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Historisches Centrum
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Ankndigungen

Siedlungsgeschichte, Teil 2


Bronzezeit





Beilklingen aus Bronze, ltere bis mittlere Bronzezeit, verschiedene Fundorte im Raum Hagen

Archologische Hinweise auf eine Besiedlung der Region in der Bronzezeit liegen mehrfach vor. Eine bronzezeitliche Siedlung wurde bislang jedoch noch nicht entdeckt und wissenschaftlich untersucht. Besonders in Wldern haben sich zahlreiche Grabhgel erhalten. Ein Teil von ihnen datiert nach den wenigen Ausgrabungen in die ltere und mittlere Bronzezeit. Einzelfunde von Flachbeilklingen aus Kupfer und zinnarmer Bronze knnten in die bergangsphase von der Stein- zur Metallzeit datieren.

Neben bestimmten Pfeilspitzen-Typen und auch steinernen xten handelt es sich vor allem eine Anzahl von bronzenen Beilklingen, die als Besiedlungsspuren zu bewerten sind. Seltener berliefert sind dagegen Lanzenspitzen, Trachtzubehr und Schwertklingen. Zu den herausragenden Funden der Bronzezeit in Westfalen gehren die drei Langschwerter aus der Urnenfelderzeit, die bereits 1876 am Kaisberg in Hagen-Vorhalle, nicht weit entfernt vom Museum fr Ur- und Frhgeschichte Wasserschloss Werdringen, entdeckt wurden.

Auch aus den Hhlen des sauerlndischen Massenkalks sind bronzezeitliche Funde bekannt. Bemerkenswert ist ein frhbronzezeitlicher Riesenbecher, der in einer Spaltenhhle an der Sonderhorst im Grnetal bei Iserlohn-Letmathe aufgefunden wurde. Der Fund war mit Knochen von Menschen und Tieren vergesellschaftet.


Eisenzeit





Wasservogel, ltere Eisenzeit, Groe Burghhle im Hnnetal

Funde aus der Eisenzeit, die in Anlehung an die alpine und sddeutsche Chronologie in die ltere Hallstatt- und jngere Latne-Zeit unterteilt ist, liegen im Raum Hagen vor allem aus Hhlen und Felsspalten in groer Zahl vor. Eisenzeitliche Siedlungen sind bisher nur vereinzelt nachgewiesen.

Die Nutzung und Funktion der Hhlen whrend der Eisenzeit ist noch unklar. Da die Sedimente in den bekannten Hhlen im Lenne- und Hnnetal zum Teil bereits im 19. Jahrhundert zerstrt wurden, fehlt es an modernen wissenschaftlichen Untersuchungen. Als Siedlungsorte waren viele Hhlen zweifellos nicht geeignet. Ob ihnen aber deshalb ausschlielich eine Funktion als Kult- und Begrbnispltze zugewiesen werden kann, muss derzeit noch offen bleiben.

Die Hhlen im Sauerland lieferten auch ungewhnliche Funde, wie zum Beispiel die Bronzeplastik eines Wasservogels, die aus dem sdalpinen Raum stammt, sowie eine hallstattzeitliche Plattenfibel, die ebenfalls dem alpinen Raum zugewiesen werden kann.


Rmische Kaiserzeit




Eindeutige Siedlungsspuren aus der Rmischen Kaiserzeit und der sich anschlieenden Vlkerwanderungszeit sind im Raum Hagen bisher nicht nachgewiesen. Einzelfunde und kleinere Schatzfunde (bei Haspe-Vogelsang und Rummenohl) von rmischen Mnzen, Schmuck und Kleinplastiken, rmische Keramik auf Oberflchenfundpltzen und die Reste eines abgebrannten, bei der Grabung durch Heimatforscher nicht dokumentierten Gebudes in Hagen-Elsey sind die einzigen Siedlungsspuren.

Die wenigen Funde deuten darauf hin, dass in der Region offenbar eine einheimische, germanische Bevlkerung ansssig war. Im Hnnetal bei Balve fanden sich dagegen frhkaiserzeitliche Siedlungsreste sowie Hinweise auf die Gewinnung und Verarbeitung von Bleierz aus dem anstehenden Massenkalk. Diese Befunde knnten auf rmische bzw. im rmischen Auftrag stehende Bergbau- und Verhttungsaktivitten im Sauerland stehen.


Mittelalter





Plateaufibel mit Kreuz in Grubenschmelztechnik, 10./11. Jahrhundert, Hagen-Garenfeld

Archologische Funde aus dem Mittelalter liegen in vielfltiger Form vor. Oberflchenfunde dokumentieren die Besiedlung der Region seit dem 8. Jahrhundert. Im Norden von Hagen, auf Dortmunder Stadtgebiet, befindet sich die Hohensyburg. Die frhere Wallanlage der Sigiburg wurde 775 von karolingische Truppen erobert. Mit der schriftlichen Erwhnung dieses Ereignisses in den Lorscher Annalen um 800 tritt der Raum Hagen in die Geschichtsschreibung.

Im Volmetal bei Hagen-Ambrock liegt sich eine weitere groe Wallanlage, die jedoch in keiner mittelalterlichen Schriftquelle erwhnt wird. Archologische Untersuchungen in den 1930er und 1950er Jahre lieferten wenige Keramikreste, die zumindest auf eine Datierung in das 10./11. Jahrhundert hindeuten. In der Nhe dieser Wallanlage, in Hagen-Delstern, wurden in den 1990er Jahren die Teile einer frh- und hochmittelalterlichen Handwerkersiedlung ausgegraben.

An der mittleren Ruhr, an Ennepe, Volme und Lenne haben sich zahlreiche kleine Adelssitze erhalten. Ihre Vorgngerbauten waren hufig Turmhuser und Turmhgelburgen, die so genannten Motten. Auf dem Stadtgebiet von Hagen liegen mehrere Hhenburgen aus dem 13. Jahrhundert. Vor allem die ehemals kurklnische Raffenburg bei Hagen-Holthausen lieferte bei Ausgrabungen durch "Heimatforscher" zahlreiche Funde. Das Historische Centrum Hagen plant derzeit systematische wissenschaftliche Grabungen und archologische Untersuchungen an den mittelalterlichen Siedlungsspuren und in den Burgen in Hagen.