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Museumsgeschichte, Teil 1


Erste Planungen





Johann Caspar Harkort IV., Mitglied im "Literarischen Verein".

Die Geschichte des Stadtmuseums in Hagen ist eng mit dem Aufkommen von Geschichtsvereinen in der Region verknüpft. Im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu mehreren Gründungsphasen von Museen.

1816 wurde in Limburg an der Lenne der "Literarische Verein für die Grafschaft Mark" gegründet. Der Verein pflegte die Darstellung, Erhaltung und Erforschung von historischen Quellen zur Geschichte in der Region. Es war einer der ersten historischen Vereine in Westfalen und im Rheinland. Der Verein stellte um 1860 seine Aktivitäten ein.

Von Friedrich Harkort und anderen Persönlichkeiten wurde 1855 die Gründung eines "Vereins für Vaterländische Altertumskunde in der Grafschaft Mark" vorgeschlagen. Ein erklärtes Ziel des 1875 in Altena ins Leben gerufenen "Vereins für Orts- und Heimatkunde im Süderland" war die Einrichtung eines Museums. Auf der ersten Jahreshauptversammlung im Hotel Kaiserhof in Hagen 1883 wurde eine Ausstellung mit historischen Gegenständen und Dokumenten aus Hagener Familienbesitz gezeigt.




Taufstein aus der Kirche am Markt in Hagen, 12./13. Jahrhundert, Burg Altena

Die Burg Altena wurde als eine der "Stammburgen" des in Preußen regierenden Adelsgeschlechts der Hohenzollern angesehen. Dagegen war Hagen seit 1870 die größte Stadt in der früheren Grafschaft Mark. Wirtschaftlich und von ihrer Bevölkerungszahl hatte Hagen die Nachbarstädte Iserlohn, Lüdenscheid und Altena längst überholt. Noch 1850 war hingegen Iserlohn die bevölkerungsreichste Stadt südlich der Lippe.

Dennoch spielte Hagen in der weiteren Museumsgeschichte keine wichtige Rolle mehr. Der Stadt fehlte - anders als den anderen märkischen Städten - eine Bedeutung im Mittelalter. In der historisierenden Rezeption des Mittelalters in der Kaiserzeit war eine "reiche" Geschichte für das Image einer Stadt vorteilhaft.

1879 wurde in Altena ein Museum eröffnet. Seit 1912 befindet sich das "Museum der Grafschaft Mark" auf der renovierten Burg Altena. In den folgenden Jahren gelangten zahlreiche archäologische Funde und historische Exponate von Hagen nach Altena.

Darunter befindet sich bis heute auch der romanische Taufstein aus der Johanniskirche in Hagen. Er datiert in das 12. Jahrhundert und befindet sich bis heute in der "Kapelle" des Museums der Grafschaft Mark auf Burg Altena. Andere Objekte wurden 2004 nach Hagen zurückgegeben.



Gründung von "Heimatmuseen"




Um 1910 entwickelte Karl Ernst Osthaus neue Pläne für die Gründung eines Museums für „Heimatgeschichte“ in Hagen. Der Tod Osthaus 1921 beendete vorerst die Planungen. In den Nachbarstädten, in Witten, Dortmund und Altena, existierten zu dieser Zeit bereits seit vielen Jahren eigene historische Museen.

In der "Weimarer Republik" nahmen die Planungen für ein stadtgeschichtliches Museum in Hagen einen neuen Anlauf. Sie standen vor allem unter der pädagogischen Vorstellung einer möglichst umfassenden "Volksbildung". Parallel erlebte die so genannte Heimatbewegung nach 1920 ebenfalls einen Aufschwung. Sie erfasste in Hagen, Haspe und Hohenlimburg breite Bevölkerungskreise.





Hermann Esser, Adolf Sellmann, Fotografien, um 1930

In Hohenlimburg eröffnete der 1920 gegründete "Verein für Orts- und Heimatkunde" und der Volksschulrektor Hermann Esser (*1876, +1935) im Jahre 1927 ein kleines "Heimatmuseum".

Den Impuls für die Museumsgründung in Hohenlimburg gab das bevorstehende "700-jährige Jubiläum" von Stadt und Burg im Jahre 1930. Esser war bis zu seinem Tod 1935 in der Region eine der zentralen Persönlichkeiten in der "Heimatforschung".

Aus einer öffentlich zugänglichen Sammlung des 1925 entstandenen "Hagener Heimatbunds", die 1929 durch den evangelischen Theologen und Gymnasiallehrer Prof. Dr. Adolf Sellmann (*1868, +1947) angelegt wurde, entwickelte sich 1932 ein öffentlich zugängliches "Heimatmuseum".

Im Kaiserreich war Sellmann einer der wichtigsten Theoretiker der Kinoreformbewegung - der Kinofilm war vor 1914 in Deutschland ein noch "neues Medium". Später engagierte sich Sellmann als Vorsitzender des "Westdeutschen Sittlichkeitsvereins" und in der überkonfessionellen "Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung". Von 1925 bis 1935 war er zudem Vorsitzender des "Hagener Heimatbunds".

Die Museen in Hohenlimburg und Hagen wurden auf Initiative der örtlichen "Heimatvereine" gegründet. Dementsprechend heterogen waren auch die Inhalte und die Schwerpunkte bei der Sammlung von Dokumenten und Objekten ausgerichtet.

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