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Historisches Centrum
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Ankndigungen

Battle of the Ruhr


Mit Kanonen gegen Bomber





In der ersten Kriegsjahren wurden von der Flak auch Horchgerte eingesetzt, wie hier in Hagen, 27.9.1939

Am 9. August 1939 versprach Hermann Gring seinen "Volksgenossen" an Rhein und Ruhr, dass er sich persnlich um jede zustzliche Flakbatterie kmmern wrde, die im Ruhrgebiet eingesetzt werden sollte. "Denn das Ruhrgebiet werden wir auch nicht einer einzigen Bombe feindlicher Flieger ausliefern", sagte Gring damals in Essen.

Doch Grings grospuriges Versprechen, an das ihn die Bevlkerung und britische Flugbltter gleichermaen erinnern sollten, erwies sich bereits wenige Stunden nach der britischen Kriegserklrung an das Deutsche Reich, in der Nacht vom 3. zum 4. September 1939, als wenig wert. 19 zweimotorige Whitley-Bomber unternahmen in dieser Nacht Flugblattabwrfe ber Westdeutschland, ohne von der deutschen Flak daran gehindert zu werden.


Ausbau der Luftverteidigung




10,5 cm - Flakbatterie in Dortmund, Winter 1943/44

In den ersten beiden Kriegsjahren versprachen Flugabwehrkanonen - die so genannte Flak - im Deutschen Reich die einzige aus damaliger Sicht erfolgversprechende Luftverteidigung. Doch bereits 1940 erwies sich die Nachtjagd als ein zustzliches und wirkungsvolles Abwehrmittel gegen die zunehmenden britischen Bombenangriffe.




Ab 1944 wurden an den Flak-Scheinwerfern vor allem junge Frauen eingesetzt, Hagen-Haspe, November 1944

Die Nachtjagd wurde ab 1941 immer effektiver. In Frankreich, Belgien und den Niederlanden entstanden deutsche Radar-Stellungen. Dadurch war es mglich, anfliegende Bomberverbnde lange vor ihrem Einflug in das Reichsgebiet zu orten. Eine umfangreiche "Vorfeld"-Verteidigung des Reichsgebiets durch Flak nahm die gegnerischen Maschinen bereits ber Nordfrankreich unter Beschu. Auch die Nachtjagd bezog ihre Flugpltze hauptschlich im belgisch-niederlndischen Raum.

Als die 8. US-Luftflotte ab Sommer 1943 verstrkt in das Kriegsgeschehen eingriff, setzte in der deutschen Luftwaffe zustzlich der Ausbau von Tagjagdverbnden ein. Trotz zahlreicher "Erfolge" vermochten es weder die Flak- noch die Jagdverbnde, die alliierten Luftangriffe zu verhindern oder auch nur in einem nennenswerten Umfang einzudmmen.
















Fotografien aus Flakbatterien im Bereich der 22. Flak-Division im Raum Hagen-Bochum-Dortmund (G.E. Sollbach/R. Blank)



Elektronische Kriegsfhrung




"Wrzburg"-Radargert, zu Testzwecken von Mrz bis Juni 1941 in Hagen stationiert, 18.3.1941

Durch die Ausrstung der Flak-Batterien mit Radar-Gerten (dt. Funkme) ab 1941, wurde die Schlagkraft der Flugabwehr erhht. Auch die 200 cm groen "Leit-Scheinwerfer" waren in der Regel an einem Radargert angeschlossen. Die Flak verfgte ber das "Wrzburg"- und das "Mannheim"-Radargert. Beide Gerte konnten Ziele in einer Entfernung von bis zu 35 km relativ genau orten.

Im Bereich der Flak-Division befanden sich Radar-Stellungen mit Grogerten, wie zum Beispiel "Freya" und "Wrzburg-Riese". Mit ihnen konnte ein weites Gebiet berwacht werden. Die Luftwaffe und Nachtjagd verfgten ber eigene Radar-Stellungen, die in der Regel mit mehreren Grogerten ausgerstet waren. Aus konomischen und organisatorischen Grnden wurden ab Sommer 1943 mehrere Flak-Batterien zusammengelegt. Es entstanden zum Teil sogar Grobatterien mit ber 24 Geschtzen. Sie wurden von zwei Radar- und Kommandogerten gesteuert.

Die Alliierten versuchten ab 1943 die deutschen Radargerte wirkungsvoll zu tuschen und zu stren. Im Juli 1943, whrend der "Operation Gomorrha" gegen Hamburg, wurden Millionen von schmalen Stanionstreifen abgeworfen. Die "Windows" (dt. "Dppel") entsprachen der halben Lnge der Radar-Frequenz und strten die deutschen "Wrzburg"-Radargerte. Durch verschiedene Zusatzgerte, die ebenfalls zur "Freund-Feind-Kennung" in den Radargerten eingebaut wurden, gelang es, die Strungen zu reduzieren.

Ab 1944 setzten die Alliierten bei ihren Einflgen eine Vielzahl von elektronischen Manahmen ein, um die deutschen Radargerte auszuschalten. Neben kleinen Bomberverbnden, die mit Staniolstreifen eigene "Scheinkurse" legten und ber den Angriffszielen gleich tonnenweise "Windows" ausstreuten, kamen riesige Strsender zum Einsatz, die in viermotorige Maschinen eingebaut wurden.









"Mannheim"- und "Wrzburg"-Radargerte in Flakstellungen in Hagen, Dortmund, Castrop-Rauxel und Bochum, 1943-1945



Organisation der Flak im Rhein-Ruhr-Gebiet




Organisation der Flak-Einheiten im Ruhrgebiet, 1943-1945

Die bodengesttzte Luftabwehr wurde seit 1935 forciert ausgebaut. Nach der Einfhrung der allgemeinen Wehrpflicht entstanden zahlreiche Flak-Regimenter, die im Rhein-Ruhrgebiet z.B. in Dortmund, Iserlohn, Bochum, Essen, Kln, Duisburg und Wuppertal kaserniert wurden. Whrend der Sudetenkrise 1938 wurden im Rheinland und in Westfalen bereits mehrere Flakbatterien im Umfeld von Rstungsbetrieben und Verkehrsanlagen stationiert.

Bei Kriegsausbruch im September 1939 bezogen die fr das Rhein-Ruhr-Gebiet zustndigen Flakverbnde ihre vorgesehenen und teilweise bereits ausgebauten Stellungen. Doch erst im Frhjahr 1943 erhielt die Flakverteidigung im rheinisch-westflischen Industriegebiet eine bis Kriegsende bestehende Struktur.

Die 22. Flak-Division mit Befehlsstand in Dortmund war fr das stliche Ruhrgebiet, das Mnsterland, Ostwestfalen und Sdwestfalen, die 4. Flak-Division mit Sitz in Duisburg fr das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein sowie die 7. Flak-Division in Kln fr das Rheinland, das linksrheinische Gebiet und Bergische Land zustndig.


Die Illusion einer "Flakfestung"




Jugendliche "Luftwaffenhelfer" an dem Kommandogert 41 einer schweren Flakbatterie in Hagen, Oktober 1943

Im Bereich der Flakdivisionen von den Flak-Regimenter so genannte Flakgruppen gebildet. Sie waren fr die Flakkrfte in einem Stadtgebiet und in einer Region verantwortlich. Die Flakuntergruppen bestanden in der Regel aus Flak-Abteilungen und waren fr ein Schutzobjekt oder aber fr einen Stadtbezirk zustndig.

Fr die Luftverteidigung von Grostdten wie Bochum, Essen, Duisburg, Kln, Dortmund und Hagen war jeweils eine Flakgruppe mit mehreren Flakuntergruppen verantwortlich. hnlich strukturiert zeigten sich auch die Flak-Scheinwerferregimenter, die ebenfalls einzelne Gruppen und Untergruppen besaen. Im Bereich der Flakdivisionen operierten mobile Eisenbahnflak-Batterien, die an vorbereiteten Haltepunkten auf Bahnhfen stationiert wurden.



Im Herbst 1943 waren im eigentlichen Ruhrgebiet zwischen Duisburg und Hamm bzw. zwischen Rhein, Ruhr und Lippe rund 1.500 von schweren und etwa die gleiche Zahl von leichten/mittleren Flakgeschtzen stationiert. Seit Mrz 1944 erfolgte dann aber die Verlegung von zahlreichen Flakbatterien aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet in stliche Provinzen des Deutschen Reichs.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thringen und Oberschlesien sollten die Hydrierwerke und Betriebe der Luftrstungsindustrie geschtzt werden. Doch wie schon an Rhein und Ruhr erwies sich der starke Flakschutz, der Hitler Vorstellung einer "Flakfestung" entsprechen sollte, als eine Illusion.



Dennoch erwies sich die deutsche Flakverteidigung fr Zehntausende von alliierten Bomberbesatzungen als tdliche Waffe. Gerade das Rheinland und Ruhrgebiet waren von den alliierten Bombercrews gefrchtet. Aufgrund der starken Flakverteidigung erhielt diese Region die sarkastisch gemeinte Bezeichnung "Happy Valley" und "Land of no return".



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1994 ff. Ralf Blank - Alle Rechte vorbehalten.