Forum "Barbarossa": Beitrag 1 - 2003

Startseite

Stalingrad in deutschen Schulgeschichtsbüchern

von Wigbert Benz

1. Bildungspolitische Phasen der Unterrichtung nach dem Krieg

Die Unterrichtung des Themenkomplexes Nationalsozialismus, Holocaust, Zweiter Weltkrieg und auch Stalingrad wurde und wird immer auch vom jeweiligen politischen Hintergrund beeinflusst. Falk Pingel vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung unterscheidet in dieser Hinsicht vier Phasen, die sich in den Schulgeschichtsbüchern widerspiegeln (1):

- Während der ersten Phase (Besatzungszeit bis zur Konstituierung der Bundesrepublik) wurde durchaus auf Judenmord und Vernichtungskrieg bezug genommen und die Frage nach der Verantwortlichkeit der Mitläufer gestellt. In den bildungspolitischen Deklarationen der unmittelbaren Nachkriegszeit war eine entschiedene Abkehr von der klassischen Kriegsgeschichte und die Hinwendung des Geschichtsunterrichts zur historisch-politischen Bildung intendiert, die einen praktischen Beitrag für die Erziehung der jungen Generation pro Frieden, Demokratie und Völkerverständigung und kontra Krieg leisten sollte. Diese Zielvorstellung bestätigen auch die Resultate der Bielefelder Dissertation von Dieter Gebhardt zu Militär und Krieg im Geschichtsunterricht nach 1945 (2).
- In der zweiten Phase (Gründung der Bundesrepublik bis Anfang der 60er Jahre) wurden die wenigen Neuansätze in der Lehrplan- und Schulbuchgestaltung, die ja zum großen Teil von den Alliierten initiiert worden waren, weitgehend zurückgenommen. Tatsächlich "endete der Geschichtsunterricht in der Praxis oft mit dem Ersten Weltkrieg oder der Weimarer Republik. Die Geschichtslehrer (an den Gymnasien überwiegend Männer) hatten in der Regel als Soldaten am Krieg teilgenommen und nur in seltenen Fällen das System wirklich abgelehnt (…) Häufig jedoch kamen Lehrer - und zwar nicht nur im Geschichtsunterricht - auf Kriegserlebnisse zu sprechen (…) als Opfer des Systems, das sie in den Krieg geschickt hatte. Ein Perspektivwechsel fand nicht statt."(3) Diesen Opfermythos der deutschen Soldaten insgesamt bedienen die Schulbuchdarstellungen zu Stalingrad, wie noch gezeigt werden wird, bis heute.
- Probleme mit neonazistischen und antisemitischen Umtrieben führten in der dritten Phase (Mitte der 60er bis Ende der 70er Jahre) zu entsprechenden Aktivitäten der bildungspolitisch Verantwortlichen für eine intensivere Behandlung des Nationalsozialismus im Unterricht. Wenn auch ministerielle Erlasse und Lehrplanvorgaben nicht überschätzt werden dürfen, weil die "Forderungen und Vorschläge der Richtlinien sich (oft) nicht mit der unterrichtlichen Praxis decken" (4) , so lässt sich doch feststellen, dass der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20. April 1978 zur "Behandlung des Nationalsozialismus im Unterricht" mit der Aufforderung, "solide Kenntnisse, insbesondere auch der Geschichte unserer jüngeren Vergangenheit" zu vermitteln, zu einer stärkeren Verankerung von Ursachen und Charakter des Zweiten Weltkrieges in den Lehrplänen verschiedener Bundesländer führte. (5)
- Allerdings wurde erst während der vierten Phase (in den 80er Jahren) die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zum selbstverständlichen Bestandteil des Curriculums. Erst jetzt kamen "die Leiden der Verfolgten, die Bereitschaft der ,normalen' Bürger, ohne Widerstand bei schrecklichsten Verbrechen einfach ,mitzumachen' deutlich zur Sprache". (6) Die Auswirkungen dieses Perspektivenwechsels lassen sich empirisch nachweisen. Jugendliche der 90er Jahre sehen im Verhältnis zu den Schülergenerationen vor ihnen viel stärker Terror und Krieg als typische Merkmale des Nationalsozialismus an. Sie assoziieren Begriffe wie "Krieg und sinnlose Zerstörung" häufiger mit dem Nationalsozialismus als die Rechtfertigungsstereotypen von "Arbeit für alle" oder "Sicherheit und Ordnung", die in den 50er und 60er Jahren als Argumentationsschemata dienten, um die Zustimmung zum NS-Staat zu erklären. (7)

2. Bisherige Schulbuchanalysen zur Darstellung des "Unternehmens Barbarossa"

Diese insgesamt für die Rezeption von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg in der historisch-politischen Bildung der Bundesrepublik Deutschland skizzierten Phasen setzen auch die Rahmenbedingungen für die Unterrichtung über das "Unternehmen Barbarossa" als Vernichtungskrieg. Die Thematisierung des Vernichtungskrieges galt allerdings lange Zeit - im Unterschied zu anderen Aspekten des Nationalsozialismus - als weitgehend tabu. Hans-Heinrich Nolte hat in seiner vergleichenden Analyse der Darstellung des "Unternehmens Barbarossa" bzw. des "Großen Vaterländischen Krieges" in bis Anfang der 80er Jahre erschienenen bundesdeutschen bzw. sowjetischen Schulgeschichtsbüchern folgendes Fazit gezogen: In sowjetischen Schulgeschichtsbüchern wird der Völkermord besonders auf die Slawen bezogen, die im "Großen Vaterländischen Krieg" von den deutschen Okkupatoren ausgebeutet, versklavt oder ermordet wurden; die gegen die Juden gewendete Richtung des Genozids bleibt so gut wie unerwähnt. In deutschen Schulgeschichtsbüchern fällt die Verengung des Blickwinkels auf die eigene Nation dergestalt auf, dass Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg, einschließlich des "Unternehmens Barbarossa", eher als Schicksal und Verhängnis für Deutschland interpretiert denn als Katastrophe für die europäischen Nachbarn, besonders der Sowjetunion als dem hauptleidtragenden Nachbarn, dargestellt werden. (8) Das gilt so nicht für die Darstellung des "Unternehmens Barbarossa" in den Schulbüchern der ehemaligen DDR, für die Ernst Uhe schon in seiner 1975 veröffentlichten Dissertation eine "sehr ausführliche Beschäftigung mit den Zerstörungen und Verwüstungen durch die deutsche Wehrmacht und die nachrückenden Organisationen" festgestellt hat. (9)

In meiner Untersuchung für die "Internationale Schulbuchforschung", die auf meiner Examensarbeit für das Lehramt 1986 basiert, habe ich die zunehmende Aufnahme fachwissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse zur Planung und Durchführung des Russlandfeldzuges als Eroberungs- und Vernichtungskrieg in die Schulbuchdarstellungen der Bundesrepublik Deutschland seit Ende der 70er Jahre nachgewiesen. (10) Dieser Prozess einer zunehmend differenzierten Darstellung des Krieges im Osten in den Schulgeschichtsbüchern wurde bis in die 90er Jahre und Gegenwart fortgesetzt. Das zeigt auch eine seit 1999 verfügbare Wanderausstellung des Georg-Eckert-Institutes für internationale Schulbuchforschung mit dem Titel "Der Zweite Weltkrieg in deutschen Schulbüchern seit den 50er Jahren. Der Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion", die kostenlos an Bildungsinstitutionen verliehen wird. (11) Fast alle Lehrwerke machen zumindest in Ansätzen die machtpolitischen, ökonomischen und vor allem rassenideologischen Motive für den Überfall deutlich und bringen die Verifikation dieser Motive mit der Praxis der deutschen Kriegführung in Verbindung. (12) Sie erörtern die Vernichtungspraxis dieses Krieges allerdings nur auf wenigen Seiten, manchmal nur in einigen Sätzen und thematisieren die Rolle der Wehrmacht, z.B. deren Zusammenarbeit mit den SS-Einsatzgruppen, wenn überhaupt, nur am Rande. Diese Einschränkung muss so deutlich gemacht werden. Insofern trifft Hans-Heinrich Noltes Kritik aus dem Jahre 1984 auch heute noch zu und benennt ein Haupthindernis bei der schulischen Unterrichtung über den Vernichtungskrieg im Osten: "Letzten Endes folgt schon aus der allgemeinen Stoffaufteilung in der Bundesrepublik, dass Nationalsozialismus mehr als Verhängnis für Deutschland denn als Katastrophe für die Nachbarn unterrichtet wird." (13) Relativiert werden muss diese Aussage für die Sekundarstufe Il. Hier wird der Nationalsozialismus nicht selten Thema eines Grund- oder auch Leistungskurses, und der Zweite Weltkrieg, mit dem Krieg gegen die UdSSR als Kernbestandteil, kann auch im Rahmen übergeordneter Fragestellungen - etwa: Probleme der Entstehung von Kriegen - intensiv erörtert werden.

3. Lehrplanvorgaben, "Barbarossa"- und Stalingrad-Bild

Wenn die These Karl-Ernst Jeismanns zutrifft, dass "die Analyse der Lehrpläne ein Weg [ist], Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft in einem bestimmten, aus langer Diskussion hervorgegangenen, gleichsam festen Aggregatzustand zu erfassen" (14) , dann legt die Untersuchung eben dieser Lehrpläne zum Problemkomplex Zweiter Weltkrieg und Stalingrad folgenden Schluss nahe: Die deutsche Nachkriegsgesellschaft hat diese historische Schuld weitgehend verdrängt. Sie vermittelt über ihre Schulen ein eher marginales Wissen über die Stalingrader Schlacht, deren Ursachen, Charakter und Auswirkungen. So sehen die Lehrpläne der meisten Bundesländer für die Unterrichtung des gesamtem Zweiten Weltkrieges in der Sekundarstufe I ca. acht bis zehn Stunden vor. Dem Lehrer wird, setzt er sich nicht über die amtlichen Vorgaben hinweg, in der Regel gerade mal eine einzige volle Unterrichtsstunde für die Thematisierung Stalingrads zur Verfügung stehen. Man muss kein Pädagoge sein, um sich vorstellen zu können, was von dem mehr oder weniger großen Bruchteil einer Unterrichtsstunde im Wissensspeicher und Bedeutungshorizont der Heranwachsenden verbleiben wird. Da Stalingrad im Kontext der Lehrplaneinheiten zum Zweiten Weltkrieg, wenn überhaupt eigens erwähnt, nur als ein Stichwort von vielen innerhalb des Stoffkataloges genannt wird, unterbleiben Hinweise für die qualitative Seite der Unterrichtung, z. B. werden keine anzustrebenden Lernziele für die Erörterung Stalingrads aufgeführt. Allenfalls erfolgt die Zuordnung des Stichworts Stalingrad zur Kategorie "Kriegswende". (15)

Diese sehr vagen Vorgaben der Lehrpläne geben zwar den Lehrkräften, abgesehen von dem engen Zeitkontingent, nicht nur weitgehend methodische, sondern auch inhaltliche Freiheiten bei der Unterrichtung des Russlandfeldzuges und der Stalingrader Schlacht. Sie versäumen es aber ein dezidiertes Gegengewicht zu einem öffentlichen Stalingrad-Bild zu entfalten, das bis heute in die Schulen hineinwirkt. In dieser Vorstellung sind die Soldaten der Wehrmacht mal Helden, mal Opfer, nie aber Täter. So zeichnen die als "populärwissenschaftlich" verharmlosten Machwerke des ehemaligen SS-Obersturmbannführers und Pressechefs NS-Außenminister Ribbentrops Paul Karl Schmidt (16) , der unter dem Pseudonym Paul Carell von den 60er bis in die 90er Jahre Bestseller zum "Unternehmen Barbarossa" verfasste und sich noch heute in immer neuen Auflagen großer Beliebtheit erfreuen, ein edles Bild der Wehrmacht. Carells "Unternehmen Barbarossa" hat das Bild des Krieges gegen die Sowjetunion geprägt. Es war ein sauberer, notwendiger und kameradschaftlicher Krieg. Ein Krieg, in dem es deutsches Heldentum und keine Verbrechen der Wehrmacht gab. (17) In seinem letzten ebenfalls vielfach verkauften Stalingrad-Buch 1992 verschaffte Carell dem NS-Mythos vom sinnvollen Kampf ("Sie starben, damit NS-Deutschland lebe") neuen Auftrieb, indem er die falsche Behauptung, nach Stalingrad sei der Ausgang des Krieges noch offen gewesen, als Essenz neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse deklarierte. Seiner Linie als skrupelloser Propagandist bleibt er auch diesmal treu: Der Krieg wurde dem Deutschen Reich aufgezwungen. Kriegsverbrechen der Wehrmacht hat es niemals gegeben. (18) Eine persönliche Anmerkung: Voller Stolz kamen Schüler von mir mit diesem Machwerk aus dem Bücherschrank der Eltern zu mir in den Unterricht.

4. Die Stalingrad-Rezeption in Schulgeschichtsbüchern der 70er und 80er Jahre

Wie spiegelt sich nun die Stalingrader Schlacht in den Lehrwerken für den Geschichtsunterricht wider? Deren Bedeutung bis hin zur Funktion als "heimlicher Lehrplan" im Unterschied zu den offiziellen Lehrplänen sollte nicht unterschätzt werden, denn "empirische Untersuchungen bei Geschichtslehrern und Schülern lassen keinen Zweifel darüber, dass im Fach Geschichte das Schulbuch mit Abstand das wichtigste Unterrichtsmedium darstellt". (19) Wird primär aus der Perspektive der politischen und militärischen Führung berichtet, oder spielen auch die Erfahrungen des "kleinen Mannes", der großen Masse der Soldaten und wenn ja, auch die der anderen Seite, des Kriegsgegners eine Rolle? In meiner Darstellung zur Stalingradrezeption in deutschen Schulgeschichtsbüchern hatte ich vor zehn Jahren Schulgeschichtsbücher der 70er und 80er Jahre analysiert. Sieben an bundesdeutschen Schulen weitverbreitete Schulbuchausgaben sowie ein Lehrwerk für den Geschichtsunterricht der ehemaligen DDR wurden auf die angeschnittene Fragestellung hin untersucht. (20)

Von den untersuchten Schulbüchern wenden sich "Die Reise in die Vergangenheit" sowie "Geschichte für morgen" an Hauptschulen; ersteres ist das seit Jahrzehnten dominierende Lehrwerk dieser Schulart. "Unsere Geschichte" findet sowohl an Realschulen als auch Gymnasien sehr große Verbreitung. Bei "Zeiten und Menschen", "Spiegel der Zeiten" und "Geschichtsbuch" handelt es sich um vorwiegend gymnasiale Lehrbücher. "Fragen an die Geschichte" hat weithin Funktionen eines Quellenhandbuches für Lehrer übernommen, und "Geschichte. Lehrbuch für Klasse 9" war nahezu zwei Jahrzehnte ohne große Veränderungen das verbindliche Geschichtsbuch in der früheren DDR. Die untersuchten Schulgeschichtsbücher widmen dem Zweiten Weltkrieg einschließlich der ihm vorausgehenden NS-Außenpolitik zwischen 16 und 71 Seiten; davon etwa die Hälfte bis zum Überfall auf die Sowjetunion. Den quantitativ größten Anteil zur Darstellung des Zweiten Weltkrieges liefert das ehemalige DDR-Lehrwerk, den geringsten - für ein Werk mit Funktionen eines Quellenhandbuches für Lehrer überraschend, "Fragen an die Geschichte". Das so betitelte "Geschichtsbuch" entzieht sich durch seine Konzeption - Integration des Zweiten Weltkrieges in den Themenbereich "Nationalsozialismus und Faschismus: Industriegesellschaft ohne Demokratie" mit biographischen Fallbeispielen - einer quantitativen Analyse.

Signifikant sind die äußerst knappen Weltkriegsdarstellungen in Lehrbüchern, die sich vorwiegend an Hauptschulen wenden mit 20 bzw. 26 Seiten, gegenüber denen, die Realschüler und Gymnasiasten als primäre Adressaten haben und diese auf 40 bis 49 Seiten wesentlich umfassender über die gleiche Thematik unterrichten . Erklärend sei hinzugefügt, dass die hierarchische Gliederung der Schularten in Deutschland in Hauptschule, Realschule und Gymnasium etwa den früheren Stufen der Volks-, Mittel- und Oberschule entspricht. Hauptschüler erfahren also in ihren Schulgeschichtsbüchern weniger über den Zweiten Weltkrieg einschließlich des "Unternehmens Barbarossa" als gleichaltrige Realschüler oder Gymnasiasten. Dieser erste wesentliche Befund bestätigt die Ergebnisse Hans-Heinrich Noltes, der 1984 zu dem Schluss kommt: "Da der Gesamtumfang zwischen diesen beiden Typen (Gymnasium auf der einen, Hauptschule auf der anderen Seite; W.B.) keineswegs im gleichen Ausmaß differenziert, fällt der schultypbezogene Unterschied in der Aufmerksamkeit, die dem Gegenstand gewidmet wird, ins Gewicht." (21)

Die analysierten Schulgeschichtsbücher widmen der Stalingrader Schlacht in der Regel weniger als eine Druckseite Text, ein Faktum, das zu den bereits skizzierten Lehrplanvorgaben kongruent erscheint. Erfahrungen der großen Masse einfacher Soldaten, aus deren Blickwinkel präsentiert, spielen in keiner der Schulbuchdarstellungen auch nur eine marginale Rolle. Feldpostbriefe oder Tagebuchnotizen, die das Schicksal des "kleinen Mannes" vor Augen führen könnten, werden weder für den darstellenden noch den Quellen- bzw. Materialteil eines der untersuchten Lehrwerke ausgewertet. Auch kein noch so kleiner Auszug der zugegebenermaßen wenigen annähernd authentischen Kriegsromane (z. B. von Plievier) findet Berücksichtigung. Das Schicksal der anderen Seite, des Kriegsgegners bei Stalingrad, kommt überhaupt nicht zur Sprache.

Als Positivum hingegen - auch vor dem Hintergrund einer im Gegensatz zu den Lehrwerken der sechziger und siebziger Jahre in aktuellen Schulbuchdarstellungen zum Gesamtkomplex des "Unternehmens Barbarossa" feststellbaren Tendenz hin zur zunehmenden Rezeption des Vernichtungscharakters gerade dieses Krieges - kann festgehalten werden, dass immerhin sechs der acht untersuchten Geschichtsbücher die Zahl der umgekommenen und in Gefangenschaft geratenen Soldaten der 6. Armee angeben. (22) Über nüchterne Zahlenangaben hinaus geht "Unsere Geschichte", das nicht nur aus dem Kriegstagebuch des 0KW u. a. den Funkspruch von Paulus an Hitler vom 23. Januar 1943 mit den Worten zitiert, "die durch Kälte, Hunger, Seuchen verursachten Leiden der Truppe sind nicht mehr zu ertragen", sondern auch über die Rede Görings vom 30. Januar 1943 berichtet, die "im noch deutsch besetzten Russland nach Stalingrad gestrahlt und dort von vielen deutschen Soldaten - auch auf den Verbandsplätzen -mitangehört [wurde]" und in der Göring die bekannte Grabschrift "Wanderer kommst du nach Sparta... " mit folgenden Worten auf die im Kessel Eingeschlossenen bezog: "Wanderer, kommst du nach Deutschland, berichte, du hast uns hier sterben gesehen, wie das Gesetz es befahl." (23)
Zu diesen beiden Quellen erhalten die Schüler die Arbeitsaufträge zu besprechen, "was die Soldaten in Stalingrad erleiden mussten", und zu prüfen, "wer Verantwortung für den Untergang der 6. Armee trägt". Der Darstellung dieses und aller anderen genannten Lehrwerke kann der Schüler allerdings nur Hitler allein als Verantwortlichen für die Vernichtung der Menschen einer ganzen Armee entnehmen. Eine eventuelle Mitschuld verantwortlicher Generäle, deren potentielle Handlungsalternativen bis hin zur Gehorsamsverweigerung, wird nirgendwo diskutiert.
Alle Schulgeschichtsbücher - mit Ausnahme von "Reise in die Vergangenheit" und "Fragen an die Geschichte" - ordnen die Stalingrader Schlacht explizit der Kategorie "Kriegswende" zu. Die folgende Darstellung eines gymnasialen Lehrwerkes für die 10. Klasse ist typisch: "Der Winter 1942/43 brachte die endgütige Wende im Kriegsgeschehen. In der Schlacht um Stalingrad wurde sie am deutlichsten sichtbar In die Flanken des weit vorspringenden deutschen Keiles. zwischen Don und Wolga stießen kampfkräftige russische Truppen hinein. Ende November waren 300000 Deutsche und Rumänen eingeschlossen. Einen Ausbruch aus dem Kessel verbot Hitler. Hunger und Frost zermürbten die Soldaten. Ende Januar 1943 musste sich der Rest der deutschen Stalingradarmee - es waren noch 90000 Soldaten - den Russen ergeben." (24)
Andere Lehrbücher begnügen sich mit noch knapperen Darstellungen. Das an bundesdeutschen Hauptschulen mit Abstand verbreitetste Geschichtsbuch "Reise in die Vergangenheit" begnügt sich mit zwei Sätzen zu Stalingrad im Rahmen einer Chronologie des Zweiten Weltkriegs, während das sich als "Arbeitsbuch" verstehende Unterrichtswerk "Fragen an die Geschichte", das nach Hans-Heinrich Nolte "weithin Funktionen eines Quellenhandbuches für den Lehrer" (!) innehat12 keine einzige Quelle zu Stalingrad enthält und im darstellenden Text nur lapidar mitteilt: "In Stalingrad wurde die 6. deutsche Armee, fast 300000 Soldaten, eingeschlossen und geriet in Gefangenschaft." (25) Ob und wie viele Menschen in dieser Vernichtungsschlacht ihr Leben verloren, wird mit keinem Wort mitgeteilt.
Hinsichtlich der Auswirkungen der Stalingrader Schlacht wird neben dem Hinweis auf ihre Bedeutung als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges in einigen Schulbüchern die katalysatorische Funktion in Richtung einer neuen Qualität des deutschen Widerstandes angedeutet. Während in dem ehemaligen DDR-Lehrbuch die Gründung des "Nationalkomitees Freies Deutschland" nach der Stalingrader Niederlage hervorgehoben und behauptet wird, "nach den großen Niederlagen der faschistischen Wehrmacht kam es in Deutschland zur Herausbildung großer illegaler Partei- und Widerstandsorganisationen, zu deren Leitung (...) hervorragende Kommunisten [es folgt eine Aufzählung von zehn kommunistischen Funktionären] gehörten," (26) drucken andere Schulbücher das letzte Flugblatt der "Weißen Rose" vom 18. Februar 1943 ab, das mit den Worten beginnt: "Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad" und im Anschluss zum Sturz des für die Katastrophe verantwortlich gemachten "Führers" Adolf Hitler aufruft. (27)

5. Die Stalingrad-Rezeption in Schulgeschichtsbüchern der 1990er Jahre

Die genannten Schulgeschichtsbücher haben diese inhaltlichen Darstellungen zur Stalingrad-Rezeption auch in ihren aktuellen Ausgaben übernommen. Zusätzlich wurden neu konzipierte und oder erstmals in den 90er Jahren erschienene Unterrichtswerke analysiert. (28) In diesen Schulgeschichtsbüchern ist der quantitative Anteil der Darstellungen, einschließlich Quellen und Materialien, zum Zweiten Weltkrieg weiter zurückgegangen. Er beträgt zwischen maximal 31 Seiten bei "Anno" sowie "Geschichte 13" und minimal 12 Seiten bei dem "Geschichtsbuch 4". Der Durchschnittswert der sechs Lehrwerke liegt bei 22 Seiten. Für die Stalingrader Schlacht und ihre Rezeption werden dabei zwischen 10 Zeilen, ja, nicht Seiten, sondern Zeilen im "Geschichtsbuch 4" sowie vier Seiten bei "Wir machen Geschichte" zugestanden; der Durchschnittswert liegt bei einer Seite.

Alle diese Lehrwerke mit Ausnahme von "Geschichte 13" und "Geschichtsbuch 4" enthalten Augenzeugenberichte oder Feldpostbriefe von deutschen Soldaten. Die 6.Armee erscheint den Schülern als eine Ansammlung von Soldaten, die von Hitler sinnlos geopfert wurden. Sie erfahren nichts über den zumindest partiell von Kriegsverbrechen geprägten Vormarsch der 6.Armee bis Stalingrad, wie er 1995 in der ersten sog. "Wehrmachtsausstellung" des Hamburger Instituts für Sozialforschung dokumentiert ist. (29) Die Schüler erschauern, dass in Stalingrad nach der Kapitulation des General Paulus nur 5000 von noch verbliebenen 110000 Soldaten einer ursprünglich 300000 Mann starken Armee die Gefangenschaft überleben. Sie lesen verzweifelte Feldpostbriefe oder Erinnerungsberichte deutscher Landser. Insofern ist die Perspektive des "kleinen Mannes" als Opfer berücksichtigt. Ausgeblendet werden die Gründe, warum diese Schlacht um Stalingrad überhaupt geschlagen wurde, die über die ideologischen Pläne Hitlers zur "Eroberung von Lebensraum im Osten" hinausgehen. Selbst die gröbsten militärstrategischen Erwägungen zum Stalingrad- und Kaukasusfeldzug werden den Jugendlichen vorenthalten. Sie erfahren nicht, dass mit der geplanten Eroberung Stalingrads das Rüstungszentrum an der Wolga ausgeschaltet, Moskau von einer wichtigen Verbindungslinie mit den Angloamerikanern abgeschnitten und die Eroberung der kaukasischen Erdölquellen flankiert werden sollte. Nur die zwei nachfolgend ausführlicher dargestellten Lehrwerke gehen darauf angemessen ein. Dies trifft auch auf den in der Geschichtsdidaktik so oft beschworenen Perspektivenwechsel zu. Die meisten Schulgeschichtsbücher informieren nicht über den Sachverhalt, dass ganz abgesehen vom Russlandfeldzug insgesamt, auch bei der Stalingrader Schlacht selbst, die als Opfergang der 6.Armee dargestellt wird, mehr russische Soldaten bei der Verteidigung ihrer Stadt ihr Leben ließen.

Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser hier skizzierten Gesamtsituation der Stalingrad-Rezeption in aktuellen deutschen Schulgeschichtsbüchern, die von großen Schulbuchverlagen herausgegeben werden und durchaus zu den am meisten verbreiteten Schulgeschichtsbüchern zu zählen sind:

- Das gymnasiale Lehrwerk "Anno" stellt den Feldzugsplan mit der doppelten Zielsetzung dar, "sowohl das an der Wolga gelegene Verkehrs- und Rüstungszentrum Stalingrad auszuschalten als auch die Erdölfelder des Kaukasus zu erobern". Durch einen Auszug aus der Denkschrift des Generals Seydlitz-Kurzbach vom 25.November 1942, in der er fordert, sich notfalls die Handlungsfreiheit zum Ausbruch aus dem Kessel auch gegen Hitlers Willen zu nehmen, werden über Hitler hinausgehende Verantwortlichkeiten angesprochen, zumal der entsprechende Arbeitsauftrag an die Schüler lautet: "Gehorsam gegenüber Hitler oder Verantwortung gegenüber den Soldaten? Diskutieren Sie diese Entscheidungssituation." Zudem druckt das Buch drei Feldpostbriefe deutscher Soldaten aus Stalingrad vom 19.November 1942 bis zum 12.Januar 1943, die den Prozess von der Illusion, sich auf Hitler "100prozentig verlassen" zu können (19.11.42) bis zur verzweifelten Aussage reichen, "die Hoffnung auf Befreiung schwindet immer mehr, so was zu erleben hätte ich nie geglaubt, und meine Gesinnung: nie wieder Krieg (12.1.43)". Die Jugendlichen werden aufgefordert, die Soldatenbriefe mit der offiziellen Berichterstattung zu vergleichen. Zudem erhalten sie Auszüge aus Goebbels Rede vom 4.Februar 1943 zur Instrumentalisierung Stalingrads als Helden- und Opfermythos für den totalen Krieg, ergänzt durch die Schlagzeilen des "Völkischen Beobachters vom gleichen Tag: "Der Kampf der 6.Armee um Stalingrad zu Ende. Sie starben, damit Deutschland lebe." Sie werden aufgefordert, sich mit dieser Schlagzeile kritisch auseinander zu setzen und eine Schlagzeile für eine in einem neutralen Land erscheinende Zeitung zu formulieren. (30)
- Ein durchdachtes Informationsangebot enthält auch das ebenfalls für Gymnasien im Diesterweg Verlag herausgegebene Schulgeschichtsbuch "Wir machen Geschichte". Zunächst werden eine Karte und ausführliche Chronik der Stalingrader Schlacht geboten, die in ihrer Zusammenschau den Weg der 6.Armee in die Katastrophe anschaulich machen. In einem ausführlichen Auszug wird die Zeugenaussage des General Paulus im Nürnberger Prozess zu den Kriegszielen im "Unternehmen Barbarossa" dokumentiert. Die Schüler werden aufgefordert herauszufinden, warum Paulus nicht als Angeklagter, sondern als Zeuge vor dem Tribunal stand und über die Richtigkeit dieser Entscheidung der alliierten Ankläger diskutieren. "Wir machen Geschichte" stellt als einziges Schulbuch deutsche und russische Feldpostbriefe nebeneinander und vermeidet so eine deutschzentrierte Nabelschau. Während die Feldpostbriefe der deutschen Soldaten, datiert auf Ende Dezember 1942 das Elend, den Hunger, die Erfrierungen schildern, heben die russischen Offiziere in ihren Briefen vom Januar und Februar 1943 den brutalen Kampf um die Stadt Stalingrad und deren Zerstörungen hervor, aber auch den Stolz, gegen die Armee des Aggressors erfolgreich zu sein. Die Schüler erhalten den Arbeitsauftrag, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Erfahrungen und Folgerungen der deutschen und sowjetischen Soldaten zu nennen und zu diskutieren, wie diese trennenden Erfahrungen weiterwirken und wie sie überwunden werden könnten. (31)

Anmerkungen / Literatur / Schulgeschichtsbücher:

(1) Vgl. zum Folgenden: Pingel, Falk: Nationalsozialismus und Holocaust in westdeutschen Schulbüchern. In: Steininger, Rolf (Hg.): Der Umgang mit dem Holocaust. Europa – USA – Israel. Wien/Köln/Weimar 2. Aufl. 1994, S. 221-232
(2) Vgl. auch: Gebhardt, Dieter: Militär und Krieg im Geschichtsunterricht nach 1945. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, H. 2/1990, S. 81-100, hier S. 84 ff. – In diesem Beitrag faßt der Autor die Resultate seiner gleichnamigen Bielefelder Dissertation zusammen, die das Thema für den Zeitraum von 1945 bis 1969 erörtert.
(3) Pingel, Falk: a.a.O., S. 224
(4) Jeismann, Karl-Ernst und Bernd Schönemann: Geschichte amtlich. Lehrpläne und Richtlinien der Bundesländer. Analyse, Vergleich, Kritik (= Schriftenreihe des Georg-Eckert-Institutes für internationale Schulbuchforschung. Bd. 65), Frankfurt a.M. 1989, S. 21
(5) Vgl. ebd., S. 115
(6) Pingel, Falk: a.a.O., S. 228
(7) Vgl. von Borries, Bodo: Vorstellungen zum Nationalsozialismus und Einstellungen zum Rechtsextremismus bei ost- und westdeutschen Jugendlichen. Einige empirische Hinweise von 1990, 1991 und 1992. In: Internationale Schulbuchforschung, 15 (1993), S. 139-166
(8) Vgl. Nolte, Hans-Heinrich: Die erste Phase des Zweiten Weltkrieges und der deutsche Überfall auf die Sowjetunion in Schulbüchern der UdSSR und der Bundesrepublik Deutschland. In: Ueberschär, Gerd R. und Wolfram Wette (Hg.): „Unternehmen Barbarossa“. Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion 1941. Berichte, Analysen, Dokumente. Paderborn 1984, S.49 - 65
(9) Vgl. Uhe, Ernst: Der Nationalsozialismus in den deutschen Schulbüchern. Eine vergleichende Inhaltsanalyse von Schulgeschichtsbüchern aus der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, Frankfurt a.M. 1975, S. 113-249, Zitat S. 221
(10) Vgl. Benz, Wigbert: Zur Rezeption des „Unternehmens Barbarossa“ in Geschichtsbüchern: Fakten und Tendenzen. In: Internationale Schulbuchforschung, (10) 1988, H. 4, S. 379-391; vgl. auch ders.: Der Russlandfeldzug des Dritten Reiches. Ursachen, Ziele, Wirkungen. Zur Bewältigung eines Völkermords unter Berücksichtigung des Geschichtsunterrichts. Frankfurt a.M. 2.Aufl. 1988 (= Examensarbeit für das Lehramt)
(11) Anfragen zwecks Ausleihe der Wanderausstellung sind zu richten an: Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Celler Straße 3, 38114 Braunschweig
(12) Vgl. ders.: Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion in Schulgeschichtsbüchern. In: Schafranek, Hans und Robert Streibel (Hg.): 22. Juni 1941. Der Überfall auf die Sowjetunion, Wien 1991, S. 167-184; dort auch ein Verzeichnis der untersuchten Lehrwerke. Eine Durchsicht der bis heute erschienenen Neuauflagen dieser Schulgeschichtsbücher ergab keine wesentlichen Veränderungen in der Darstellung des „Unternehmens Barbarossa“.
(13) Nolte, Hans-Heinrich a.a.O., S. 61
(14) K.-E. Jeismann/B. Schönemann: Geschichte amtlich. Lehrpläne und Richtlinien der Bundesländer Analyse, Vergleich, Kritik. ( Studien zur Internationalen Schulbuchforschung, Bd. 65). Frankfurt/M. 1989, 5. 21f.
(15) Vgl. die aktuellen Lehrpläne der einzelnen Bundesländer im Fach Geschichte. Diese sehen nach wie vor im Durchschnitt ca. 8 Stunden für die Unterrichtung des gesamten Zweiten Weltkrieges im Unterricht der Sekundarstufe I vor. Die Lehrpläne sind online einzusehen auf dem Deutschen Bildungsserver „Lehrpläne / Richtlinien“ : http://dbs.schule.de/zeigen.html?seite=400
(16) Vgl., Köhler, Otto: Wir Schreibmaschinentäter. Journalisten unter Hitler und danach. Köln 1989, S. 91-118; Longerich, Peter: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop, München 1987. Longerich betont an zahlreichen Stellen – durchgängig im ganzen Buch – die große Bedeutung Schmidts bzw. Carells für die Kriegspropaganda des Dritten Reiches
(17) Vgl. Carell, Paul: Unternehmen Barbarossa. Der Marsch nach Rußland. Frankfurt a.M. 1963 mit immer neuen Auflagen, zum Teil als Bildbände bis heute
(18) Vgl. Carell, Paul Stalingrad. Sieg und Untergang der 6.Armee. 1992
(19) Hug, Wolfgang: Das Geschichtsbuch in der Unterrichtspraxis. In: Geschichtsdidaktik2 (1977), H. 1, 5. 64—74, hier 5. 64; vgl. G. Niemetz: Praxis Geschichtsunterricht. Methoden — Inhalte — Beispiele. Stuttgart 1983, 5. 17ff. Den „prägenden Einfluss“ des Lehrbuches auf den Geschichtsunterricht betonen auch neuere Untersuchungen, vgl. Klaus Bergmann u.a. (Hg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik. Seelze-Velber 5. überarbeitetet Auflage 1997, S.422ff.
(20) Vgl. Benz, Wigbert: Stalingrad im deutschen Schulbuch und Unterricht. In: Stalingrad. Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht. Hrsg. v. Wolfram Wette und Gerd R. Ueberschär. Frankfurt a.M. 1992, S. 240 – 246. Untersucht wurden folgende Lehrwerke: Reise in die Vergangenheit. Ein geschichtliches Arbeitsbuch. Von H. Ebeling in der Neubearbeitung von W. Birkenfeld. Ausgabe N. Bd. 3. Geschichte und Politik in unserer Zeit. Braunschweig: Westermann Verlag 1987 (ergänzend Ausgabe 1973); Geschichte für morgen. Arbeitsbuch für den Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe 1. Hrsg. von H. Heumann. Bd. 4. Zeitgeschichte. Frankfurt/M.: Hirschgraben Verlag 1984, Unsere Geschichte. Hrsg. von W. Hug. Bd. 3. Von der Zeit des Imperialismus bis zur Gegenwart. Frankfurt/M: Diesterweg Verlag 1986; Spiegel der Zeiten. Lehr? u. Arbeitsbuch für den Geschichtsunterricht. Ausgabe B. Bd. 4. von der Russischen Revolution bis zur Gegenwart. Von J. Hoffmann. Frankfurt/M.: Diesterweg Verlag, 7. Auf]. 1978; Zeiten und Menschen. Neue Ausgabe B. Hrsg. von E. Görlitz und J. Immisch Bd. 4. Zeitgeschichte. Von der Oktoberrevolution bis zur Gegenwart. Paderborn: Schöningh / Schroedel Verlag 1986; Geschichtsbuch 4. Die Menschen und ihre Geschichte in Darstellungen und Dokumenten. Ausgabe für Gymnasien in Baden?Württemberg. Vom Ersten Weltkrieg bis heute. Hrsg. von P. Hüttenberger u. a. Berlin: Cornelsen / Hirschgraben Verlag 1988; Fragen an die Geschichte. Geschichtliches Arbeitsbuch für die Sekundarstufe I. Hrsg. von H. D. Schmid. Bd. 4. Die Welt im 20. Jahrhundert. Frankfurt/M: Hirschgraben Verlag,. 4. neubearbeitete Auflage 1984 (ergänzend Ausgabe 1978); Geschichte. Lehrbuch für Klasse 9.: Berlin: Volk und Wissen Verlag 1982, 13. Auflage der Ausgabe von 1970. Eine Durchsicht der angegebenen Lehrwerke nach aktuellen Ausgaben ergab keine Veränderungen bezüglich der Stalingrad-Darstellungen. Die Lehrwerke „Spiegel der Zeiten“ sowie „Zeiten und Menschen“ sind mittlerweile vom Markt genommen.
(21) Nolte, Hans-Heinrich a.a.O., S.57
(22) Vgl. auch zum Folgenden: Geschichte für morgen (Hirschgraben). Bd. 4., 5. 88; Unsere Geschichte (Diesterweg), Bd. 3, 5. 202; Spiegel der Zeiten (Diesterweg) Bd. 4, 5. 136; Zeiten und Menschen (Schöningh/Schroedel). Bd. 4, 5. 126; Geschichtsbuch (Cornelsen/Hirschgraben). Bd. 4, 5. 123; Geschichte 9 (Volk und Wissen), 5. 216 f.; keine Angaben machen: Reise in die Vergangenheit (Westermann). Bd. 3 sowie Fragen an die Geschichte (Hirschgraben). Bd. 4
(23) Unsere Geschichte, 5. 205 f. (auch zu den folgenden Arbeitsaufträgen).
(24) Zeiten und Menschen, 5. 126
(25) Vgl. Nolte, Hans-Heinrich a.a.O.,, 5. 56; Fragen an die Geschichte, 5. 89
(26) Geschichte 9, S. 225
(27) Reise in die Vergangenheit, 5. 185; Geschichte für morgen, 5. 91; Geschichtsbuch, S.135
(28) Anno. Das 20.Jahrhundert. Hrsg. v. Bernhard Askani und Elmar Wagner.Baden-Württemberg. Braunschweig: Westermann Verlag 1999; Geschichtsbuch 4. Die Menschen und ihre Geschichte in Darstellungen und Dokumenten. Von 1918 bis 1995. Neue Ausgabe. Hrsg. von Bernd Mütter u.a. Berlin: Cornelsen Verlag 1998 (= weiterentwickeltes Werk des gleichnamigen Schulbuches von 1988); Wir machen Geschichte. Bd.4. Gymnasium. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Gegenwart. Hrsg. v. Ernst Hinrichs u.a. Frankfurt a.M. Verlag Moritz Diesterweg 1998; Geschichte Konkret 3. Ein Lern- und Arbeitsbuch. Hrsg. v. Hans-Jürgen Pandel. Hannover: Schroedel Verlag 1998; Doppelpunkt. Geschichte / Gemeinschaftskunde. Hauptschule Klasse 9. Von Hans M. Gerst u.a. Hannover: Schroedel Verlag 2001; Oldenbourg. Geschichte für Gymnasien 13. Hrsg. v.Manfred Treml. München: Oldenbourg Verlag 1994
(29) Vgl. zu den Verbrechen der 6.Armee vor Stalingrad: Boll, Bernd / Safrian Hans: Auf dem Weg nach Stalingrad. Die 6.Armee 1941/42. In: Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1944. Hrsg. von Hannes Heer und Klaus Naumann. Hamburg 1995, S.260 – 296
(30) Vgl. Anno, S.110f.
(31) Vgl. Wir machen Geschichte, S.126 – 129, mit einem eigenen Kapitel zu dem Thema: „Nicht nur Hitlers Krieg“: Sowjetische und deutsche Soldaten in der Hölle von Stalingrad

Wigbert Benz

URL: http://www.historisches-centrum.de/forum/benz03-1.html