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Historisches Centrum
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Ankndigungen

Focus Stadt Hagener Photographien

Vom 16. September 2014 bis 11. Januar 2015 im Stadtmuseum Hagen
Eine...

Aktuelles

21.09.2014 11:00

Als Hagen am quator lag

Besonderes Angebot zum Tag des Geotops
21.09.2014 15:00

Hagen in alten Fotografien

Fhrung zur Ausstellung "Focus Stadt - Hagener Photographien" im...
21.09.2014 15:00

Bltterhhle und Hnenpforte

Archologisch-geologische Exkursion rund um die Hnenpforte
28.09.2014 11:00

Tauchfahrt in die Vergangenheit

Exkursion in den Steinbruch Hohenlimburg
5.10.2014 11:00

Ausblick in und ber das Sauerland

Geologische Exkursion in den Steinbruch Ambrock
5.10.2014 15:00

ffentliche Erlebnisfhrung

Von der Urzeit ins Mittelalter

Gauleiter der NSDAP im Ruhrgebiet



Biographien


Gauleiter



Paul Giesler, Westfalen-Sd, 1941-1943
Albert Hoffmann, Westfalen-Sd, 1943-1945
Dr. Alfred Meyer, Westfalen-Nord, 1930-1945
Josef Terboven, Essen, 1929-1945
Josef Wagner, Westfalen-Sd, 1930-1941



Stellvertretende Gauleiter



Fritz Schlemann, Essen, 1939-1945
Heinrich Vetter, Westfalen-Sd, 1936-1945



Bibliographie



Einleitung


von Ralf Blank
Das politische Fhrerkorps der NSDAP




NS-Funktionre auf dem Marsch durch die Stadt, Hagen, 1937

Das nationalsozialistische Regime sttzte sich bereits vor der "Machtbernahme" 1933 auf die regionalen "Hoheitstrger" der Partei. Als Angehrige der "Frontgeneration" (Detlev Peukert) des Ersten Weltkriegs hatten viele von ihnen einen groen Anteil am Aufstieg der NSDAP in den 1920er Jahren.

An der Konsolidierung der Partei und Gleichschaltung nach 1933 wirkten sie mageblich mit. Hufig waren sie auch politische Identifikationsfiguren in einer Region, deren Handeln und Wirken von der NSDAP nach 1933 historisierend verklrt wurde. Die Organisation der NSDAP auf kommunaler Ebene und in einer Region war dem "Fhrerprinzip" untergeordnet.

Die unterste hierarchische Stufe nahmen die Block-, Zellen- und Ortsgruppenleiter ein, gefolgt von den Kreisleitern, die Hoheitstrger der mittleren Funktionebene waren. Besonders wichtig fr die nationalsozialistische Herrschaftsausbung in einer Region waren jedoch die Gauleiter. Vielfach besaen sie neben ihrer Funktion als Gauleiter weitere hohe Partei- und Staatsmter.

In der Nachkriegszeit wurden die fhrenden Reprsentaten des NS-Regimes in einer unterschiedlichen Weise rezipiert: Whrend beispielsweise dem Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann ein politischer "Sonderweg" attestiert wurde, fielen andere NS-Spitzenfunktionre, wie z.B. die sdwestflischen Gauleiter Josef Wagner und Albert Hoffmann, weitgehend dem ffentlichen Vergessen anheim.

Biographische Studien sowie Untersuchungen ber die Strukturen, Aufgaben und Ttigkeiten von regionalen Funktionseliten in der NS-Zeit rcken seit den 1990er Jahren in den Fokus der Geschichtswissenschaft. Ein besonderer Aspekt sind dabei auch die Strafverfolgung und Entnazifizierung des NS-Fhrerkorps in der frhen Nachkriegszeit.


Drei NS-Gaue an Rhein und Ruhr




Karte des NS-Gaugebiets Westfalen-Sd mit den Kreisleitungen und Ortsgruppen, 1938

Das Ruhrgebiet war bereits vor 1933 in drei Gaugebiete unterteilt, die ihre Grenzen nach der nationalsozialistische "Machtbernahme" weitgehend behielten. Der Gau Westfalen-Sd mit der "Gauhauptstadt" Bochum war in etwa identisch mit dem Gebiet des Regierungsbezirks Arnsberg und umfate geographisch das mittlere und stliche Ruhrgebiet, das Sauer- und Siegerland sowie die Hellweg-Zone.

Der Gau Westfalen-Nord mit der "Gauhauptstadt" Mnster erstreckte sich vorwiegend auf das Mnsterland sowie Ostwestfalen und bezog die nrdlichen Teile des stlichen Ruhrgebiet mit ein.

Der Gau Essen erstreckte sich auf das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein zwischen der "Gauhauptstadt" Essen und Duisburg sowie bis zur niederlndischen Grenze im Nordwesten des Territoriums. Noch bis in die Kriegsjahre pflegten die Gauleiter im Ruhrgebiet einen ausgeprgten Partikularismus.



Vor allem die Gauleiter des Gaues Westfalen-Sd versuchten bis 1944 immer wieder, sich aus der verwaltungsmigen Abhngigkeit von der Provinz Westfalen (Oberprsident war der Gauleiter A. Meyer) zu lsen. Auf diesem Weg sollte ein eigener "Reichsgau" bzw. eine selbstndige Provinz gebildet werden.

Albert Hoffmann, der zunchst als Gauleiter-Stellvertreter in Westfalen-Sd eingesetzte Parteifhrer, fand bei seinem Dienstantritt im Februar 1943 entsprechende Absprachen zwischen seinem Vorgnger Paul Giesler und dem Oberprsidenten Dr. Alfred Meyer vor.

Damals gelang es der westflischen Provinzialverwaltung, das Reichsinnenministerium zu einem Veto zu bewegen. Im Sptsommer 1944 muten diese Planungen dann endgltig aufgegeben werden, nachdem sich Martin Bormann und Adolf Hitler dagegen ausgesprochen hatten.


Reichsverteidigungskommissare



Im September 1939 wurden einige Gauleiter zu Reichsverteidigungskommissare ernannt. Sie nahmen damit eine staatliche Funktion als Mittelinstanz zwischen Reichsbehrden und kommunaler bzw. regionaler Verwaltung ein. Im November 1942 erhielten alle Gauleiter in ihrem Gebiet diese Funktion.

In ihrer Funktion als Reichsverteidigungskommissare bten die Gauleiter unter anderem auch wichtige Kontroll- und Koordinierungsaufgaben der Staatsverwaltung aus, beispielsweise bei der Durchfhrung von Manahmen zum "Totalen Kriegseinsatz" ab August 1944.

Gleichzeitig waren die Gauleiter, ihre Stellvertreter sowie auch das sonstige regionale NS-Fhrerkorps (Orts- und Kreisleiter, Gauamtsleiter usw.) an der nationalsozialistische Terrorherrschaft und der Durchsetzung von verbrecherischen Befehlen beteiligt.

Zahlreiche Amtstrger der NSDAP waren tief in Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verstrickt. Viele von ihnen hatten an solchen Verbrechen auch aktiv teilgenommen. Der Internationale Militr-Gerichtshof in Nrnberg erklrte das politische Fhrerkorps der NSDAP dann auch zu einer verbrecherischen Organisation.



Ralf Blank. Alle Rechte vorbehalten.