Erforschung der "Blätterhöhle"
Eine bedeutende Fundstelle der Steinzeit
Die Grabungskampagne in der Blätterhöhle 2007
-> Neue spektakuläre Befunde im August 2007 auf dem Vorplatz
Ausgangsbasis
Die Bearbeitung der während der Kampagne im letzten Jahre geborgenen Funde sowie die Bearbeitung der Grabungsergebnisse erfolgte zwischen den Grabungskampagnen der Jahre 2006 und 2007. Die detaillierte Nachsuche in den Sedimenten der Grabungen des Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. aus dem Jahr 2004 ergab zahlreiche Steinartefakte, darunter auch mikrolithische Waffenprojektile.
Parallel dazu wurden in der Höhle und auf ihrem Vorplatz durch die Universität Köln Untersuchungen mit einem Georadar sowie durch das Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Hagen detaillierte Vermessungen vorgenommen. Die Untersuchungen mit dem Georadar ergaben, dass der Vorplatz aus einem bis zu 7 Meter starken Sedimentkegel besteht. Zusammen mit weiteren Feststellungen in der Höhle spricht dieser Befund dafür, dass es sich bei der Blätterhöhle um eine von Sedimenten und Felsversturz verschüttete und vermutlich größere Portalhöhle handelt.
Damit gleicht die Blätterhöhle dem Zustand vieler Höhlen in Deutschland im 19. Jahrhundert, und zwar zu einer Zeit, bevor sie ausgeräumt und zum Teil vollständig zerstört wurden. Die unberührte Befundlage und Überlieferung in der Blätterhöhle bietet der archäologischen Forschung deshalb einzigartige Möglichkeiten und Perspektiven.
Bisherige Ergebnisse der Grabungen in der Höhle
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Schädelrest eines frühmesolithischen Menschen (oben auf dem Stein liegend) und Wildschweinschädel (unten) in Fundlage. Blätterhöhle, 10.5.2007 |
Bei den Grabungen wurde zudem ein Übergangshorizont erreicht, der anzeigt, dass darunter mit ungestörten Schichten zu rechnen ist.
Am Donnerstag, 10. Mai 2007, kamen dann im Übergangshorizont interessante und bisher in dieser Form noch nicht bekannte Befunde zu Tage: Zwei große und vollständig erhaltene Wildscheinschädel (Keiler) und das Fragment eines menschlichen Schädels. Dieses Fragment konnte an das bereits 2004 geborgene mittelsteinzeitliche Schädeldach eines 25 - 35 jährigen Mannes angesetzt werden.
Damit liegen insgesamt drei Wildschweinschädel vor, die in unmittelbaren Kontext mit dem mittelsteinzeitlichen mernschlichen Schädelrest entdeckt wurden. Einer der Wildschweinschädel konnte bereits C14 datiert werden und ergab ein, mit dem menschlichen Schädelreste nahezu identisches Alter. Damit ist von einer absichtlichen Deponierung der Wildschweinschädel mit den menschlichen Resten auszugehen.
Diese in Europa einmalige Fundsituation wird Gegenstand weiterer Grabungen und naturwissenschaftlicher Untersuchungen der bislang geborgenen Funde sein.
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