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Focus Stadt Hagener Photographien

Vom 16. September 2014 bis 11. Januar 2015 im Stadtmuseum Hagen
Eine...

Aktuelles

21.09.2014 15:00

Bltterhhle und Hnenpforte

Archologisch-geologische Exkursion rund um die Hnenpforte
28.09.2014 11:00

Tauchfahrt in die Vergangenheit

Exkursion in den Steinbruch Hohenlimburg
5.10.2014 11:00

Ausblick in und ber das Sauerland

Geologische Exkursion in den Steinbruch Ambrock
5.10.2014 15:00

ffentliche Erlebnisfhrung

Von der Urzeit ins Mittelalter
12.10.2014 11:00

Vom Steine suchen und Fossilien finden

Steinbruch-Exkursion fr Kinder ab 4 Jahren

Gauleiter der NSDAP im Ruhrgebiet


Josef Terboven (1898-1945)


von Ralf Blank



Ortsgruppenleiter in Essen, 1925-1927
Leiter des Bezirks Essen, 1927-1929
Gauleiter in Essen, August 1929 - April 1945
Reichskommissar fr Norwegen, April 1940 - Mai 1945
Mitglied des Reichstags, September 1930 - Mai 1945



Jugend und Werdegang




Josef Terboven, 1934 (Sammelbild)

Josef Antonius Heinrich Terboven wurde am 23.5.1898 in Essen als Sohn eines Landwirts geboren. Als kriegsfreiwilliger Unterprimaner nahm er vom 22.6.1915 bis 22.12.1918 am Ersten Weltkrieg teil und wurde als Leutnant der Reserve entlassen. Zwischen 1919 und 1921 absolvierte Terboven ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Mnchen und Freiburg auf, das er jedoch ohne Abschlu abgebrochen hatte.

Von 1923 bis 1925 folgte eine Ausbildung als Bankkaufmann in Essen, anschlieend die bernahme als Bankbeamter. Terboven trat erstmalig 1923 und nach ihrem Verbot am 4.8.1925 erneut in die NSDAP (Mitgliedsnr. 25247) sowie in die SA ein und war zunchst Ortsgruppenleiter der Stadt Essen. 1927 wurde er als NSDAP-Bezirksleiter fr den Bezirk Essen eingesetzt.

Am 1.8.1929 erfolgte durch Hitler die Ernennung Terbovens zum Leiter des neugebildeten NS-Gaues Essen, im gleichen Jahr grndete er die Nationalzeitung in Essen. Seit dem 14.9.1930 besa Terboven als Abgeordneter fr den Wahlkreis 23 (Dsseldorf-West) ein Reichstagsmandat. Nach der Befrderung zum SA-Gruppenfhrer (9.11.1936: SA-Obergruppenfhrer) am 1.3.1933 und spter zum Preuischen Staatsrat, erfolgte 1935 die bernahme der Aufgabe des Oberprsidenten der Rheinprovinz.

Bei Terbovens kirchlicher Hochzeit in Essen am 28.6.1934 war auch Adolf Hitler anwesend, der unmittelbar nach dieser Feier nach Mnchen reiste, um den vermeintlichen Rhm-Putsch niederzuschlagen. Am 1.9.1939 wurde Terboven zum Reichsverteidigungskommissar im Wehrkreis VI ernannt (im April 1940 durch den Gauleiter von Kln-Aachen, Josef Groh, abgelst).


Reichskommissar in Norwegen




Terboven (r) mit Goebbels bei dessen Besuch in Norwegen, 28.11.1940 (Universitt Bergen)

Durch Erla Hitlers vom 24.4.1940 erfolgte unter Beibehaltung der Position als Gauleiter von Essen die Ernennung von Josef Terboven zum Reichskommissar fr Norwegen, staats- und besoldungsrechtlich vergleichbar mit der Position eines Reichsministers als Oberste Reichsbehrde. Mit der Fhrung der laufenden Amtsgeschfte wurde gleichzeitig der Stellvertretende Gauleiter von Essen, Fritz Schlemann, beauftragt.

Im Mrz 1942 erfolgte die Entbindung von Terboven von den Aufgaben des RVK fr den Wehrkreis VI. Die Aufgaben als Gauleiter von Essen wurden von Terboven, seit November 1942 zumindestens nominell auch RVK des Gaues Essen, anllich gelegentlicher Besuche in seinem Gaugebiets sowie in Form von Gesprchen mit fhrenden NS-Politikern wahrgenommen, z.B. nach Bombenangriffen auf seine "Gauhauptstadt", ber die er von Schlemann regelmig informiert wurde.

Als Reichskommissar fr Norwegen konnte Terboven mit Untersttzung der "Nasjonal Samling" von Vidkun Quisling ein gegenber SS und Wehrmacht weitgehend autonomes sowie fast absolutistisches Regime errichten. Der Name Terboven stand im besetzten Norwegen synonym fr eine brutale Besatzungs- und Terrorherrschaft gegenber der Zivilbevlkerung und besonders gegen die norwegische Widerstandsbewegung.

Anllich der deutschen Kapitulation am 8.5.1945 verbte Terboven mittels Sprengstoff in einem Bunker am Kronprinzenschloss Skaugum bei Oslo Selbstmord.


Quellen

Zum Lebenslauf und zur Parteikarriere Terbovens; BA Berlin, Bestand Reich (ehem. Bestand Berlin Document Center), Personalunterlagen Josef Antonius Heinrich Terboven, s. auch Kurzbiographie bei Httenberger 1969, S. 219 sowie Hffkes 1986, S. 345-348. Zu Terbovens Funktion als Reichskommissar fr Norwegen s. Hans-Dietrich Loock: Quisling, Rosenberg und Terboven. Zur Vorgeschichte und Geschichte der nationalsozialistischen Revolution in Norwegen. Stuttgart 1970 sowie Rebentisch 1989, S. 299-302.



Ralf Blank. Alle Rechte vorbehalten.