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Hagen 1939-1945


Ruhrabriegelungs-Programm




Im letzten halben Jahr des Krieges verstärkten die Alliierten ihre Luftangriffe auf das Deutsche Reich. Das "Ruhr-Abriegelungsprogramm" sollte im Februar und März des Jahres dieses wichtige Industriegebiet als Verkehrsknotenpunkt vom übrigen Territorium isolieren und ausschalten. Die 8. US-Luftflotte und das Bomber Command flogen daher zwischen dem 20. Februar und 20. März 1945 "rollende" Luftangriffe auf Stadtgebiete, Industrie- und Verkehrsanlagen im Rhein-Ruhrgebiet.

Die Auswirkungen auf die gesamtdeutsche Kriegswirtschaft waren verheerend. Da die Versorgung mit Steinkohle aus dem Ruhrgebiet fast unmöglich geworden war, kam es im Februar und März 1945 zu einer Krise. Ständige Jagdbomber-Tiefangriffe, gezielte Bombardierungen durch Mittelstreckenbomber der 9. US-Luftflotte sowie massive Luftschläge der beiden strategischen Bomberflotten ließen nun auch kleinere und mittelgroße Städte in Schutt und Asche versinken. In den letzten Wochen vor der Eroberung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets fanden noch Tausende Menschen den Tod im Bombenhagel.



US-amerikanische Tagesangriffe auf Hagen



Auch die Stadt Hagen wurde nicht verschont. Die 8. US-Luftflotte hatte am 28. Februar ihren ersten schweren Tagesangriff auf Hagen geflogen. Die Auswirkungen waren verheerend. Das Eisenbahngelände in den Stadtteilen Eckesey und Altenhagen wurde vollständig verwüstet. Mindestens 380 Menschen fanden den Tod. (ausführliche Darstellung des Angriffs ->)




B-17 der 351. Bomb Group, die am 10.3.1945 am Angriff auf Hagen beteiligt war (National Archives, College Park)

In den Abendstunden des 9. März 1945 sollten 250 viermotorige Bomber mit einem Flächenangriff auf Hagen den Auftakt für die Luftoperation "Bugle" (Signalhorn) am folgenden Tag geben. Aufgrund der ungünstigen Wetterprognosen sagte das Bomber Command diesen Angriff jedoch ab. So blieb der Bevölkerung der "Volmestadt" ein Doppelangriff durch britische Nachtbomber in den Abendstunden des 9. März 1945 und durch amerikanische Bomber am Vormittag des folgenden Tages erspart.

Die 8. USAAF führte am 10. März 1945 ihre am Vortrag geplante Mission gegen Eisenbahnanlagen im Einzugsbereich des Ruhrgebiets durch. Die 1. Air Division startete 457 B-17 gegen die Bahnhöfe in Sinsen bei Recklinghausen, Coesfeld, Schwerte und Hagen. 526 weitere B-17 der 3. Air Division sollten drei Bahnhöfe in Dortmund und in Soest, 376 B-24 der 2. Air Division die Bahnviadukte bei Arnsberg und Bielefeld sowie den Verschiebebahnhof Paderborn angreifen.




Crew der B-17 von Major Ralph J. White (mitte), der am 10.3.1945 die 401. Bomb Group gegen Hagen anführte (National Archives, College Park)

Hagen wurde von 113 B-17 der 351., 401. und 457. Bombardment Group angeflogen. Sie gehörten der 94. Combat Wing an, die in drei Gruppen (A -C) unterteilt war. Auf dem Zielanflug kam es bei der 401. unter der Leitung von Major Ralph J. White und der 457. Bombardment Group zu Problemen. Der Ausfall des Radargeräts in der Leitmaschine der 457. Bombardment Group führte zum Bombenabwurf von 38 Maschinen auf das Zweitziel Hamm. Zwei Staffeln der 401. Bombardment Group lösten ihre Bomben über Dortmund aus.

Von den 113 B-17, die ab 9.40 Uhr am 10. März 1945 gegen Hagen gestartet waren, konnten tatsächlich nur 36 Maschinen der 351. Bombardment Group unter der Leitung von Lieutnant Colonel James T. Stewart sowie eine Staffel mit neun B-17 der 401.Bombardment Group ihr Hauptziel, den Verschiebebahnhof Hagen-Eckesey bombardieren.



Fortsetzung

© 1995 ff. Ralf Blank - Alle Rechte vorbehalten.



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