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Stadt- und Regionalgeschichte


Neuerscheinungen




Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Sollbach: Hagen. Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Essen: Klartext-Verlag 2008, 560 Seiten, zahlr. SW- und Farbabbildungen, 29,90 Euro. ISBN 78-3-89861-893-9





Die Idee, eine Hagener Stadtgeschichte herauszugeben, entstand bereits vor mehr als 10 Jahren. Damals führte Prof. Dr. Gerhard E. Sollbach vom Historischen Institut der Universität Dortmund erste Forschungsprojekte mit dem Historischen Centrum Hagen durch. Aus der Zusammenarbeit zwischen dem Geschichtsprofessor und dem dort tätigen Historiker Dr. Ralf Blank entstand schließlich ein ambitioniertes Buchprojekt. Mit der ausgewiesenen Historikerin Dr. Stephanie Marra von der Universität Dortmund wurde schließlich eine dritte Autorin gewonnen. Infolge der beruflichen Beanspruchung und weiterer Vorhaben zog sich die Arbeit am Buchprojekt über mehrere Jahre hin.

Als vorteilhaft erwies sich, dass die drei Wissenschaftler über unterschiedliche, aber sich gegenseitig ergänzende chronologische und thematische Schwerpunkte verfügen. Für einen abschließenden Beitrag über den Strukturwandel in der Region und die wirtschaftlichen Perspektiven für Hagen im 21. Jahrhundert wurde zudem mit Rudolf Wittig ein Fachmann von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer in Hagen herangezogen.

Das am Freitag (7. März) der Öffentlichkeit im Rathaus an der Volme durch den Hagener Oberbürgermeister Peter Demnitz vorgestellte Buch zur Geschichte der Stadt Hagen und ihrer Region umfasst 560 Seiten und enthält zahlreiche Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen. Die drei Autoren haben Dutzende Archive, Museen und Sammlungen besucht, um sich durch zahllose Urkunden, Dokumenten, Gemälden, Fotografien, Tagebüchern und sonstigen Aufzeichnungen zu arbeiten. Das Ergebnis dieser langjährigen Recherchen ist eine dichte Beschreibung, die eine neue Sicht auf die Stadtgeschichte öffnet. Bei dem im Klartext-Verlag in Essen erschienenen Buch handelt es sich somit um die erste zusammenfassende, aus einer modernen wissenschaftlichen Sichtweise bearbeitete Geschichte der Großstadt Hagen aus der Feder professioneller Historiker.

Der Band enthält mehr als 250 Fotografien, die teilweise bisher unveröffentlicht sind. Diese Aufnahmen werden als Bildquellen und Objektfotos in den jeweiligen historischen Kontext gesetzt. Sie ergänzen die Geschichtsschreibung und helfen auch mit, die historischen Ereignisse und Vorgänge nachzuvollziehen.

Die Autoren haben das Buch vor allem für interessierte Menschen geschrieben, die fundierte Informationen über die Geschichte Hagens und ihrer Region erfahren möchten. Für weitergehende Fragestellungen und Interessen enthält der Band ein umfassendes Quellen- und Archivverzeichnis sowie ausgewählte Literatur zu den einzelnen Kapiteln.

Die aufwendige Ausstattung des Buches wurde durch Spenden der Rathaus-Apotheke Dr. Klaus Fehske, des Unternehmens Cosi-Stahllogistik GmbH und der Diabetologischen Schwerpunktpraxis Dr. Jürgen Hasbach sowie dank der Unterstützung durch die SIHK zu Hagen möglich.

Die westfälische Großstadt Hagen blickt auf eine wechselvolle und weit in die Vergangenheit der eindrucksvoll gegliederten Landschaft reichende Geschichte zurück. Weltweit einzigartig sind zum Beispiel die 318 Millionen Jahre alten Fossilien, darunter riesige Libellen, urtümliche Quastenflosser und Einhorn-Haie, aus dem Steinbruch in Hagen-Vorhalle. In der Blätterhöhle in Hagen wurden 10.700 Jahre alte menschliche Überreste aus der Frühen Mittelsteinzeit entdeckt. Sie zählen zu den frühesten direkten Nachweisen anatomisch moderner Menschen im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen, aber auch zu den ältesten Menschenfunden aus der Nacheiszeit in Europa.

Im Frühmittelalter setzte mit der Eroberung der Wallanlage auf der Hohensyburg durch den fränkischen Herrscher Karl dem Großen im Jahre 775 die schriftliche Überlieferung ein, erst spärlich, dann aber immer dichter werdend.

Der Raum Hagen gehörte zunächst zur kölnischen Herrschaft Volmerstein, seit dem Ende des 14. Jahrhunderts zur Grafschaft Mark und ab 1609 zum Kurfürstentum Brandenburg bzw. ab 1701 zum Königreich Preußen. Die Grafschaft Limburg, deren Entwicklung und Geschichte in dem Band einen breiten Raum einnimmt, lag seit der Mitte des 13. Jahrhunderts im Osten des heutigen Stadtgebiets und war bis 1808 ein von der Mark und Preußen unabhängiges Territorium.

In der Frühen Neuzeit vollzogen sich im Raum Hagen seit dem 16. Jahrhundert wichtige historische Prozesse. Sie legten die Grundlagen für die weitere Entwicklung in der gesamten Region. Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 kam es in der Grafschaft Mark sowie auch in der benachbarten kleineren Grafschaft Limburg zu einem Wiederaufbau der Wirtschaft. Strukturelle Verbesserungen und Verwaltungsreformen in Preußen führten dazu, dass aus dem bis dahin kleinen Dorf an der Volme zunächst ein Flecken mit überörtlicher Bedeutung wurde, der am 3. September 1746 schließlich Stadtrechte erhielt. Der kleine Ort Limburg unter dem Schlossberg erhielt 1709 landesherrschaftliche Privilegien, die jedoch nicht Stadtrechten entsprachen, aber die Entwicklung eines kommunalen Gemeinwesens förderten. Während Hagen sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts zum Verwaltungszentrum für das Umland entwickeln konnte, war Limburg der Mittelpunkt der gleichnamigen Grafschaft, die mit 118 Quadratkilometern kleiner war als das heutige Stadtgebiet von Hagen (160 Quadratkilometer).

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts stieg Hagen dann zur führenden Stadt im märkischen Gewerbegebiet auf. Entscheidend dafür war die verkehrsgünstige Lage am Schnittpunkt wichtiger Fernstraßen, dann der frühe Anschluss an die Eisenbahn und schließlich die Industrialisierung. Das an den Flüssen Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe gelegene heutige Stadtgebiet ist das Ergebnis mehrerer Eingemeindungen zwischen 1876 und 1975. Sie umfassten eine Anzahl von benachbarten Gemeinden und Ämter sowie die Städte Haspe und Hohenlimburg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt durch mehrere Luftangriffe fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau und das „Wirtschaftswunder“, seit den 1970er Jahren die Stahlkrise und der Strukturwandel bestimmten die Nachkriegszeit. Die Darstellung der Stadtgeschichte schließt jüngste Entwicklungen und Ereignisse, wie die Eröffnung der Volmegalerie und die Einweihung des Rathauses an der Volme mit ein. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts orientiert sich die Stadt neu, um ihre historisch verankerte Funktion als Oberzentrum zu erfüllen.