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13.10.11 19:00 Alter: 7 yrs

Geschichte der Juden in Hagen

Kategorie: Veranstaltungen, Vortrag, Box Ausstellungen, Presse, Box Aktuelles
Vortrag im Historischen Centrum Hagen
13. Oktober 2011, 19 Uhr

Die 1895 eingeweihte Synagoge in Hagen

Die frhesten Nachrichten ber Juden in Westfalen reichen bis in das 13. Jahrhundert zurck. In Hagen und in der 1975 eingemeindeten frheren Stadt Hohenlimburg finden sich die ltesten Erwhnungen allerdings erst im ausgehenden 17. und frhen 18. Jahrhundert. Whrend in (Hohen-)Limburg bereits 1782 eine Synagoge belegt ist, lsst sich in Hagen erst ab 1819 ein Bethaus und ab 1860 eine eigene Synagoge nachweisen.

Im 18. Jahrhundert und bis Mitte des 19. Jahrhundert besa (Hohen-)Limburg eine der grten jdischen Gemeinden in Sdwestfalen. Der berwiegende Teil der Juden im Residenzort der bis 1808 souvernen Grafschaft Limburg lebte vom Hausieren und dem Kleinhandel, darunter auch mit Glaswaren und Draht, der im Ort hergestellt wurde. In Hagen waren die Oberhupter der vier jdischen Familien gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Schlachter und Hndler ttig.

Ein Grund fr die im Vergleich zur benachbarten Grafschaft Mark, die zu Preuen gehrte, so hohe Zahl jdischer Familien waren sicherlich auch die Einnahmen fr das Grafenhaus. So waren um 1760 in dem kleinen Ort (Hohen-)Limburg zwlf jdische Familien mit ber 45 Angehrigen wohnhaft, in der greren Stadt Hagen dagegen nur vier Familien mit gerade einmal 12 Mitgliedern.

Die Juden mussten in der Grafschaft Limburg und in Preuen bis in das frhe 19. Jahrhundert hohe Schutz- und Geleitgelder, Zlle und weitere Abgaben entrichten. Auf diese Einknfte wollte gerade auch in (Hohen-)Limburg das damals finanziell angeschlagene Grafenhaus Bentheim-Tecklenburg nicht verzichten.

Sowohl in Hagen als auch in Hohenlimburg bildeten sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts eigene Synagogen-Gemeinden. Sie betreuten auch kleinere jdische Gemeinden im Umland. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Hohenlimburg und Hagen neue Synagogen erbaut. Doch whrend die Mitgliederzahl in der Synagogen-Gemeinde in Hohenlimburg von rund 150 Juden nach 1910 auf weniger als 50 Personen im Jahre 1929 zurckging, stieg die Zahl der Juden in Hagen an und erreichte um 1930 ber 600 Personen.

Der Vortrag beleuchtet die interessante Geschichte der Juden in Hagen bis zur nationalsozialistischen Machtbernahme 1933. Er zeigt, dass das Zusammenleben von Juden und Christen durchaus wechselhaft war. Die rechtliche Gleichstellung in der ersten Hlfte des 19. Jahrhunderts macht aus den Juden in Hagen dann aber deutsche Staatsbrger. Das verdienstvolle und erfolgreiche Wirken von Juden, unter anderem als Ratsherren und Kaufleute, hinterlie auch in Hagen vielfltige historische Spuren, die Antisemitismus und Nationalsozialismus nicht zerstren konnte.

Der Rckblick auf die Geschichte der jdischen Gemeinden in Hagen vor 1933 ist ein wichtiger Aspekt fr die Bildungsarbeit in Schulen, Archiven und Museen sowie fr das gesellschaftliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen.

Die Vortragsveranstaltung gehrt zum Begleitprogramm der Ausstellung Glaubenssache im Stadtmuseum Hagen und wird finanziert durch den Frderverein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V. Der Eintritt ist kostenlos.

Zur Referentin:

Stephanie Marra, Dr. phil., M.A., geb. 1970 in Hattingen. Studium der Geschichte, Ur- und Frhgeschichte und Romanistik in Bochum und Genua. Magistra Artium mit einer Arbeit ber eine frhneuzeitliche Eheverbindung in den reichsgrflichen Husern Nassau-Dillenburg und Bentheim. Promotion mit einer Studie zur Heirats- und Familienpolitik im Grafenhaus Bentheim in der Frhen Neuzeit. Fachreferentin fr Geistes- und Humanwissenschaften an der Universittsbibliothek Dortmund sowie Leiterin des Hochschularchivs der Technischen Universitt Dortmund. Lehrbeauftragte am Historischen Institut der Technischen Universitt Dortmund, Lehrauftrge an der Ruhr-Universitt Bochum. Forschungen und Verffentlichungen unter anderem zur Stadt- und Regionalgeschichte, westflischen Landesgeschichte des Mittelalters und der Frhen Neuzeit, zum frhneuzeitlichen Adel, zur jdischen Geschichte, zu gesellschaftlichen Randgruppen und zur Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie zur Rechtsgeschichte.
www.stephanie-marra.de