Battle of the Ruhr
Inhalt
Einleitung
Die "Waffenschmiede des Reiches"
| |
Hochöfen der Klöckner-Werke in Hagen-Haspe, einem der größten Stahlproduzenten des Rhein-Ruhrgebiets, um 1930 (StadtA Hagen) |
Zu den wichtigsten potentiellen Angriffszielen für das 1935 gegründete Bomber Command der Royal Air Force zählten zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 insgesamt 32 Kraftwerke und Kokereien im Rheinland und Ruhrgebiet. Darunter befanden sich die Elektro-Kraftwerke am Hengsteysee bei Hagen und das Gerstein-Werk an der Lippe bei Werne, aber auch die Talsperren der Möhne und Sorpe im Sauerland. Parallel zu den Zielplanungen in Großbritannien entwickelte auch die deutsche Luftwaffe konkrete Zielplanungen gegen Industrie- und Verkehrsanlagen in England.
Erste Luftangriffe im Mai 1940
| |
Erster Fliegeralarm in Hattingen/Ruhr, 3.9.1939 (StadtA Hattingen) |
Erst bei dem so genannten "Tausend-Bomber-Angriff" (Operation Millenium) auf Köln am 30./31. Mai 1942 entstanden erstmalig umfangreiche Sachschäden und mit über 460 Todesopfer auch größere Personenverluste. Die am 14. Februar 1942 vom britischen Verteidigungsausschuß politisch sanktionierte Strategie des 'area bombing', von Flächenangriffen auf die Infrastruktur und Wohngebiete in Großstädten, zeigte bis Jahresende 1942 immer größere Wirkung.
Air Battle of the Ruhr
| |
Zerstörte Staumauer der Möhne-Talsperre, 19.5.1943 (privat) |
Die Zerstörung der Möhne-Talsperre und die Luftangriffe auf Wuppertal, Dortmund und Köln waren für die deutsche Bevölkerung besonders verlustreiche "Erfolge" des Bomber Command. Im Frühjahr 1943 markierte die "Battle of the Ruhr" eine Wende im Luftkriegsgeschehen. Wie Stalingrad auf dem östlichen Kriegsschauplatz, so stellten die Rückwirkungen der Luftangriffe auf das Rhein-Ruhr-Gebiet eine empfindliche Niederlage für das nationalsozialistische Regime und für die deutsche Kriegsführung dar.
Verheerende Auswirkungen
![]() | |
Blick auf das zerstörte Stadtzentrum von Dortmund, August 1943 (Slg. Blank/Sollbach) |
Die Personenverluste infolge von Luftangriffen bewegen sich im Rheinland und in Westfalen bei rund 85.000 Menschen. Darunter befanden sich nicht nur deutsche Staatsangehörige, sondern auch zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern. Die KZ-Häftlinge waren in Aussenkommandos zur Bombenentschärfung, Schadensbeseitigung und in der Industrie "eingesetzt".
Die stark industrialisierte Städtelandschaft, in der 1939 über vier Millionen Menschen lebten, wurde bis März 1945 in Schutt und Asche gebombt. Als US-amerikanische Truppen im April 1945 die "Waffenschmiede des Reiches" eroberten, sah es so aus, als würden die Großstädte an der Ruhr, wie Essen, Dortmund, Mülheim, Oberhausen, Gelsenkirchen, Duisburg, Bochum und Hagen, nur noch historische Namen auf von der Geschichte überholten Landkarten darstellen.
Die dicht bebauten Zentren der vielfach schon im Mittelalter gegründeten Städte lagen in Trümmern, schmale Pfade markierten die einstigen Hauptverkehrsstraßen. Selbst alliierte Politiker und Militärs zeigten sich angesichts der Auswirkungen der Bombardierungen auf die Infrastruktur und die Bevölkerung schockiert.
Das Internet-Angebot
Das Internet-Angebot "Battle of the Ruhr" dokumentiert die Geschichte der mehrjährigen Luftoffensive gegen das Rheinland und Ruhrgebiet. Die Vorläuferseite entstand bereits im Sommer 1994 als experimentelles Begleitprojekt für eine Buchpublikation über den Zweiten Weltkrieg und die frühe Nachkriegszeit in der südwestfälischen Großstadt Hagen.
Seit 1994 wurde das Angebot auf amerikanischen und deutschen Universitätsservern gehostet, zuletzt an der Ruhruniversität Bochum. Anfang 1999 wurden die Seiten auf den Webserver des Historischen Centrums Hagen verlegt. Mit dieser Vorgeschichte ist das Online-Angebot "Battle of the Ruhr" eines der ältesten geschichtswissenschaftlichen Angebote im deutschsprachigen Internet. Die Seiten und die Inhalte wurden im April 2006 neu gegliedert und überarbeitet.
zurück zum Inhaltsverzeichnis
© 1994 ff. Ralf Blank - Alle Rechte vorbehalten.



