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Stadtmuseum
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Wasserschloss Werdringen, Teil 3


Lehnsbesitz der Grafen von der Mark




Die Schlacht bei Worringen im Mai 1288 hatte die territorialen und politischen Machtverhltnisse in der Region verndert. Die Grafen von der Mark waren nun die wichtigsten Landesherren. Mit der Eroberung der Burg Volmestein im Juli 1324 wurde das Ende der kurklnischen Herrschaft im Raum Hagen eingeleitet. Die Herren von Volmestein, bis dahin die wichtigste Kraft an Ruhr, Ennepe und Volme, behielten zwar ihren Lehnsbesitz, sie verloren aber ihre politische Bedeutung.

In die Zeit um 1350 fllt auch der erste urkundliche Beleg fr die Existenz einer Befestigungsanlage in Werdringen. Im Lehnsregister der Herren von Volmestein wird ein befestigtes Gebude aus Stein (castrum lapideum) erwhnt. Es befand sich damals im Besitz des ritterbrtigen Wilhelm Dobbe. Da seine Vorfahren nach den Lehnsregistern bereits vor 1300 mit Werdringen belehnt wurden, ist davon auszugehen, dass die kleine Befestigung bereits zur Mitte des 13. Jahrhunderts vorhanden war.

ber das Aussehen und die Baugestalt dieser sptmittelalterlichen Befestigung kann in Ermangelung bauhistorischer und archologischer Befunde nicht viel gesagt werden. Vermutlich handelte es sich bei dem castrum um einen mit Wall und Graben umgebenden steinernen Wohnturm oder aber um ein Burghaus. Bei der anzunehmenden Vorgngeranlage des 13. Jahrhunderts hatte es sich wahrscheinlich um eine so genannte Motte, eine Turmhgelburg gehandelt. Beide Bauformen sind in Westfalen fr das 13. und 14. Jahrhunderts hufig belegt.

Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass Werdringen ein kleiner Adelssitz war, auf dem die hfische Kultur des Mittelalters wohl keinen greren Niederschlag gefunden hat.


Brandschatzung in der Soester Fehde




Im 15. Jahrhundert befanden sich in Werdringen nach zeitgenssischen Quellen mehrere Gebude. Zwei Gebude wurden als herrschaftliche Huser bezeichnet. Sie gehrten zu dieser Zeit unterschiedlichen Familien aus dem Niederadel.

In den berlieferten Schriftquellen aus dem 15. Jahrhunderts ist von einem "Vordersten Steinhaus" und von einem "Hintersten Steinhaus" die Rede. Aus dem Sptmittelalter bzw. der Frhen Neuzeit stammen das so genannte Herrenhaus mit dem sptgotischen Stufengiebel, die Reste des Brauhauses, das Wirtschaftsgebude, in dem sich heute das Museum fr Ur- und Frhgeschichte befindet, sowie wahrscheinlich auch Teile der brigen Gebude. Leider wurden bei den Sanierungsarbeiten in den 1980/90er Jahre weder auf bauhistorische, noch auf archologische Befunde geachtet.

In der Soester Fehde kam es 1446 durch Truppen der Reichsstadt Dortmund zur Zerstrung von zumindest eines Gebudes, dem "Dobben Huse". Die Sldnertruppen brandschatzten ausserdem zwlf Hofstellen in der Bauernschaft Vorhalle. Nach der Teilzerstrung des Adelssitzes erfolgte der Wiederaufbau des zerstrten und die Reparatur der beschdigten Gebude.


Umbau zu eine Wasserburg




In der Zeit nach 1450 vollzog sich der Umbau Werdringens in eine Wasserburg. Im 15. Jahrhundert wurden in der Region mehrere Adelssitze zu solchen Anlagen ausgebaut. In Werdringen lassen noch heute die erhaltenen Schiescharten, die Reste der Ringmauern und weitere Bauteile den ursprnglich militrischen Wehrcharakter der Burganlage erkennen.

Im Dreiigjhrigen Krieg und im Verlauf des 18. Jahrhunderts erlebte die Wasserburg eine wechselvolle Geschichte. Whrend des Siebenjhrigen Kriegs (1756-1762) diente Werdrigen zeitweise als Kommandantur des franzsischen Befehlshabers fr den mrkischen Kreis Wetter. Damals befand sich die Anlage bereits im Zustand des Verfalls.

Baubeschreibungen aus dem Jahr 1799 dokumentieren, dass die Burg in der Frhen Neuzeit von einem Wassergraben umgeben war und eine hlzerne Zugbrcke besa. Die ruinse Zugbrcke wurde um 1800 durch die noch heute vorhandene Steinbrcke ersetzt.

Um 1800 erfolgte auch der Abbruch der umlaufenden, ursprnglich ber 2,50 m hohen Ringmauern auf die heutige Hhe von rund 1,50 m. Mehrere zerfallene Gebude im Kernbereich der Wasserburg wurden bis auf die Grundmauern abgebrochen. Im Innenhof befand sich ein Tiefbrunnen, der spter zugeschttet wurde.

Fortsetzung




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