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24.11.2018 11:00

Geokidz

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Hagen 1939-1945


Verschrfter Bombenkrieg




Die Stadt Hagen wurde erst wieder ber ein Jahr nach dem schweren Angriff vom 1. Oktober 1943, und zwar in den Abendstunden des 2. Dezember 1944, das Ziel eines britischen Groluftangriffes. Im Mai 1944 waren bereits die Eisenbahnanlagen von Hagen-Eckesey auf die Zielvorschlagslisten der 8. United States Army Air Force (8. USAAF) gesetzt worden. Der Hintergrund fr diese Luftangriffe waren die strategischen Vorbereitungen fr die Invasion im Juni des Jahres.

Hagen blieb im Frhjahr und Sommer 1944 von einem US-amerikanischen Tagesangriff verschont. Am 31. Mai 1944 bombardierte die 8. USAAF den Verschiebebahnhof im benachbarten Schwerte. Ein Dossier des Alliierten Oberkommandos (SHAEF) konstatierte im Mai 1944, dass die Stadt Hagen zu den wichtigsten Angriffszielen im rheinisch-westflischen Industriegebiet zhlt. Auch wurde die Bedeutung des AFA-Werks in Hagen fr den deutschen U-Bootbau in diesem Zusammenhang herausgestellt.


Im Fokus der alliierten Zielplaner




Mit dem Beginn der bis Jahresende andauernden zweiten "Battle of the Ruhr" im Oktober 1944 plante das britische Bomber Command an mehreren Tagen schwere Luftangriffe auf Hagen, die aufgrund von ungnstigen Wetterbedingungen und "hherwertigen" taktischen Grnden wiederholt abgesetzt werden muten. Nachdem das Rhein-Ruhrgebiet im Oktober und November 1944 massiven Bombardierungen durch die 8. USAAF und das Bomber Command ausgesetzt gewesen war, blieb es hingegen in Hagen relativ ruhig.

Erst in der zweiten November-Hlfte setzte das Bomber Command in zwei Nchten kleine Mosquito- Schnellbomberverbnde gegen die Stadt an der Volme ein. Sie sollten vermutlich die Strke der in Hagen stationierten Flugabwehr testen, die vergleichsweise gering war. Im April und Mai 1944 war nmlich ein Groteil der im Raum Hagen stationierten Flakbatterien abgezogen worden, um den Flakschutz von Treibstoffwerken im ostdeutschen Gebiet sowie im Rheinland und Ruhrgebiet zu verstrken.


Der zweite "Groangriff" auf Hagen





Handley Page Halifax, 1944 (Imperial War Museum, London)

Doch am 2. Dezember 1944 rettete weder das Wetter noch taktischen Grnde die Stadt Hagen. In den frhen Nachmittagstunden fiel im Hauptquartier des Bomber Command die endgltige Entscheidung fr einen Groangriff auf Hagen. Dieser Angriff wurde als schwerer Flchenangriff geplant. Die Zielplaner erhofften sich auch eine neuerliche Zerstrung der AFA-Werke im Stadtteil Wehringhausen sowie der groen Eisenbahnanlagen in Hagen-Eckesey/Altenhagen.

Im Gegensatz zum Angriff am 1. Oktober 1943 nahmen die 504 am Angriff beteiligten viermotorigen Lancaster und Halifax-Bomber diesmal hauptschlich schwere Minen- und Sprengbomben in ihre Schchte auf. Etwa 20 Prozent der Abwurfmunition bestand aus Stabbrandbomben. Gegen 17.00 Uhr am spten Nachmittag des 2. Dezember 1944 starteten die ersten schweren Bomber auf ihren ostenglischen Flugpltzen. Der Zielanflug auf Hagen erfolgte aus sdwestlicher Himmelsrichtung.




Zerstrte Johanniskirche, 3.12.1944 (L. Neuhoff, StadtA Hagen)

Der Angriff auf Hagen setzte ab 20.55 Uhr ein. Dichte Wolken verhinderten eine sichtbare Zielmarkierung, so dass die schweren Bomber mittels Bordradar angreifen muten. Bis 21.15 Uhr wurden in Hagen und in der Umgebung der Stadt rund 1.800 Tonnen Spreng- und Brandbomben abgeworfen.

Die Sachschden in der Stadt waren wiederum schwer, auch erlitt das AFA-Werk erneut umfangreiche Zerstrungen. Bis Anfang des folgenden Jahres lag der Betrieb fast vollstndig still. Tausende Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene mussten den Betrieb wieder notdrftig aufbauen.

Viel schlimmer als die Sachschden waren jedoch die hohen Personenverluste. ber 620 Menschen fanden in der Stadt und ihrer nheren Umgebung den Tod. Darunter befanden sich mindestens 100 auslndische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.



Fortsetzung

1995 ff. Ralf Blank - Alle Rechte vorbehalten.