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Siedlungsgeschichte


Steinzeit | Metallzeiten



Paläolithikum





'Fäustel' aus dem Micoquien-Horizont in der Balver Höhle (Grabung 1939, Schicht III)

Auf den Flußterrassen der Lenne in Hagen-Garenfeld und Hagen-Herbeck wurden Artefakte entdeckt, die von ihrer Schlagtechnik und Bearbeitung dem Mittelpaläolithikum entsprechen. Eine genauere Datierung ist zur Zeit nicht möglich. Aus den Höhlen in den Tälern von Lenne und Hönne sind typische Werkzeuge der Keilmessergruppen des späten Mittelpaläolithikums bekannt.

In das Spät- und Endpaläolithikum datieren mehrere Inventare und einzelne Geräte, die auf Oberflächenfundplätzen an der Ruhr und Lenne entdeckt wurden. Aber auch in Höhlen und unter Felsdächern fanden sich steinerne Werkzeuge aus diesem Abschnitt der Altsteinzeit. Unter den Freiland- und Höhlenfunden befinden sich auch Rückenspitzen und Stielspitzen. Diese charakteristischen Pfeilprojektile datieren in das Endpaläolithikum.


Mesolithikum





Mikrolithen von einem Fundplatz der Mittelsteinzeit im nördlichen Sauerland

Im südwestfälischen Bergland sind zahlreiche mesolithische Oberflächenfundplätze und einige Höhlenstationen bekannt. Die mesolithischen Fundplätze liegen im gebirgigen Teil südlich der Ruhr und auf den Höhenzügen entlang der Lenne und Volme. Aber auch oberhalb der Talauen von Ruhr und Lenne, auf den unteren Flußterrassen, sind mesolithische Fundplätze nachgewiesen.

Eine Chronologie für das Mesolithikum in Westfalen und im Rheinland fehlt bisher. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Region in mehreren Zeitabschnitten vom Präboreal bis zum Atlantikum, also vom Früh- bis zum Spätmesolithikum, aufgesucht wurde. Ob das kontinuierlich oder aber in bestimmten Phasen geschah, muss bisher offen bleiben.

Als überregional bedeutend haben sich die Skelettreste von Menschen aus der "Blätterhöhle" in Hagen-Holthausen erwiesen. Sie datieren in das Frühmesolithikum vor rund 10.700 Jahren. Die menschlichen Überreste reihen sich in einige wenige vergleichbare Funde aus dem älteren Holozän in Europa ein.


Neolithikum





Bandkeramische Funde aus Hagen-Garenfeld

Die Besiedlung der Region im Neolithikum kann vorerst nur anhand von Oberflächenfundplätzen und einzelnen Bodenfunden nachvollzogen werden. Eine Ausnahme ist die "Blätterhöhle" bei Hagen-Holthausen. Dort wurden menschliche Überreste aus dem Jungneolithikum entdeckt.

Auf den Flußterrassen von Ruhr und Lenne sind archäologische Hinweise auf Siedlungen während der Linearbandkeramischen Kultur vorhanden. Bei Hagen-Garenfeld und Hagen-Herbeck wurde charakteristische Keramik gefunden.

Aus dem Mittelneolithikum sind neben zahlreichen Oberflächenfunden vor allem Keramikgefäße aus der "Oeger Höhle" bei Hagen-Hohenlimburg bekannt. Auf dem Stadtgebiet von Iserlohn liegt bei Letmathe der "Burgberg". Auf diesem Bergmassiv oberhalb der Lenne konnten Spuren einer mittelneolithischen Besiedlung festgestellt werden.




Geräte aus süddeutschem Plattenhornstein des Typs Abensberg-Arnhofen, verschiedene Fundorte im Raum Hagen

Ähnlich disperat ist auch die Fundlage für das Jung- und Spätpaläolithikum. Charakteristische Geräteformen aus niederländischem Importfeuerstein geben Hinweise auf die Michelsberger Kultur. In den spätneolithischen Abschnitt der Becherkulturen gehören wohl mehrere Pfeilspitzen und Spandolche.

In der Region wurden zahlreiche neolithische Artefakte aus importierten Silex- und Felsgesteinsorten entdeckt. Eine größere Anzahl von Steingeräten besteht aus unterschiedlichen, im Neolithikum bergmännisch gewonnenen Feuersorten aus französischen, belgischen und niederländischen Vorkommen.

Im Raum Hagen sind auch Artefakte aus süddeutschen Plattenhornsteinen nachgewiesen. Bei Abensberg-Arnhofen und Baiersdorf wurden seit dem Frühneolithikum bestimmte Hornsteinsorten in einem großen Umfang bergmännisch gewonnen. Die Fundplätze im Raum Hagen liegen über 500 km von den Herkunftsorten entfernt.




Beilklingen aus alpinem Nephrit, verschiedene Fundorte im Raum Hagen

Zahlreiche Beilklingen aus Felsgestein, vor allem Dechsel aus dem Früh- und Mittelneolithikum, bestehen unter anderem aus Amphibolit. Dieses Gestein steht unter anderem im Bereich der Böhmischen Masse an.

Einige spitznackige Beilklingen wurden aus dem extrem harten Nephrit gefertigt. Er stammt vor allem aus dem alpinen Raum. Die grünliche Färbung und die sehr glatte Politur dieser Beilklingen zeugt von einer besonderen Auswahl und Behandlung des Rohmaterials.

Die Steinwerkzeuge aus ortsfremden, zum Teil in Hunderten Kilometern vom Fundort vorkommenden Rohmaterialien belegen, dass die Region im Neolithikum bereits in ausgedehnte Kommunikationsnetze und Transportwege einbezogen war.




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