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Historisches Centrum
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Weltenbrand - Hagen 1914

Ausstellung 18. Mai - 10. August 2014 im Osthaus Museum Hagen

Battle of the Ruhr


Inhalt


Erster Weltkrieg Luftverteidigung 
Der Ruhr Plan Chronik der Luftangriffe 
Erste Bomben Literatur 
Flchenangriffe  
"Ruhrschlacht" Talsperren-Angriffe im Mai 1943 
Rckwirkungen Kinderlandverschickung (KLV) 
Happy Valley Luftwaffenhelfer ("Flakhelfer") 
Kriegsendphase  
Die Ruhr in Flammen English version 
"Ruhrkessel" Ruhr Pocket 


Einleitung


Die "Waffenschmiede des Reiches"




Hochfen der Klckner-Werke in Hagen-Haspe, einem der grten Stahlproduzenten des Rhein-Ruhrgebiets, um 1930 (StadtA Hagen)

Im Zweiten Weltkrieg war das rheinisch-westflische Industriegebiet stndigen Bombenangriffen ausgesetzt. Die Angriffsplne stammten teilweise noch aus dem Ersten Weltkrieg und wurden in den 1930er Jahren weiter ausgebaut. 1937 legte das britische Air Ministry im Rahmen der 'Western Air Plans' einen eigenen "Ruhr Plan" vor. Die Planungen sahen bei einem militrischen Konflikt sofortige Luftangriffe britischer Flugzeuge auf das Ruhrgebiet vor. Die Zielplaner versprachen sich Produktionsstrungen in der als "Waffenschmiede des Reiches" angesehenen Industrieregion an Rhein und Ruhr. Sie sollten sich auch auf die Schlagkraft der Wehrmacht auswirken.

Zu den wichtigsten potentiellen Angriffszielen fr das 1935 gegrndete Bomber Command der Royal Air Force zhlten zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 insgesamt 32 Kraftwerke und Kokereien im Rheinland und Ruhrgebiet. Darunter befanden sich die Elektro-Kraftwerke am Hengsteysee bei Hagen und das Gerstein-Werk an der Lippe bei Werne, aber auch die Talsperren der Mhne und Sorpe im Sauerland. Parallel zu den Zielplanungen in Grobritannien entwickelte auch die deutsche Luftwaffe konkrete Zielplanungen gegen Industrie- und Verkehrsanlagen in England.



Erste Luftangriffe im Mai 1940




Erster Fliegeralarm in Hattingen/Ruhr, 3.9.1939 (StadtA Hattingen)

Unmittelbar nach dem deutschen Angriff gegen Frankreich am 10. Mai 1940 begann das britische Bomber Command mit strategischen Luftangriffen auf das Reichsgebiet. Verschiedene Industrie- und Verkehrsanlagen in Stdten im Rheinland und in Westfalen waren 1940 und 1941 die Hauptangriffsziele fr die britischen Bomber. Bis Frhjahr 1942 hielten sich die Sachschden und Bevlkerungsverluste durch britische Luftangriffe jedoch in Grenzen. Zum Vergleich: Bis Juni 1941 hatten allein in Grobritannien bereits ber 41.000 Menschen bei deutschen Luftangriffen den Tod gefunden.

Erst bei dem so genannten "Tausend-Bomber-Angriff" (Operation Millenium) auf Kln am 30./31. Mai 1942 entstanden erstmalig umfangreiche Sachschden und mit ber 460 Todesopfer auch grere Personenverluste. Die am 14. Februar 1942 vom britischen Verteidigungsausschu politisch sanktionierte Strategie des 'area bombing', von Flchenangriffen auf die Infrastruktur und Wohngebiete in Grostdten, zeigte bis Jahresende 1942 immer grere Wirkung.



Air Battle of the Ruhr




Zerstrte Staumauer der Mhne-Talsperre, 19.5.1943 (privat)

Mit einem schweren Luftangriff auf Essen in der Nacht des 5./6. Mrz 1943 erffnete das britische Bomber Command eine bis Juli des Jahres andauernde Luftoffensive: die "Battle of the Ruhr". Bis auf die sdwestflische Stadt Hagen wurden alle Grostdte des rheinisch-westflischen Industriegebiets von schweren Flchenangriffen heimgesucht.

Die Zerstrung der Mhne-Talsperre und die Luftangriffe auf Wuppertal, Dortmund und Kln waren fr die deutsche Bevlkerung besonders verlustreiche "Erfolge" des Bomber Command. Im Frhjahr 1943 markierte die "Battle of the Ruhr" eine Wende im Luftkriegsgeschehen. Wie Stalingrad auf dem stlichen Kriegsschauplatz, so stellten die Rckwirkungen der Luftangriffe auf das Rhein-Ruhr-Gebiet eine empfindliche Niederlage fr das nationalsozialistische Regime und fr die deutsche Kriegsfhrung dar.



Verheerende Auswirkungen




Blick auf das zerstrte Stadtzentrum von Dortmund, August 1943 (Slg. Blank/Sollbach)

In der Kriegsendphase ab September 1944 kam es zu einer weiteren Steigerung des alliierten Bombenkriegs. Bis in das Frhjahr 1945 erfolgten zu jeder Tages- und Nachtzeit kombinierte Bombardierungen durch die britischen und US-amerikanischen Luftstreitkrfte.

Die Personenverluste infolge von Luftangriffen bewegen sich im Rheinland und in Westfalen bei rund 85.000 Menschen. Darunter befanden sich nicht nur deutsche Staatsangehrige, sondern auch zahlreiche auslndische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Hftlinge aus Konzentrationslagern. Die KZ-Hftlinge waren in Aussenkommandos zur Bombenentschrfung, Schadensbeseitigung und in der Industrie "eingesetzt".

Die stark industrialisierte Stdtelandschaft, in der 1939 ber vier Millionen Menschen lebten, wurde bis Mrz 1945 in Schutt und Asche gebombt. Als US-amerikanische Truppen im April 1945 die "Waffenschmiede des Reiches" eroberten, sah es so aus, als wrden die Grostdte an der Ruhr, wie Essen, Dortmund, Mlheim, Oberhausen, Gelsenkirchen, Duisburg, Bochum und Hagen, nur noch historische Namen auf von der Geschichte berholten Landkarten darstellen.

Die dicht bebauten Zentren der vielfach schon im Mittelalter gegrndeten Stdte lagen in Trmmern, schmale Pfade markierten die einstigen Hauptverkehrsstraen. Selbst alliierte Politiker und Militrs zeigten sich angesichts der Auswirkungen der Bombardierungen auf die Infrastruktur und die Bevlkerung schockiert.



Das Internet-Angebot



Das Internet-Angebot "Battle of the Ruhr" dokumentiert die Geschichte der mehrjhrigen Luftoffensive gegen das Rheinland und Ruhrgebiet. Die Vorluferseite entstand bereits im Sommer 1994 als experimentelles Begleitprojekt fr eine Buchpublikation ber den Zweiten Weltkrieg und die frhe Nachkriegszeit in der sdwestflischen Grostadt Hagen.

Seit 1994 wurde das Angebot auf amerikanischen und deutschen Universittsservern gehostet, zuletzt an der Ruhruniversitt Bochum. Anfang 1999 wurden die Seiten auf den Webserver des Historischen Centrums Hagen verlegt. Mit dieser Vorgeschichte ist das Online-Angebot "Battle of the Ruhr" eines der ltesten geschichtswissenschaftlichen Angebote im deutschsprachigen Internet. Die Seiten und die Inhalte wurden im April 2006 neu gegliedert und berarbeitet.



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1994 ff. Ralf Blank - Alle Rechte vorbehalten.