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Historisches Centrum
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Ankndigungen

Stadtchronik


Mittelalter




775
Eroberung der Hohensyburg im Norden von Hagen durch Truppen des frnkischen Knigs Karl ("der Groe"). Mit der zeitgenssischen Erwhnung dieses Ereignisses in den "Lorscher Annalen" beginnt in der Region die Geschichtsschreibung. Bodenfunde von typischer Keramik aus dem rheinischen Tpferort Badorf im Raum Hagen geben Hinweise auf Siedlung in karolingisch-ottonischer Zeit.

10./11. Jahrhundert
Bei Hagen-Ambrock befinden sich die Wlle einer Wallburg. Die Befestigungsanlage knnte nach archologischen Funden in das 10./11. Jahrhundert datieren. Zu dieser Zeit gab es in der Region eine intensive Verhttung von Eisenerz in Rennfeuerfen.

1100
Errichtung der Burg Volmestein (Volmarstein) durch den Klner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenberg. Die um 1240 entstandene "Klner Knigschronik" Chronica regia Coloniensis (Annales maximi Colonienses) stellt die Grndung der Burg in das Jahr 1100: "Friedericus archiepiscopus primus Volmestene gloriosum castrum Wistfallie fundavit." Die Hphenburg liegt auf einem Bergrcken oberhalb des Mndungsgebiets der Volme in die Ruhr. Bis in das 14. Jahrhundert ist die Burg der Verwaltungsmittelpunkt fr die Herrschaft Volmarstein, zu der auch Hagen gehrt. 1134 wird mit Heinrich I. erstmalig ein Vertreter der Herren von Volmestein urkundlich erwhnt. Sie waren Ministeriale der Klner Erzbischfe.

Um 1150
Bau der steinernen Syburg (Hohensyburg), oberhalb der Ruhr-Lenne-Mndung. Sie ist eine Hhenburg der Klner Erzbischfe und steht im Zusammenhang mit dem Landesausbau im 12. Jahrhundert. 1235 werden die Herren von Syberg als klnische Ministerialen erstmalig erwhnt.


13. Jahrhundert




1200, Juli 22
Einzelne Ortschaften im Raum Hagen werden bereits im 12. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwhnt. Am 22. Juli 1200 erfolgt die erste gesicherte Erwhnung einer Hofstelle in Hagen, und zwar als Pfandgut des Klner Erzbischofs Adolf von der Mark. Bis zum Ende des 14. Jahrhundert ist die Quellenberlieferung ber den "klnischen Hof" in Hagen belegt. Um 1200 existiert in Hagen ein Vorgngerbau der heutigen Johanniskirche am alten Markt.

1222/23
Grndung eines Klosters in Elsey als Familienstiftung des Isenberger Grafenhauses. Zu dieser Zeit existiert dort wahrscheinlich eine Kirche. Das mittelalterliche Kloster wird im 16. Jahrhundert in ein Stift umgewandelt. 1811 erfolgt die Auflsung des adeligen Damenstifts Elsey.

1225, November 7
Graf Friedrich II. von Altena-Isenberg, einer der mchtigsten Territorialherren in Westfalen, versucht bei Gevelsberg bei Hagen, den Klnischen Erzbischof Engelbert II. von Berg in seine Gewalt zu bringen. Die Gefangennahme milingt, der Klnische Erzbischof wird gettet. Graf Friedrich II. wird ein Jahr spter in Kln hingerichtet. Sein groer Besitz wird zwischen dem Klner Erzbistum und den Grafen von der Mark aufgeteilt. Darunter befinden sich auch Teile des spteren Stadtgebiets von Hagen.

1242, Juli 13
Graf Dietrich I. von Isenberg (*um 1215, +1301), Sohn des hingerichteten Grafen Friedrich II., bertrgt die von ihm erbaute Limburg seinem Onkel, Herzog Heinrich von Limburg, und erhlt die Burg als Lehen zurck. Vorausgegangen ist eine Fehde mit den Grafen von der Mark.

1243, Mai 1
Friedensvertrag zwischen Graf Dietrich und Graf Adolf I. von der Mark. Graf Dietrich erhlt die Hoch- und Gogerichtsbarkeit fr einen Teil des ehemaligen vterlichen Besitzes. Diese Gerichtshoheit erweist sich als entscheidende Voraussetzung fr die Entwicklung der spteren Grafschaft Limburg im Gebiet zwischen Ruhr, Lenne und Volme, das inmitten der Grafschaft Mark liegt und im Osten an das Herzogtum Westfalen grenzt. Die Grafen von Altena-Isenberg nennen sich fortan "von Limburg".

Um 1250
Grndungzeit der der groen Befestigungsanlage der Raffenburg bei Holthausen als Landesburg der Erzbischfe von Kln, die gleichzeitig auch Herzge von Westfalen sind. Zusammen mit der Burg Volmestein soll die Raffenburg die Grenzen zu den Territorien der Grafen von der Mark sowie der Grafen von Limburg sichern.

1252, April 25
Verleihung von Marktrechten an Graf Dietrich I. von Isenberg-Limburg durch Knig Wilhelm von Holland (Regierungszeit: 1247-1256, "Pfaffenknig"), der damit einen Anhnger fr seine gegen den Machtanspruch des staufischen Knigshauses gerichtete Politik zu gewinnen versuchte. Die Urkunde nennt allerdings keinen Marktort, so da sie sowohl fr das Gebiet der Grafschaft Limburg als auch fr die ebenfalls dem Limburger Grafenhaus zugehrige Besitztmer bei Mlheim/Ruhr gelten konnte.

1288, Mai
Graf Eberhard I. von der Mark belagert und erobert whrend des Erbfolgestreits um das Herzogtum Limburg (an der Maas) die klnische Raffenburg sowie die Limburg an der Lenne. Die Raffenburg wird von ihm spter grtenteils entfestigt. Erst 1304 erfolgt die Rckgabe der Limburg an Graf Dietrich II. von Isenberg-Limburg. Die Grafen von der Mark erlangen nach der entscheidenden und fr sie siegreichen Schlacht bei Worringen am 5. Juni 1288 die Fhrungsrolle in Sdwestfalen.


14. Jahrhundert




1324, Mai 21
Graf Engelbert II. von der Mark beginnt mit einer aufwndigen Belagerung der klnischen Burg Volmarstein. Untersttzt wird er von Truppen Knig Johann von Bhmen (der Blinde), Graf Adolf IX. von Berg, Graf Wilhelm III. von Holland-Hennegau und der Stadt Kln. Nach zwei Monaten, am 25. Juli 1324, wird die Burg eingenommen.

1369, Mrz 11
Erste urkundliche Erwhnung von Haus Busch als Wohnsitz der Herren von Syberg. Das Rittergeschlecht von Syberg war ursprndlich mit der klnischen Hhenburg auf dem Syberg (Hohensyburg) belehnt. Sie wurde im 13. Jahrhundert durch Graf Eberhard I. von der Mark zerstrt .

1381
Nach langjhrigen Streitigkeiten und Kmpfen bertrgt der Klner Erbischhof Friedrich III. von Saarwerden dem Grafen Engelbert III. von der Mark die Lehnshoheit ber die Herrschaft und Freigrafschaft Volmarstein. Damit gelangen groe Teile des heutigen Stadtgebiets von Hagen endgltig in die Grafschaft Mark.

Herbst 1389
In der Dortmunder Fehde (1388-1390) plndern und brandschatzen Truppen der Bischfe von Mnster und Osnabrck sowie ihrer Verbndeten unter anderem Hfe und Gter auf der Boeler Heide und im Gericht Hagen.

1397, Frhjahr
Besetzung der Hohenlimburg durch Truppen des Grafen Adolph III. von Kleve und Mark im Zusammenhang mit Streitigkeiten zwischen ihm und dem Lehnsherr der Grafschaft Limburg, Herzog Wilhelm I. von Jlich-Berg. Als Gefolgsmann des Herzogs unterlag Graf Dietrich IV. von Limburg in der Schlacht bei Kleverham im Juni 1397 und musste anschlieend "Urfehde" schwren und hohes Lsegeld zahlen.


15. Jahrhundert




1412, Dezember 4
Erbteilung zwischen den Brdern Wilhelm und Dietrich von Limburg. Graf Wilhelm I. erhlt die Grafschaft Limburg mit allen Gtern und Rechten. Sein Bruder Dietrich regiert die Herrschaft Broich bei Mlheim an der Ruhr.

1429, Juni 20
Verkndung des Todesurteils ber den Herzog Heinrich von Bayern-Landhut ("der Reiche") vor der Gerichtssttte direkt unterhalb der Burganlage von Hohenlimburg. Der Freistuhl Limburg zhlt im Hoch- und Sptmittelalter zu den bedeutenden Gerichtssttten der westflischen Feme.

1442, Mrz 23
Graf Wilhelm I. von Limburg bertrgt die Grafschaft Limburg mit Zubehr an seinen Schwiegersohn Gumprecht II. von Neuenahr. Graf Grumprecht II. ist mit der Erbtochter Margarethe von Limburg verheiratet. Als klnischer Erbvogt und Erbhofmeister bekleidet er auch hohe mter am kniglichen Hof.

1446
In der Soester Fehde (1444-1449) plndern und brandschatzen Truppen der Reichsstadt Dortmund unter anderem zwlf Hfe in Vorhalle sowie das Haus Werdringen. Der Adelssitz wird daraufhin in Teilen neu errichtet. In diese Zeit fllt der Umbau des Burghauses in eine Wasserburg.

1460, Mrz 22
Nach einer mehrwchigen Belagerung der Limburg im Sommer 1459 werden Grafschaft und Burg Limburg in einem Friedensvertrag je zur Hlfte zwischen den Grafen von Limburg-Broich und den Grafen von Neuenahr aufgeteilt - ein Kondominat. Gleichzeitig mssen die zerstrittenen Parteien einen Burgfrieden schwren.

1486
In der Grafschaft Mark wird ein umfassendes Verzeichnis von steuerpflichtigen Gtern und Hfen erstellt. Es ist die erste allgemeine Besteuerungsliste in der Grafschaft Mark.



Fortsetzung

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