Pfad:  Home > Historische Vereine > Hagener Geschichtsverein > Publikationen

Hagener Geschichtsheft Nr. 5



Hagener Geschichtsverein (Hg.): So wie es eigentlich gewesen. Erinnerungen Hagener Zeitzeugen. Teil 2. Hagen 2002. Erschienen im Lesezeichen Verlag

Auch sie sind Hagener Stadtgeschichte: Die bedrückenden und mehr als nachdenklich stimmenden Zeitzeugenberichte dieses Heftes, deren Intensität und Nähe zum Geschehen ein dunkles Kapitel heimischer Geschichte lebendig werden lassen - den Opfern zum Gedenken und uns als Mahnung:

Die Erinnerungen von Giuseppe Barbero dokumentieren seine Zeit als Pfarrer für italienische Militärinternierte in Hagen und Dortmund von Dezember 1943 bis August 1945. Sein erschütternder Bericht veran¬schaulicht detailliert die unvorstellbaren Leiden und Grausamkeiten, denen seine Landsleute sowie Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter¬Innen anderer Nationen in den streng bewachten Lagern und bei der auszehrenden Arbeit in den Betrieben ausgesetzt waren. Hunger, unzu¬reichende Bekleidung und hygienische Zustände oder mangelnde ärzt¬liche Versorgung waren für sie noch das kleinere Übel...
Auch die Briefe des italienischen Militärinternierten Nicola Sinesi, die zeigen, dass seine Frau die an sie gerichteten Briefe nie erhalten hat, spiegeln neben den persönlichen Nöten und Sorgen die allgemeine Lage vieler seiner im Deutschen Reich internierten Landsleute eindrucksvoll wider. Für die Familie Sinesi sollte die Befreiung 1945 kein Wiedersehen mehr bringen - Nicola Sinesi war bereits Anfang Dezember 1944 bei einem Bombenangriff auf Hagen gestorben.

Von ganz anderer Seite beleuchtet Wolf-Dieter Schmitt die NS-Zeit in Hagen: Der 1929 geborene Sohn eines im NS-Regime politisch Verfolgten schildert, wie er als Jugendlicher unter den Unterdrückungsmaßnahmen der Nationalsozialisten in Hagen zu leiden hatte. Früh wurde er Augenzeuge, wie die Wohnung der Familie nach regimefeindlichem Material durchsucht wurde, erlebte die In-Schutzhaft-Nahme seines Vaters, musste jedes Wort, jede Handlung, ja selbst das äußere Erscheinungsbild gut überdenken, wurde wegen politischer Unzuverlässigkeit der Eltern als Schüler des Fichte-Gymnasiums abgelehnt... Kurz: Die Politik der Machthaber zog auch ihn und seine Familie in Mitleidenschaft.

Bei Interesse: Hagener.Geschichtsverein@web.de



Bitte beachten Sie das Copyright und Urheberrecht der Artikel, Abbildungen und sonstigen Inhalte. Jegliche kommerzielle und sonstige Nutzung von Artikeln und Inhalten, auch in Teilen, ist untersagt.