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24.11.2018 11:00

Geokidz

Exkursion in den Steinbruch Hohenlimburg für Kinder ab 4 Jahren

Stadtchronik


Frühe Neuzeit


16. Jahrhundert




1505
Um seinen Anteil an der Grafschaft Limburg nicht in die Hände der Grafen von Neuenahr fallen zu lassen, adoptiert der kinderlose Graf Johann I. von Limburg-Broich 1505 seine Nichte Irmgard von Sayn. Auf diesem Weg macht er sie zu seiner Erbtochter. Nach Johanns Tod im Juli 1511 fällt die vom Grafenhaus Limburg verwaltete Hälfte der Grafschaft Limburg an seinen Schwiegersohn Graf Wyrich V. von Daun-Falkenstein.

1521
Vereinigung der beiden Herzogtümer Jülich-Berg und Kleve-Mark unter Herzog Johann III. von Kleve-Mark. Hagen gehörte bis dahin zum Herzogtum Kleve-Mark. Die Grafschaft Limburg war dagegen ein Lehen des Herzogtums Jülich-Berg. Durch den Zusammenschluss der beiden Fürstentümer befinden sich das Gericht Hagen und die Grafschaft Limburg zum ersten Mal unter einer Lehnshoheit.

1546, Mai 17
Nach seiner Belehnung durch Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg vereinigt Graf Gumprecht IV. von Neuenahr-Alpen die beiden Anteile der 1460 geteilten Grafschaft Limburg in seinem Familienbesitz. Durch seine Heirat 1542 mit der Tochter von Graf Wyrich V., Amöne von Daun-Falkenstein, ist Graf Gumprecht IV. bereits 1542 in den Besitz der dem Grafenhaus Neuenahr fehlenden Anteils an der Grafschaft gelangt.

1550
Im Milchenbachtal bei Holthausen wird eine Erzgrube erwähnt. Auf dem Gebiet des Gerichts Hagen ist seit der Frühen Neuzeit ein Bergbau auf Steinkohle, Blei, Eisen, Kupfer, Schwefelkies, Alaun, Zink und Galmei belegt. Das Bergrecht im Gericht Hagen regelt die am 27. April 1542 erstmalig erlassene Bergordnung Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg.

1554
Einführung der Reformation in Hagen durch den Pfarrer Johann Wippermann (+ 9. Oktober 1610).

1571, November 4
Burkhard Stade aus Essen legt im Nahmertal unterhalb der Limburg mit Genehmigung des neuen Landesherrn, Graf Adolf von Neuenahr, einen Kupferhammer an. In der Urkunde wird erstmalig auch eine bereits bestehende Drahtrolle im Nahmertal erwähnt.

1582, Januar
Graf Adolf von Neuenahr erlässt die erste Polizeiordnung für die Grafschaft Limburg. Sie orientiert sich an der Reichspolizeiordnung von 1577. Als frühneuzeitliches Reglement soll sie eine Richtlinie für das Zusammenleben der Bevölkerung, das Rechtssystem und die Verwaltung geben. Das Territorium besteht 1582 aus den sechs Kirchspielen Elsey, Berchum, Hennen, Ergste, Östrich und Letmathe.

1584, November 7
Nach einer sechswöchigen Belagerung wird das Schloss Hohenlimburg den Truppen des Kölner Erzbischofs übergeben. Die Grafschaft und die Burg werden bis 1610 militärisch besetzt gehalten.

1592, November 30
Belehnung des Grafen Arnold IV. von Bentheim mit der Grafschaft Limburg durch Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg. Graf Arnold ist seit 1573 mit Gräfin Magdalena von Neuenahr-Alpen verheiratet. Sie erbt einen Teil des Besitzes ihres 1589 kinderlos verstorbenen Bruders Adolf. Da die Grafschaft und Burg von kurkölnischen Truppen besetzt ist, kann Graf Arnold die Regierung nicht antreten.


17. Jahrhundert




1611
Nach ersten Ansätzen im 16. Jahrhundert führen die Grafen von Bentheim in der Grafschaft Limburg die Reformation ein. Lediglich in Letmathe besteht eine größere katholische Gemeinde fort. Das Patronat nehmen dort die Freiherren von Brabeck auf Haus Letmathe wahr.

1612, November 1
Bestätigung der Wohnsitznahme für sieben Bewohner im Wesselbachtal unterhalb der Hohenlimburger Schlossanlage durch Graf Conrad Gumprecht zu Bentheim-Tecklenburg und seine Mutter, Gräfin Magdalena zu Neuenahr.

1618-1648
Im Dreißigjährigen Krieg kommt es im Raum Hagen wiederholt zu Einquartierungen, Plünderungen und Brandschatzungen. Zugleich fordern schwere Pestepidemien in den Jahren 1620/21,1636 und 1645 zahlreiche Todesopfer, so daß mitunter ganze Dörfer aussterben. Ende 1633 werden das Schloss Hohenlimburg und die Grafschaft von kaiserlichen Truppen für drei Jahre besetzt gehalten. Die "Kölnische Straße" durch das Ennepetal wird von Truppen aller kriegsführenden Mächte als Marschweg genutzt.

1647
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ("der Große Kurfürst") beansprucht die Landeshoheit über die Grafschaft Limburg. Am 31. März 1649 kommt es zu einem Vergleich zwischen dem Grafen Moritz zu Bentheim-Tecklenburg, Landesherr der Grafschaft Limburg, und dem Kurfürsten, dem Nachfolger der Herzöge von Jülich-Kleve-Mark und Berg als Lehnsherrn, über die Landeshoheit und Gerichtsbarkeit in der Grafschaft.

1661, Mai 1
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg veranlaßt die Ansiedlung von Klingenschmieden aus Solingen in der Grafschaft Mark, die sich vor allem in Eilpe niederlassen. Die Klingenschmiede gründen daraufhin in Eilpe u.a. die "Lange Riege".

1664, Oktober 9
Auf der Richtstätte am Hasperbruch bei Haspe wird ein wegen Mord verurteilter Mann enthauptet. Der Richtplatz ist die zentrale Hinrichtungsstätte für das Amt Wetter. Für das späte 16. Jahrhundert ist eine Richtstätte auf der Boeler Heide belegt. In der Grafschaft Limburg befindet sich die Richtstätte in der Nähe des Dorfes Reh. Auch hier finden im 17. Jahrhundert urkundlich belegte Hinrichtungen und Körperstrafen statt.

1669, Juli 3
Pfalzgraf Philipp Wilhelm von Neuburg - als Herzog von Jülich-Berg - und Graf Moritz von Bentheim-Tecklenburg schließen einen Vertrag. Gegen Zahlung von 10.000 Reichstaler entlässt der Pfalzgraf die Grafschaft Limburg aus der seit 1242 bestehenden bergischen Lehnshoheit. Die Grafschaft wird damit eine reichsunmittelbare Allodialherrschaft. Die Kurfürsten von Brandenburg sehen sich jedoch weiterhin als Lehnsherren über die Grafschaft Limburg.

1674
Johann Caspar I. Harkort eröffnet auf dem Gutshof Harkorten bei Haspe ein Handelsgeschäft und begründet damit den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg seiner Familie, deren Vertreter besonders im 18. und 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle in Hagen und Preußen sowie auch im Ausland spielen.

1678
Baubeginn der reformierten Kirche in Hagen. Das als Zentralbau konstruierte Gebäude wird 1682 fertiggestellt. Die Kirche ist von einem eigenen Friedhof umgeben. 1873 erfolgte der Abriss. Zur reformierten Gemeinde gehören u.a. die Klingenschmiede in Eilpe.

1681, März 13
Erbteilungsvertrag zwischen den Brüdern Friedrich Moritz und Johann Adolf I. von Bentheim-Tecklenburg. Graf Friedrich Moritz I. tritt die Regentschaft über die Grafschaft Limburg an. Seine Residenz richtet er auf dem Schloss Hohenlimburg ein.

1687
Zahlreiche Sensenschmiede aus dem Bergischen Land lassen sich in der Grafschaft Mark nieder. Bereits um 1670 werden Sensenschmiede im Amt Wetter und auf der Enneperstraße erwähnt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts sind die Sensenschmiede ein wichtiger Gewerbezweig auf der Enneperstraße zwischen Hagen und Schwelm.

1690, April 22
Graf Friedrich Moritz I. von Bentheim-Tecklenburg genehmigt die erste Gilde-Ordnung der Kratzendrahtzieher in der Grafschaft Limburg. Seit dem späten 16. Jahrhundert sind Drahtzieher unterhalb des Schlossbergs belegt. Sie arbeiten in Konkurrenz zu dem märkischen Drahtgewerbe in Iserlohn, Altena und Lüdenscheid. Im 18. Jahrhundert nimmt das Drahtgewerbe in Limburg einen großen Aufschwung.

1692
Mathias Vorster aus Langenberg errichtet in Delstern eine Papiermühle, die sich im 18. Jahrhundert zu einem bedeutenden Unternehmen in der Region entwickelt. Die Gründung von weiteren Papiermühlen legte den Grundstein für die heutige Bedeutung Hagens als ein europäisches Zentrum der Papierherstellung.

1699
Durch einen Großbrand werden in Hagen zahlreiche Hausstellen vernichtet. In einer Urkunde aus dem Jahr 1697 bezeichnen die Einwohner der Siedlung ihren Ort als Dorf.


18. Jahrhundert




1709, März 14
Graf Friedrich Mauritz von Bentheim-Tecklenburg vergibt an die Einwohner der Ortschaft Limburg mehrere Privilegien. Dadurch soll vor allem die Entwicklung des Drahtgewerbes gefördert werden. Von dieser Maßnahme erhofft sich das finanziell stark angeschlagene Grafenhaus höhere Einnahmen. Obwohl die Priviliegien erste Ansätze für die Herausbildung einer bürgerschaftlichen Selbstverwaltung (z.B. Wahl eines Bürgermeisters und von Beigeordneten) enthalten, verbleibt die Ortschaft auch weiterhin unter der Herrschaft des Grafenhauses. Der Landesherrn bestimmt einen zweiten Bürgermeister und behält die Gerichtsbarkeit sowie weitere wichtige Rechte. Deshalb ist die Vergabe von landesherrschaftlichen Privilegien an die Einwohner in Limburg nicht mit der Verleihung von Stadtrechten vergleichbar.

1714 In Hagen werden erstmalig vier jüdische Familien erwähnt. Sie sind als Schlachter und Glasmacher tätig. Auch in der Grafschaft Limburg siedeln sich seit dem Ende des 17. Jahrhundert jüdische Familien an. 1704 wird ein jüdischer Geldverleiher und Händler genannt. Er nimmt im Ort Limburg unterhalb der Burganlage seinen Wohnsitz.

1717, August 24
Einrichtung einer Akzisestube und einer Kornwaage in Hagen auf Anordnung der preußischen Regierung. Mit der Einführung der Akzise am 1. März 1718 wird Hagen zum "akzisebaren Flecken" in der Grafschaft Mark. Diese Funktion als Teil der staatlichen Finanzverwaltung erweist sich für Hagen als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verleihung von Stadtrechten.

1724, September 6
In Hagen mehr als die Hälfte aller Häuser einem Großbrand zum Opfer. Die preußische Regierung ordnet unverzüglich einen Wiederaufbauplan an. In den Planungen wird die weitere Entwicklung und Vergrößerung des "Fleckens" vorgezeichnet.

1729
Im Tecklenburger bzw. Berliner Vergleich erhält die Grafschaft Limburg den Status einer unmittelbaren Reichsgrafschaft als Vertretungsland Preußens und Graf Moritz Casimir I. zu Bentheim-Tecklenburg die volle Landeshoheit über dieses Territorium. Graf Moritz Casimir I. richtet seine Residenz auf Schloß Hohenlimburg ein, wo umfangreiche Baumaßnahmen getätigt werden. Auf der Hohenlimburg entsteht um 1740 ein barocker Hochgärten.

1731, Juli 15
Vorlage des ersten Etats durch Beamte des Fleckens Hagen beim Generaldirektorium der preußischen Verwaltung in Berlin.

1741
Christian Moll aus Lennep errichtet in Hagen eine Tuchfabrik. Damit begründet Moll ein Gewerbezweig in Hagen, der im Verlauf des 18. und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts besonders stark floriert.

1746, September 3
Ein königliches Reskript ordnet für den "akzisebaren Flecken" Hagen einen ordentlichen Magistrat an. Mit diesem Verwaltungsakt wird Hagen zur Stadt erhoben. Zu dieser Zeit existiert in Hagen bereits eine gesellschaftliche Führungsschicht aus Wirtschaftsbürgertum und preußischen Verwaltungsbeamten. Sie sind maßgeblich am Stadtwerdungsprozeß beteiligt.

1756
Graf Moritz Casimir I. zu Bentheim-Tecklenburg verlegt seine Residenz und Hofhaltung nach Rheda. In Hohenlimburg verbleibt eine Verwaltungskanzlei sowie die Domänenrentkammer.

1758
Johann Caspar Post gründet in Eilpe ein Hammerwerk und nimmt damit Anteil am Wachstum der Eisen- und Stahlindustrie im Umfeld der noch jungen Stadt Hagen. Weitere Hammerwerke entstehen in großer Zahl auf der Enneperstraße zwischen Haspe und Wehringhausen.

1762, August 1
Französische Truppen und die Legion Britannique liefern sich in Limburg ein Gefecht. Dabei erfolgt auch die Beschießung der Schloßanlage mit Artillerie. Das Schloß wird im Siebenjährigen Krieg seit 1756 wiederholt von französischen Truppen besetzt.

1780, September 1
Verlegung des Westfälischen Bergamts von Hagen nach Wetter. Im Norden von Hagen befinden sich kleine Bergwerke, die mindestens seit dem 18. Jahrhundert im Stollen- und Pingenbau die Gewinnung von Steinkohle betreiben. Im Bereich des Volmetals und im Bereich von Emst wird Eisenstein bergmännisch abgebaut.

1782, März 6
Erste bekannte Erwähnung einer jüdischen Synagoge mit angeschlossener Schule in Limburg. Für 1694 ist erstmalig die Ansiedlung von Juden in der Grafschaft belegt. Im 18. Jahrhundert ermöglicht das Grafenhaus zahlreichen jüdischen Familien die Wohnsitznahme in Limburg. Durch Schutzgelder, Zölle und anderen Abgaben fließen beträchliche Einnahmen in die gräfliche Kasse.

1788, Juni 7-9
König Friedrich Wilhelm II. und der Kronprinz besuchen die Grafschaft Mark. Sie übernachten in Hagen. Dort wird ihnen ein begeisterter Empfang bereitet. Von Hagen aus unternehmen sie Tagesausflüge in die umliegenden Städte.

1788-1794
Ausbau der "Kölnischen Straße" entlang der Ennepe zu einer befestigten Chaussee. Der wichtige Fernverkehrsweg verbindet seit dem Mittelalter das Rheinland mit Westfalen. Parallel wird auch die alte Verbindung von Hagen durch das Sauerland über Meinerzhagen nach Siegen und Frankfurt, die so genannte Eisenstraße, ausgebaut.

1793
Auf Anregung des Fabriken-Kommissars Alexander Eversmann schließen sich die Sensenschmiede auf der Enneperstrasse zu einer "Weißen Sensenfabrik" zusammen. Von 1794 bis 1807 finden unter der Aufsicht Eversmanns jährliche "Pflichttage" statt. Auf ihnen werden wichtige Angelegenheiten besprochen, Absatzregeln aufgestellt und technische Neuerungen ausgetauscht.

1795
Missernten und die Teuerung von Getreide und Nahrungsmitteln führen im Rheinland und in Westfalen zu einer großen Hungersnot. Soziale Proteste und Aufstände, unter anderem auf der Enneperstraße und im Gericht Hagen, sind die Folge. Aus der Garnison Hamm rückt Militär in den Bezirk ein. Die soziale und wirtschaftliche Not fördert auch die Kriminalität. Bis zur Niederschlagung des "Räuberunwesens" durch Militär und die preußische Justiz im Jahre 1805 durchstreifen Banden und Vaganten die Region. Sie verüben Überfälle, Diebstähle und Raubmorde.

1795, Juni
Durch den Ausbruch einer bis in das Frühjahr 1796 andauernden Ruhr-Epidemie sterben in Hagen mindestens 26 Menschen. Die Hauptursache der Epidemie ist nach einer Untersuchung durch die Regierung in den katastrophalen hygienischen Verhältnissen zu suchen. Auch die desolate bauliche Situation der meisten Wohngebäude sowie das verwahrloste Straßen- und Wegenetz in Hagen wird für den Ausbruch verantwortlich gemacht.

1799, November 11
Johann Christian Wiedemann eröffnet in Hagen eine "Handlungs-, Bürger- und Lateinschule". Die Schule entwickelt sich zu einem auch über Hagen hinaus angesehenen Bildungsinstitut. Sie ist die Vorgängerin des heutigen Fichte-Gymnasiums.

1806, März 10
Der Elseyer Stiftsprediger Johann Friedrich Möller verfaßt im Auftrag der Hagener Deputierten des Kreises Wetter eine Petition an den preußischen König. Anlaß ist die Befürchtung, das Preußen die Grafschaft Mark an Frankreich abtritt.

1806, August
Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wird die Grafschaft Limburg mit Duldung Frankreichs für kurze Zeit ein souveräner Kleinstaat. Als Regent agiert Graf Emil Friedrich von Bentheim-Tecklenburg. Graf Emil Friedrich ist dem im Juli 1806 von Napoleon gegründeten Rheinbund nicht beigetreten. Die Grafschaft Mark wird dem neu gebildeten General-Gouvernement mit Sitz in Münster unterstellt. Damit befindet sich das Gericht Hagen unter französischer Herrschaft.

© Ralf Blank. Alle Rechte vorbehalten