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24.11.2018 11:00

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Battle of the Ruhr


Der Ruhr Plan 1937-1939




Kraftwerke und Kokereien




Das Koepchen-Speicherkraftwerk am Hengsteysee bei Hagen, um 1931

Die seit 1935 forcierte Aufrstungspolitik des Deutschen Reichs, die Besetzung des Rheinlands im folgenden Jahr und das gleichzeitige militrische Eingreifen Deutschlands in den Spanischen Brgerkrieg sowie die deutsche Flottenrstung liessen besonders britische Politiker und Militrs eine latente Bedrohung des Friedens im Herzen Europas erkennen. In diesem Zusammenhang stand 1935 auch die Grndung des Bomber Command der Royal Air Force als offensive Luftstreitmacht bei mglichen militrischen Konflikten mit dem Deutschen Reich.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 lagen bereits eine Anzahl von britischen Bombardierungsplnen vor. Unter ihnen befand sich auch der von 1937 bis 1938 ausgearbeitete "Ruhr-Plan". Er sah gezielte Angriffe auf 19 Elektrizittswerke und 22 Grosskokereien im Rhein-Ruhr-Gebiet vor. Darunter befanden sich das Koepchen-Kraftwerk und das benachbarte Laufwasser-Kraftwerk am Hengsteysee bei Hagen, das "Gerstein-Werk" an der Lippe bei Werne und das Grokraftwerk der VEW in Dortmund. Aber auch Verschiebebahnhfe in Hamm, Schwerte und Duisburg, die Hafenanlagen von Dortmund und Duisburg sowie mehrere Stahlwerke an Rhein und Ruhr standen bereits 1937/38 auf der Ziellisten des britischen Air Ministry fr das Bomber Command der Royal Air Force.

Nach den Vorstellungen der britischen Zielplaner sollte bei Ausbruch eines militrischen Konflikts mit dem Deutschen Reich, die Rstungsindustrie im Rhein-Ruhr-Gebiet durch massive Luftangriffe sofort ausgeschaltet werden. Von diesen Bombardierungen erhoffte sich das britische Air Ministry im "Ernstfall" die Schwchung der Schlagkraft der deutschen Truppen bei einem Angriff gegen Frankreich. Allerdings berschtzten die britischen Zielplaner die mglichen Auswirkungen ihres Konzepts erheblich. Zur Durchfhrung der so genannten Western Air Plans fehlte es noch im Sommer 1939 an Maschinen, Personal und geeigneten Bomben.


Flugbltter und Luftaufklrung




Whitley-Bomber unternahmen am 3./4.9.1939 die ersten Flugblatt-Einstze ber dem Ruhrgebiet (Imperial War Museum, London)

Nach der britischen Kriegserklrung an das Deutsche Reich am 3. September 1939 musste sich die britische Luftkriegsfhrung zunchst auf Flugblattabwrfe und Aufklrungseinstze beschrnken. Die Beweggrnde dafr waren vor allem politischer Art. Bereits in der Nacht des 3./4. September 1939 flogen zweimotorige Whitley-Bomber den ersten Einsatz. ber dem Rheinland und das Ruhrgebiet wurden Millionen von Flugbltter mit dem Titel "Warnung - Grobritannien an das deutsche Volk" abgeworfen.

Die Aufklrungsflge und einzelne Bombereinstze auf militrische Ziele, wie zum Beispiel norddeutsche Marinewerften, Schiffsconvoys im Kanal und Flugpltze auf den Nordseeinseln, im Herbst 1939 und Winter 1939/40, besttigten, dass die allzu optimistischen Planungen der Vorkriegsjahre bezglich einer Luftkriegsfhrung nicht den Realitten entsprachen.

Die grsseren Luftangriffe am Tag, wie z.B. am 18. Dezember 1939 gegen den deutschen Marinesttzpunkt Wilhelmshaven, erwiesen sich fr das Bomber Command als verlustreich. Dagegen versprachen Nachtangriffe einen gewissen Schutz vor der deutschen Jagdabwehr und Flak. Aufgrund der konsequent durchgefhrten Verdunklung ber dem Deutschen Reich kam es jedoch zu erheblichen Navigations- und Orientierungsprobleme.



Zielwechsel



Zu Beginn des Kriegsjahres 1940 vermuteten die britischen Zielplaner, dass die damals hoch eingestufte Prioritt der Elektrokraftwerke und Kokereien in den Vorkriegsjahren berbewertet waren. Im April 1940 wurde vom Air Ministry eine neue Direktive herausgegeben. Nun fhrten Hydrierwerke zur Herstellung von synthetischem Treibstoff sowie Verschiebebahnhfe im Rhein-Ruhr-Gebiet die britischen Ziellisten an. Durch die Angriffe auf die Verschiebebahnhfe und einer hufigen Alarmierung in den Nachtstunden sollte auch die "Kriegsmoral" der Bevlkerung und Industriearbeiter getroffen werden.

Mit dieser Zielprioritt erffnete das Bomber Command dann einen Monat spter, am 15./16. Mai 1940, nach dem deutschen Luftangriff auf Rotterdam, den strategischen Bombenkrieg gegen das Deutsche Reich. Bis in den Winter 1940/41 standen Verschiebebahnhofe in Hamm, Soest, Schwerte, Osnabrck, Mnster, Duisburg, Kln und Dsseldorf immer wieder in den Angriffsbefehlen der Einsatzstaffeln des Bomber Command. Aber auch Hydrierwerke, Kokereien, Flugzeugwerke und andere Betriebe der Rstungsindustrie, wie vor allem die Krupp-Werke in Essen, wurden angeflogen.



Wichtige Hydrierwerke und chemische Betriebe im Ruhrgebiet


 Firma Produktion 
Gelsenkirchen Gelsenberg Benzin AG 480.000 t 
Gelsenkirchen Hydrierwerk Scholven AG 240.000 t 
Bottrop-Welheim Ruhrl AG 160.000 t 
Oberhausen-Holten Ruhrbenzin AG 80.000 t 
Moers-Meerbeck Treibstoffwerke Rheinpreuen 70.000 t 
Castrop-Rauxel Klckner-Wintershall AG 40.000 t 
Dortmund Hoesch Benzin GmbH 40.000 t 
Wanne-Eickel Krupp Treibstoffwerke GmbH 65.000 t 
Bergkamen Essener Steinkohle AG 85.000 t 
Duisburg-Meiderich Gesellschaft fr Teerverwertung GmbH 200.000 t 
Duisburg-Homberg Schmierlwerke Rheinpreuen > 3.600 t Schmierl 


Quellen und weitere Recherchen zu den Hydrierwerken im Zweiten Weltkrieg:
Reports




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