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Ankndigungen

Battle of the Ruhr


Happy Valley




"Happy Valley" und "Land of no return"




"Ruhr Express", Herbst 1943 (Imperial War Museum, London)

Das Ruhrgebiet wurde im Zweiten Weltkrieg stndig bombardiert. Trotz aller Routine galt es bei den alliierten Bomberbesatzungen als ein besonderes Ziel, vergleichbar etwa mit der Reichshauptstadt, die als "Big B" bezeichnet wurde.

Die starke Luftabwehr an Rhein und Ruhr durch Flakbatterien und die geschlossen wirkende Stadt- und Industrielandschaft bte eine eigene Anziehungskraft aus. Dies versuchten die britischen und US-amerikanischen Bombercrews durch die Spitznamen "Happy Valley" und "Land of no return" auszudrcken.




"The Ruhr Valley Express", 1943 (Imperial War Museum, London)

Andere Besatzungen gaben sogar ihren Maschinen einen Bezug zum Ruhrgebiet. Die erste in Kanada gebaute viermotorige Avro Lancaster erhielt den Namen "Ruhr Express". Sie flog in der 405. Bomb Squadron der Royal Canadian Air Force.

Eine Lancaster der 550. Bomb Squadron trug den Namen "Phantom of the Ruhr". Der Halifax-Bomber der 158. (kanadischen) Bomb Squadron besa die Bezeichnung "The Ruhr Valley Express" und zeigte am Cockpit einen mit Bomben beladenen Eisenbahnzug.


US-amerikanische Tagesangriffe



Im Sommer 1942 waren in Grobritanien die ersten Einheiten der 8. USAAF eingetroffen. Die Amerikaner verfolgten ein bereits in den Vorkriegsjahren entwickeltes Konzept von Tagangriffe auf ausgewhlte Industrie- und Verkehrsanlagen. Zu diesem Zweck waren in den 1930er Jahren viermotorige Langstreckenbombere entwickelt worden, nmlich die Boing B-17 "Flying Fortress" und die Consolidated B-24 "Liberator".

Schon 1940-1941 hatte die US-amerikanische Luftwaffe eigene Angriffsplne entwickelt. Sie sahen "Przisionsangriffe" am Tage zum Beispiel auf Industrieanlagen in Essen, Hagen, Gelsenkirchen und Bochum sowie auf die Verschiebebahnhfe in Hamm, Schwerte, Essen und Duisburg vor. Doch erst im Frhjahr bzw. Sommer 1943 war die 8. US-Luftflotte tatschlich dafr gerstet, auch tief im deutschen Hinterland liegende Ziele zu bombardieren. Der Angriff auf den Marinesttzpunkt Wilhelmshaven am 28. Januar 1943 war der Auftakt fr die Luftoffensive der 8. USAAF.




Bombercrew einer B-17 nach ihrer Rckkehr vom Angriff auf Marl-Hls, 22.6.1943 (National Archives, College Park)

Bereits im Februar 1943 stand der Verschiebebahnhof in Hamm mehrfach auf den Angriffsbefehlen fr die Bombergruppen der 8. USAAF. Die wenig gnstige Flugwetterlage fhrte immer wieder zum Abbruch der Operationen. Am 4. Mrz 1943 war es dann soweit. Ein Verband von rund 80 B-17 hatte Hamm zum Ziel. ber der Nordsee und den Niederlanden wurde der Einsatz jedoch abgesagt.

19 Maschinen der 91. Bombardment Group flogen jedoch weiter nach Hamm und bombardierten den Bahnhof. Die Schden waren gro, mehr als 150 Menschen fanden in Hamm den Tod. Es handelte sich um den ersten US-amerikanischen Luftangriff auf ein Ziel tief im deutschen Reichsgebiet.

Mit einem Angriff auf die Chemischen Werke Hls bei Marl am 22. Juni 1943 erzielte die 8. USAAF ihren ersten greren "Angriffserfolg". Die Herstellung von synthetischem Gummi (Buna) wurde in Hls fr rund vier Wochen unterbrochen. Allerdings forderte dieser "Przisionsangriff" auch ber 180 Todesopfer unter den Arbeitskrften im Werk und in den umliegenden Wohnsiedlungen. Bis Jahresende 1943 unternahm die 8. USAAF wiederholte Angriffe auf die Hydrierwerke in Gelsenkirchen und verschiedene Ziele im Rheinland und in Westfalen.


Vorbereitungen fr die alliierte Invasion



Im Frhjahr 1944 wechselten sich US-amerikanische Tagesangriffe mit den britischen Flchenangriffen in den Nachtstunden ab. Zwischen Mrz und Mai 1944 erfolgten mehrere Operationen gegen Verschiebebahnhfe im Rheinland und in Westfalen. Die Bahnanlagen in Hamm wurden am Abend des 22. April 1944 von ber 600 Maschinen der 8. USAAF bombardiert. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden alliierten Invasion in Nordfrankreich richtete sich am 31. Mai 1944 eine Luftoperation der 8. USAAF gegen die Verschiebebahnhfe in Hamm, Schwerte, Soest und Osnabrck.








Angriff der 8. USAAF auf Hamm, 22.4.1944 (National Archives, College Park)


Das britische Bomber Command war ab Februar 1944 dem Befehl von SHAEF (Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force) unterstellt. Die britische Bomberflotte beteiligte sich an den Vorbereitungen der Invasion. Im April und Mai 1944 unternahm das Bomber Command eine Serie von schweren Flchenangriffen auf westdeutsche Stdte. Den Auftakt gab ein Angriff von 705 Maschinen auf Essen am 26./27. Mrz 1944. Bis Ende Mai 1944 folgten weitere Flchenbombardierungen auf Aachen, Kln, Dsseldorf, Dortmund und Duisburg.


Zum Thema

Blank, Ralf: Die "Battle of the Ruhr". Luftangriffe auf das Rheinland und das Ruhrgebiet im Frhjahr und Sommer 1943, in: historicum.net [26.10.2003], URL: www.bombenkrieg.historicum.net/themen/ruhrgebiet1943.html



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1994 ff. Ralf Blank - Alle Rechte vorbehalten.