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24.11.2018 11:00

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Battle of the Ruhr


Ruhrabriegelungs-Programm




Interdiction of the Ruhr





Angriffsfotos der 8. USAAF, Bochum-Langendreer, 16.2.1945 (National Archives, College Park)

Am 17. Februar 1945 wurde im Alliierten Oberkommando die Luftoffensive 'Interdiction of the Ruhr' ("Ruhrabriegelungs-Programm") beschlossen. Innerhalb eines Gebiets, das von einer Linie entlang mehrerer Eisenbahnbrcken von Bremen im Norden und Neuwied im Sdwesten begrenzt wurde, sollten alle Bahnanlagen, Industriebetriebe und Stdte systematisch bombardiert und zerstrt werden.

Hintergrund dieser Operation waren die Plne fr den Rheinbergang der alliierten Bodentruppen. Nach den Bodenoffensiven auf dem linksrheinischen Gebiet und in Richtung Kln, die Anfang Mrz 1945 abgeschlossen wurden, war der Weg fr die Eroberung des Ruhrgebiets und der Vorsto ins deutsche Hinterland frei. Die strategischen Bomberflotten begannen ab Ende Februar 1945 mit ihren Luftangriffen im Zusammenhang mit der Operation "Interdiction of the Ruhr".



Taktische Luftschlge




Zweimotorige A-26 "Invader" der 9. USAAF beim Bombenabwurf, Mrz 1945 (National Archives, College Park)

Seit Anfang Mrz 1945 griffen auch die zweimotorigen Mittelstreckenbomber der taktischen Luftstreitkrfte - die 9. US-Luftflotte und die 2. britische Tactical Air Force - verstrkt in das Kriegsgeschehen an Rhein und Ruhr ein. Ihre Ziele waren z.B. Kraftfahrzeugparks, Eisenbahn- und Straenbrcken, Kasernen, Flughfen, Nachschubdepots, Truppenlager und Verschiebebahnhfe.

Hufig handelte es sich dabei um Angriffsziele in Klein- und Mittelstdten, so z.B. in Schwelm, Iserlohn, Unna und Recklinghausen, die von greren Bombardierungen bisher verschont geblieben waren. Eine besondere Belastung fr die Bevlkerung waren die pausenlosen Angriffe von Jagdbombern auf fahrende Zge, Bahn- und Industrieanlagen sowie auf den Straenverkehr und Personen.



Flchenangriffe und Spezialoperationen




"Volltreffer" auf einen Hochbunker, ber 400 Tote, Hagen, 15.3.1945 (StadtA Hagen)

Zu den Hhepunkten der Luftoffensive gehrten zwei gewaltige Angriffe des Bomber Command mit jeweils ber 1.000 Maschinen auf Essen und Dortmund am 11. und 12. Mrz 1945. Hinzu kamen zwei nchtliche Flchenangriffe auf Hagen am 15./16. und Witten am 18./19. Mrz 1945.

Eine Anzahl von schweren US-amerikanische Luftangriffen hatten im Mrz 1945 die wichtigsten Verschiebebahnhfe an den Randzonen des Ruhrgebiets zerstrt. Den Auftakt bildete eine kombinierte Mission am 28. Februar 1945 gegen die Bahnanlagen in Hagen, Soest, Schwerte, Siegen, Arnsberg und Kassel. Die Tiefangriffe von Jagdbombern der taktischen Luftflotten richteten sich ebenfalls vor allem gegen den Schienen- und Straenverkehr im westdeutschen Raum.

Bis zum 20. Mrz zerstrten britische Bomber in Spezialoperationen mit berschweren "Erdbebenbomben" ('Grand Slam' und 'Tallboy') in Arnsberg, Vlotho, Bielefeld und Altenbeken die wichtigsten Eisenbahnbrcken auf den Hauptverkehrsstrecken in das Ruhrgebiet.





Mrz 1945: Abwurf von berschweren "Erdbeben-Bomben" auf Viadukte auf den Hauptverbindungsstrecken zum Ruhrgebiet (Imperial War Museum, London)


"Todeszone Ruhr"




Der zerstrte Ruhr-Viadukt bei Arnsberg, April 1945 (Imperial War Museum, London)

Die Alliierten berichteten in ihrer tglich ber Deutschland verbreiteten Flugblattzeitung Nachrichten fr die Truppe ausfhrlich ber die schweren Luftangriffe auf das Rhein-Ruhr-Gebiet.

Plakative Schlagzeilen in dieser US-amerikanischen Flugblattzeitung wie "Die Ruhr unter neuem Terror", "Essen geht in Flammen auf", "Bomben auf Dortmund blockieren die Ruhr", "Doppelschlag gegen Hagen", "Auch die Ruhr wird Todeszone" und "Die Ruhr steht in Flammen" dokumentierten dabei die Einschtzung dieser verheerenden Bombardierungen aus Sicht der Alliierten und signalisierten den deutschen Lesern die absolute alliierte Lufthoheit ber dem Reichsgebiet.



Bis Ende Mrz 1945 setzten die strategischen Luftstreitkrfte ohne Unterbrechung ihre Bombenangriffe auf das rheinisch-westflische Industriegebiet und das Umland fort. Der Hhepunkt dieser Luftoperation war bis zum 20. Mrz 1945 eine Serie von besonders schweren Bombardierungen sowie eine darauffolgende viertgige Luftoffensive.

Die Luftangriffe sollte den alliierten Rheinbergang im Raum Wesel und Rees vorbereiten. Vom 10. bis 20. Mrz 1945 wurden die Stdte Essen, Dortmund, Hagen und Witten durch britische Flchenangriffe buchstblich ausgelscht.

Aber auch zahlreiche an den Randzonen des Ruhrgebiets gelegene Klein- und Mittelstdte gingen im Bombenhagel der vier- und zweimotorigen Bomberverbnde unter. Die letzten greren Luftangriffe wurden zwischen dem 23. und 28. Mrz 1945 geflogen. Ein letzter britischer Flchenangriff zerstrte am 27. Mrz 1945 die historische Altstadt von Paderborn.




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