumen.

Bei allem Ernst der aufgezeigten Problematik bietet dieses Geschichtsheft ein kurzweiliges und buntes Bild unserer »Stadt im Aufbruch«. Die Themen sind interessant gemischt, unterschiedliche Schreibstile wechseln sich ab, Anekdoten lassen schmunzeln. So entschwand allmorgendlich die brave Tochter in biederem Rock und Kniestrümpfen dem Blickfeld ihrer prinzipientreuen Mutter, schlüpfte hinter dem nächsten Busch in schicke Nylonstrümpfe, krempelte den verhassten Rock um - und fertig war das Girl im Minirock. Die Verkleidungsszene blieb nicht unbeobachtet - doch die verständnisvolle Nachbarin konnte schweigen.

Der vorliegende Band der ‘Hagener Geschichtshefte’ will mit der Aufarbeitung des lokalen Bezugs von >1968< zur Diskussion über den historischen Stellenwert dieser Zeit im Kontext der Stadtgeschichte anregen.

Bei Interesse: Hagener.Geschichtsverein@web.de


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