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Erforschung der "Blätterhöhle"


Eine bedeutende Fundstelle der Steinzeit




Die Grabungskampagne 2006




Im Frühjahr und Sommer 2006 wurde die erste archäologische Grabungskampagne in der Blätterhöhle sowie auf ihrem Vorplatz durchgeführt. Die Grabungen fanden unter der Leitung von PD Dr. Jörg Orschiedt vom Historischen Centrum Hagen statt. An den Grabungen waren Dr. Birgit Gehlen, Dr. Werner Schön und Dr. Jan Kegler von der Universität Köln beteiligt.

Ziel der Untersuchung war die Frage nach möglicherweise vorhandenen archäologischen Schichten. Da anhand der C14-Daten eindeutig mindestens zwei Zeithorizonte vorliegen, sollte überprüft werden ob sich diese Zeithorizonte durch verschiedene Schichten trennen lassen.



Grabungen in der Höhle




Im März und April 2006 konzentrierten sich die Grabungen auf den bisher erschlossenen Innenraum der Blätterhöhle. In der Höhle musste die Grabungsmethode an die sehr beengten Raumverhältnisse angepasst werden. Die Arbeiten in der Höhle konnten daher nur liegend bzw. hockend durchgeführt werden. Der Materialtransport sowohl des Ausgrabungswerkzeuges als auch der Abtransport des abgegrabenen Sedimentes zur weiteren Untersuchung war mühsam und schwierig.

Sowohl die Vermessung, als auch die zeichnerische und fotografische Dokumentation der Befunde konnten nur unter Schwierigkeiten bewältigt werden. Um die Frage nach einer Schichtenfolge zu beantworten, wurden an zwei zentral gelegenen Stellen im mittleren Gangabschnitt der Höhle Profilschnitte angelegt.

Die Grabungen in der Blätterhöhle haben folgende wichtige Aspekte ergeben:



Eine Schichtung ist bis zum derzeit freigelegten Bodenniveau nicht zu erkennen. Das durch das Anlegen des Kriechganges von Mitarbeitern des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. abgegrabenen Sediment war zu über 90% durch Tiergänge gestört. Lediglich im untersten Bereich eines der beiden Profile war ungestörtes Sediment zu erkennen.
Unterhalb des jetzigen Bodenniveaus liegen wahrscheinlich weitgehend ungestörte Schichten vor, auch wenn in diesem Bereich ebenfalls noch mit der Aktivität von grabenden Tieren wie Dachsen gerechnet werden muss.
Es besteht die Möglichkeit, dass der Höhlenraum wesentlich größer ist als er derzeit erscheint. Diese Vermutung lässt sich durch die Tatsache begründen, dass an keiner Stelle innerhalb der Höhle im Bodenbereich der gewachsene Fels erreicht wurde und sich die Höhlenwände auf Höhe des Bodens deutlich verbreitern.



Die Grabungen auf dem Vorplatz der Höhle




Im August 2006 wurde im Bereich des Höhlenvorplatzes ebenfalls mit archäologischen Untersuchungen begonnen. Das Ziel dieser Sondagegrabung war die Klärung der Geländesituation und die Suche nach möglichen archäologischen Fundhorizonten.

Da bereits zahlreiche Steinartefakte innerhalb der Höhle entdeckt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass vor der Höhle eine Besiedlung stattgefunden hat. Zudem spricht die erkennbare Topographie des Platzes vor der Höhle für eine ideale Lagersituation für steinzeitliche Jäger und Sammler.

Bei der Grabung wurde unterhalb der Humusschicht eine dichte und teilweise mit großen Blöcken durchsetzte Schuttschicht freigelegt, die durch Verwitterungsprozesse der Felswand gebildet wurde.




Pfeilspitze aus dem Fundhorizont der Feuerstelle auf dem Vorplatz der Höhle

Während des Abgrabens der Schuttschicht zeigte sich, dass die Felswand unterhalb des angetroffenen Bodenniveaus deutlich zurückweicht. Der Blockschutt ist daher auf das Abbrechen eines ursprünglich vorstehenden Felsdaches zurückzuführen.

In rund 1, 20 m Tiefe wurde unmittelbar unterhalb der Versturzschicht ein gelbbraunes Sediment angetroffen, das einen archäologischen Fundhorizont enthielt. Unter den zahlreichen Funden befinden sich mehrere Steinartefakte aus Feuerstein, Kieselschiefer und Quarzit, Tierknochen sowie das Fragment eines menschlichen Schädeldaches. Zudem konnte anhand einer dunklen Verfärbung und der Konzentration von Holzkohlen, verbrannten Knochenresten und Brandlehm eine Feuerstelle freigelegt werden.

Durch den Fund von Waffenprojektilen aus Feuerstein, so genannte Mikrolithen, lässt sich dieser Fundhorizont vorbehaltlich der Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Datierung dem Mesolithikum zurechnen.




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