Home | Site Map | Suche | Kontakt | Impressum

Historische Museen und Archive der Stadt Hagen: Wasserschloss Werdringen

Stadtmuseum
53 Besucher online

Ankndigungen

Keine News in dieser Ansicht.

Aktuelles

23.02.2019 11:00

Tauchfahrt in die Vergangenheit

Exkursion in den Steinbruch Hohenlimburg
2.03.2019 11:00

Bltterhhle und Hnenpforte

Archologisch-geologische Exkursion rund um die Hnenpforte
3.03.2019 11:00

Geokidz

Steinbruch-Exkursion fr Kinder ab 4 Jahren
9.03.2019 11:00

Fossilien- und Mineraliensuche auf dem Klopfplatz am Steinbruch Donnerkuhle

Geotouring bietet speziell fr jngere Kinder ab 4 Jahren Fossilien-...
17.03.2019 11:00

Dem Massensterben auf der Spur

Geologische Wanderung Hasselbachtal
23.03.2019 11:00

Steinbruch-Exkursion nach Sprockhvel

Das Museum Wasserschloss Werdringen bietet in Kooperation mit...

Wasserschloss Werdringen


Eine Zeitreise durch 470 Millionen Jahre




Das Museum Wasserschloss Werdringen ist wegen der Einrichtung eines neuen Ausstellungsbereiches zur Bltterhhle sowie notwendigen Umbaumanahmen im Foyer vom 29. Oktober 2018 bis 22. Mrz 2019 geschlossen. Das Schlosscaf bleibt weiterhin geffnet. Kindergeburtstage, Fhrungen fr Schulklassen und Gruppen, Exkursionen und andere buchbare Veranstaltungen sind nach vorheriger Anmeldung unter 02331 207 2740 ebenfalls mglich. Zum traditionellen Weihnachtsmarkt im Wasserschloss am 15. und 16. Dezember 2018 ist das Museum auch geffnet.

Das Museumsteam freut sich, Sie im Frhjahr 2019 in einem neu gestalteten Foyer sowie mit vielen neuen Ausstellungsobjekten und einen eigenen Ausstellungsbereich zur international bedeutenden Bltterhhle in Hagen zu begren.





Auf Facebook: Hagener Stadtgeschichte




Das Museum Wasserschloss Werdringen liegt im Hagener Stadtteil Vorhalle - im Ruhrtal am Fue des sagenumwobenen Kaisbergs. Der frhere Adelssitz aus dem 13. Jahrhundert ist von einer einzigartigen Natur- und Geschichtslandschaft umgeben. In der nheren Umgebung der Burganlage befinden sich zahlreiche palontologische, archologische und historische Denkmler.



Seit ber 200 Jahren zhlt der Raum Hagen zu den wichtigsten Fundlandschaften in Deutschland. Die Geschichte der umfangreichen Sammlungen des Museums reicht bis in das frhe 19. Jahrhundert zurck. Einige Funde sind fr die Palontologie und Archologie auch international bedeutend.



In der Ausstellung werden archologische und palontologische Funde aus der Region prsentiert. Die Schausammlung enthlt unter anderem die ltesten Fossilien in Westfalen, frhe Landpflanzen aus dem Mitteldevon an Volme und Lenne, riesige Ur-Insekten aus dem Oberkarbon in Hagen und Dinosaurier aus der Kreidezeit im Sauerland.




Die archologischen Funde reichen von Steinwerkzeugen des Neandertalers sowie alt- und mittelsteinzeitlicher Jgergruppen ber jungsteinzeitliche und metallzeitliche Hhlen- und Freilandfunde bis hin zu Relikten von Burgen aus dem Hochmittelalter. Das Museum zeigt die bislang ltesten berreste von modernen Menschen aus der Nacheiszeit in Europa. Sie sind ber 11.000 Jahre alt und wurden in der Bltterhhle in Hagen entdeckt.



Einblicke 2 (2002), Ausgabe 7 (Oktober); Die Hinrichtung des Kramers Georg Lackum aus Wetter auf der Boeler Heide 1591

Einblicke - Zeitschrift für Regionalgeschichte | 2. Jahrgang | 2002 | Ausgabe 7 (Oktober)
ISSN 1618-9752

-
Ralf-Peter Fuchs
Die Hinrichtung des Kramers Georg Lackum aus Wetter
auf der Boeler Heide 1591

-


Mandate des Reichskammergerichts gegen die Fürstlich Klevischen Räte und Vorladung wegen Injurien, u.a. aufgrund der Hinrichtung des Kramers Georg Lackum aus Wetter auf der Boeler Heide. Gegeben zu Speyer am 4. Dezember 1593.

... “mandatum de relaxandis bonis cum citatione, nec non Mandato de non offendendo pendente lite. Item compulsoriales & citatio super iniuriis in causa N.N. F. C. Räthen contra N.N.
Wir Rudolff / etc. Entpietten den Ersamen und des Reichs lieben getrewen N.N., F.C. Cantzler und Räthen / so dann Bernhardten von dem RB. D. unndt D. W. richtern, beiden zu W. in der Graffschafft von der M. auch R. W. W., richtern zum H., unser Gnadt unndt alles gutes“ ...

Diese beim ersten Hinsehen kaum verständlichen Worte sowie ein darauf folgender langer Text mit Informationen zu einem Mordfall aus Wetter an der Ruhr wurden in einer Sammlung von Rechtsfällen des Reichskammergerichts im Jahre 1601 zum ersten Mal im Druck publiziert.(1) Der ursprüngliche Text war etwas älter: Bereits 1593 war das Schreiben den in der Anredeformel genannten Personen zugestellt worden. Es handelt sich dabei im einzelnen um ein Mandat (einen gerichtlicher Befehl) zur Herausgabe von beschlagnahmten Gütern, insbesondere Vieh, um ein weiteres Mandat, die Mandanten bzw. Kläger während des schwebenden Rechtsstreites nicht anzugreifen, darüber hinaus um die Aufforderung, dem Reichskammergericht die Akten der vorigen Instanzen zuzusenden und schließlich – besonders gravierend – um eine Vorladung wegen des Vorwurfes der Verübung von Injurien (hier: Unrecht und Ehrverletzungen).

Die Namen bzw. Titel der Personen, die hier in der Druckversion abgekürzt wiedergegeben wurden, lassen sich unter Hinzuziehung einer Reichskammergerichtsakte (2) benennen: Das unter der Intitulatio Kaiser Rudolfs II. von den Beisitzern des Reichskammergerichts verabschiedete Mandat richtete sich an den F(ürstlich) C(levischen) Kanzler (3) und die Regierungsräte, darüber hinaus an Bernhardt von R(om(b)erg) als D(rosten), und D(ietrich) W(erning) als Richter, beide zu W(etter) in der Grafschaft von der M(ark), zuletzt an R(einholdt) W(ortmann), Richter zu H(agen).(4) Auch die Namen weiterer genannter Personen, insbesondere jener, die sich klagend an das Reichsgericht gewandt hatten, lassen sich unter Hinzuziehung von Aktenmaterial des Reichskammergerichts genau bestimmen.(5) Diese waren die Hinterbliebenen des wegen Mordes hingerichteten Kramers Georg Lackum genannt Nilcken, seine Ehefrau Agnes und seine Kinder Dietrich und Christina Lackum:

... "unserm Keyserlichen Cammergericht haben unsere liebe Andechtige und getrewe A[gnes], D[ietrich] unndt C[hristina], die L[ackum] Mutter / Sohn undt Tochter / Weiland G[eorg] L[ackums] hinterlassene wittib und Kinder supplicirendt fürbringen / ob in gemeinen beschriebenen geistlichen unndt weltlichen rechten unsern unndt des H[eiligen] reichs constitution und Ordnungen heilsamlich unnd wol versehen / daß niemandt ohne vorgehnde rechtmessige ursach gefenglichen angriffen / noch auch ohne bestendige argwohn / anzeig oder vermutung / mit peinlicher Tortur beladen / vilweniger unverschuldter weiß vom leben zum Todt gebracht / unndt hingericht werden solle“ ...

Nach der Nennung der Supplikanten (hier: Antragsteller des Mandates) wurde rechtlich begründet, warum das Einschreiten des Reichskammergerichts erfolgte: Hierbei wurde darauf hingewiesen, daß es niemandem zustehe, eine Person ohne genügende Beweise verhaften, ins Gefängnis sperren, foltern oder gar hinrichten zu lassen. Dabei berief man sich allgemein auf die geistlichen und weltlichen Rechte. Unter den konkret genannten Konstitutionen und Ordnungen des Heiligen Römischen Reichs verstand man in erster Linie die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. (Carolina). In dieser Strafrechtsordnung waren Regeln zur Beweisführung festgesetzt worden, die darauf abzielten, die Hinrichtung Unschuldiger zu vermeiden und aus denen deutlich wird, daß man sich der Gefahren der Beweisführung in Kriminalsachen, insbesondere der Folter, bewußt war.(6)

Welche Ereignisse hatten zur Erteilung der Mandate und zur Injurienklage geführt? Um dies zu erklären, muß man ins Jahr 1590 zurückgehen:
Im Mai dieses Jahres wurde zu Wetter eine Leiche, auf einen Stauflügel der Ruhr angetrieben, entdeckt: Bei dem Toten handelte es sich um eine Person, die im Ort bekannt, wenn nicht gar berüchtigt war. Die Leiche des jugendlichen Fährmanns, den man Johann auf der Ruhr oder auch Johennken Überführer nannte, war mit einem Strick um den Hals versehen, an dem ein Stein zur Versenkung befestigt worden war. In den beiden Hosentaschen fand man weitere Steine zur Beschwerung des Körpers. Darüber hinaus fiel eine Stichwunde im Hals auf.(7)

Zunächst geriet ein Mann namens Jasper von der Ruhr unter Tatverdacht, der im Ruf stand, mit Johann gelegentlich gemeinsame Diebstähle ausgeführt zu haben. Nach dessen Flucht und Ergreifung zu Hörde sollte der dortige Richter gegen ihn inquirieren. Nach einiger Zeit richteten sich die Ermittlungen zu Wetter jedoch zunehmend gegen Georg Lackum als Onkel des Opfers, und einen seiner beiden Söhne, Anton Lackum, der für die Laufbahn eines katholischen Geistlichen vorgesehen war und bereits die Priesterweihe zu Köln empfangen hatte. Ein Motiv für eine mögliche Tat wurde in Erbschaftsstreitigkeiten gesehen: Im Ort munkelte man, der über die Lebensart des Johann von der Ruhr erboste Georg Lackum habe als Verwandter dessen legitimes Erbe an sich gerissen, woraufhin Johann von der Ruhr angekündigt habe, er wolle deswegen noch sein Recht suchen. Georg Lackum hatte seinem Neffen etwa ein halbes Jahr vor der Tat nach einem Streit zusammen mit seinem Sohn Anton aufgelauert, um ihn zu verprügeln. Bei diesem Vorfall war es zu einer heftigen, bewaffneten Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf Johann von der Ruhr körperlich mißhandelt und verletzt worden sein soll.(8)

Der Drost und der Richter zu Wetter führten in enger Tuchfühlung mit den Regierungsräten die Untersuchungen in dieser Richtung weiter. Schließlich wurden die beiden Verdächtigen, nach schwer belastenden Aussagen in einem Zeugenverhör, zu Wetter ins Gefängnis gebracht. Am 20. Oktober 1591 erging aus Düsseldorf seitens der Klevischen Räte die Erlaubnis zur Tortur. Danach wurden Geständnisse von Vater und Sohn abgelegt, den Mord begangen und darüber hinaus versucht zu haben, ihn zu vertuschen. Zwei Wochen später erging ein Urteil aus Düsseldorf zur Zerschlagung der Glieder des Georg Lackum auf dem Rad und zur Enthauptung beider geständiger Personen. Eine Verschärfung des Todesurteils ergab sich noch durch den Zusatz, beide Häupter seien, "andern zum abscheu“, auf einen "stecken“ zu setzen. Darüber hinaus sollten beide Körper unter dem Rad begraben werden.(9)

Seitens der betroffenen Familie wurden verzweifelt verschiedene Hebel in Bewegung gesetzt, um die Umwandlung in eine gemäßigte Strafe, eine Geldstrafe, zu bewirken. Eine reale Chance hierfür ergab sich aus dem guten Namen der Verurteilten. Allgemein wurde im 16. Jahrhundert noch sehr häufig bei Tötungsdelikten eine gemäßigte Bestrafung über Geldsühnen durchgeführt.(10) Im Fall Lackum wurde jedoch lediglich eine Milderung der Strafe des Georg Lackum erreicht: Diesem sollte die Räderung vor der Enthauptung erspart werden.(11) Letztlich wurde die Todesstrafe an Georg Lackum noch während einer zunächst gewährten Frist, weitere Einreden vorzubringen und trotz Widerrufs des Geständnisses auf der Boeler Heide vollstreckt. Aus dem Mandatstext wird zudem deutlich, daß man seinen "Todten Cörper und Leichnahm alda offentlich uff dem Radt / da ehrliche fromme Leut nicht / sondern schelmen und dieb hingehören“ der Verwesung überlassen hatte.(12) Die Witwe des Toten, Agnes Lackum, wandte sich daraufhin an die Räte, um zumindest den Körper von der Richtstätte wegführen zu dürfen.(13) Darüber hinaus hielt sie an der Unschuld ihres Mannes fest und bat um Freilassung ihres immer noch im Gefängnis befindlichen Sohnes.

Ein weiteres schwerwiegendes Ereignis sollte schließlich dazu beitragen, daß der Drost zu Wetter immer mehr unter Rechtfertigungsdruck geriet: Anton Lackum verstarb im Januar 1592 unter ungeklärten Umständen in der Haft. Darüber hinaus wurden im Zuge der Auseinandersetzungen des Drosten mit der Familie Güter beschlagnahmt und Dietrich Lackum, ein weiterer Sohn des Georg Lackum vorübergehend in Beugehaft genommen. Nachdem der Drost zu Hörde überdies noch Jasper von der Ruhr freigelassen und damit dessen Unschuld anerkannt hatte, wandten sich die Hinterbliebenen der Familie Lackum an das Reichskammergericht, indem sie eine Injurienklage wegen dieser "tyrannische[n] sachen“ anstrengten und unter anderem neben einem ehrlichen Begräbnis des Georg Lackum eine Entschädigungssumme von 40.000 Goldgulden für den familiären Ehrenschaden einforderten.(14) Wie und ob der Prozeß ausging, ist nicht überliefert. Noch über zwölf Jahre nach Erteilung der Mandate befand sich der Leichnam von Georg Lackum auf der Richtstätte.

Der Fall Lackum, der seinerzeit die Region um Wetter und Hagen in Aufregung versetzte, kann hier nicht in seiner ganzen Breite dargestellt werden. Dies soll noch an anderer Stelle erfolgen. Seine Bedeutung auf mehreren Ebenen läßt sich hier jedoch bereits in Kürze skizzieren:
Von hohem rechtsgeschichtlichen Interesse ist, welche Möglichkeiten frühneuzeitliche Untertanen hatten und ausschöpften, um sich gegen obrigkeitliches Unrecht zu wehren. Insbesondere die beiden höchsten Reichsgerichte scheinen eine größere Rolle bei solchen Auseinandersetzungen gespielt zu haben.(15) Zu diskutieren wäre, inwieweit sich diese in Anspruch genommenen Rechte als Vorläufer von Grundrechten darstellen. Das Reichskammergericht ermöglichte es den Untertanen jedenfalls unter bestimmten Bedingungen, bei Justizverstößen und konkreten Bedrohungen von Leib und Leben, Nichtigkeitsklagen und Mandatsanträge einzureichen. Eine weitere Form stellte die hier direkt eingereichte Injurienklage beim Reichskammergericht dar. Dabei gilt es allerdings, neben den formellen Möglichkeiten auch die realen Chancen im Rahmen der Rechtswirklichkeit genauer zu untersuchen.

Mentalitätsgeschichtlich sind u.a. Fragen von Bedeutung, unter welchen Bedingungen Gewalt in der Frühen Neuzeit als akzeptables Mittel, Konflikte zu lösen, angesehen wurde und welches Gewicht der Ehre dabei zugesprochen wurde.(16) Daneben ist etwa im Hinblick auf die Zeitwahrnehmung der Untertanen und den Umgang mit Zeit im Rahmen von Strafverfahren die Beobachtung aufschlußreich, daß es der Obrigkeit trotz mehrmaliger Versuche nicht gelang, das Datum des Tages herauszufinden, an dem Johann auf der Ruhr zum letzten Mal lebend gesehen wurde.

Letztlich läßt sich die Vielfalt an regionalgeschichtlich wichtigen Aspekten nur andeuten: Der Fall wirft ein Licht auf die Menschen in der märkischen Freiheit Wetter just zu einer Zeit, als sich in Nachbarterritorien und kleineren Adelsherrschaften lokale Konflikte über Hexenverfolgungen entluden.(17) Es ist anzunehmen, daß konfessionelle Differenzen in das Verfahren Lackum hineinspielten. Dies läßt sich allerdings nur über einige wenige Hinweise belegen. Genauer nachzeichnen läßt sich über die Reichskammergerichtsakten das obrigkeitliche Zusammenwirken von zentralen Regierungsräten einerseits und Drost wie Richter vor Ort andererseits – eine in Anbetracht des Quellenmangels zur Strafjustiz in Kleve-Mark besonders wichtige Chance, Funktionen wie Defizite der Kriminaljustiz zu beobachten. Die nähere Beschreibung einer Bahrprobe nach dem Fund der Leiche des Johann auf der Ruhr und eine Schilderung der Hinrichtung des Georg Lackum durch den Scharfrichter auf der Boeler Heide geben darüber hinaus Einblicke in die lokale Rechtspraxis der Grafschaft Mark am Ausgang des 16. Jahrhunderts und bilden damit Bausteine zu einer Rechtsgeschichte des Territoriums.(18)

Anmerkungen

1) Gylmann, Adrian: Symphorema supplicationum pro processibus, super omnibus ac singulis imperii Romani constitutionibus, in supremo Camerae Imperialis auditorio impetrandis [...]. Bd. 1. Frankfurt/M. 1601. In diesem Werk ist der wiedergegebene Text als Kopie gekennzeichnet. zurück
2) StA Ms, RKG, L 24. zurück
3) Als Kanzler wurde genannt: "Dr. jur. Heinrich Weßen.“ Gemeint war offensichtlich Heinrich von Weeze. zurück
4) Abgekürzt also eigentlich "R. W.“. Bei der Abkürzung "R. W. W.“ dürfte es sich um einen Druckfehler handeln. Wortmann wurde als märkischer Anwalt bezeichnet. zurück
5) Siehe hierzu Näheres in Fuchs, Ralf-Peter: Um die Ehre. Westfälische Beleidigungsprozesse vor dem Reichskammergericht (1525 – 1805), Paderborn 1999, S. 269ff, und ders.: Recht und Unrecht im Verfahren Lackum - Ein Kriminalfall mit Widerhall, in: Andrea Griesebner / Martin Scheutz / Herwig Weigl (Hg.): Justiz und Gerechtigkeit. Historische Beiträge (16. – 19. Jahrhundert), Innsbruck 2002 (= Wiener Schriften zur Geschichte der Neuzeit 1), S. 149 - 168. zurück
6) Zur Folter im juristischen Diskurs des Mittelalters und der Frühen Neuzeit siehe Schmöckel, Mathias: Humanität und Staatsraison. Die Abschaffung der Folter in Europa und die Entwicklung des gemeinen Strafprozeß- und Beweisrechts seit dem hohen Mittelalter, Köln / Weimar u. a. 2000, insbesondere S. 93 – 163. Siehe auch im Zusammenhang mit Hexenprozessen die Ausführungen bei Oestmann, Peter: Hexenprozesse am Reichskammergericht, Köln / Weimar u.a. 1997, S. 250 – 265. zurück
7) StA Ms, RKG, L 24, Bd. 1, fol. 7. zurück
8) Bericht des Drosten an die klevischen Räte, zu dieser Zeit zu Düsseldorf weilend: StA Ms, RKG, L 24, Bd. 1, fol. 9ff. zurück
9) Urteil vom 4. Nov. 1591: StA Ms, RKG, L 24, Bd. 1, fol. 69. zurück
10) Zum rechtlichen Umgang mit Tötungsdelikten siehe jetzt Wittke, Margarete: Mord und Totschlag? Gewaltdelikte im Fürstbistum Münster 1580 - 1620. Täter, Opfer und Justiz, Münster 2002, insbes. S. 77ff. und S. 119ff. zurück
11) Begnadigung aus Düsseldorf vom 17. Nov. 1591, die ebenso das Begräbnis des Körpers von Anton Lackum in geweihter Erde beinhaltete: StA Ms, RKG, L 24, Bd.1, fol. 87. zurück
12) Gylmann 1601, S. 549. zurück
13) StA Ms, RKG, L 24, Bd.1, fol. 127. zurück
14) StA Ms, RKG, L 24, Bd. 2, fol. 21f. zurück
15) Im Hinblick auf eine spätere Phase siehe Weitzel, Jürgen: Das Reichskammergericht und der Schutz von Freiheitsrechten seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, in: Bernhard Diestelkamp (Hg.): Die politische Funktion des Reichskammergerichts. Köln / Weimar u.a. 1993, S. 157–180. zurück
16) Die Frage nach der Gewalt in der frühneuzeitlichen Gesellschaft wird den Frühneuzeit-Historikertag an der Humboldt-Universität Berlin 2003 noch ausgiebig beschäftigen. Einige Literaturhinweise zur Diskussion im Rahmen einer Historischen Anthropologie: Pieter Spierenburg, Faces of Violence. Homicide Trends and Cultural Meanings: Amsterdam 1431 - 1816, in: Journal of Social History 27 (1994), S. 701 - 716. Dazu Dinges, Martin: Formenwandel der Gewalt in der Neuzeit. Zur Kritik der Zivilisationstheorie von Norbert Elias, in: Rolf Peter Sieferle / Helga Breuninger (Hg.): Kulturen der Gewalt. Ritualisierung und Symbolisierung von Gewalt in der Geschichte, Frankfurt-Main / New York 1998, S. 171 - 194. Zur Strafverfolgung von Gewaltdelikten durch die Obrigkeit siehe resümierend im Hinblick auf das Fürstbistum Münster: Wittke (Anm. 9), S. 309f. zurück
17) Siehe jetzt Fuchs, Ralf-Peter: Hexenverfolgung an Ruhr und Lippe. Die Nutzung der Justiz durch Herren und Untertanen, Münster 2002 (= Forum Regionalgeschichte 8). zurück
18) Zum Thema der Scharfrichter in der Grafschaft Mark und Umgebung siehe Wilbertz, Gisela: Von Bochum nach Kleve. Zur Sozialgeschichte von Scharfrichtern und Abdeckern im märkisch-niederrheinischen Raum - Westfalen und Rheinland im Vergleich, in: Der Märker 42 (1993), S. 95-107, 163-176 u. 211-222, sowie auch den Beitrag von Marra, Stephanie / Sollbach, Gerhard E.: Eine Hinrichtungsstätte als Schulstandort, in: Einblicke 2 (2002), Nr. 5
und Marra, Stephanie: "Das Rädern, Köpfen und Hencken, jedes vor eine Loisdor ...". Von Scharfrichtern und Abdeckern in der Grafschaft Limburg, in: WestZ 151/152 (2001/2002), S. 243-256 (i. Dr.). zurück

Autor:
Dr. Ralf-Peter Fuchs <Ralfpeter.Fuchs@lrz.uni-muenchen.de>
© Historisches Centrum Hagen, alle Rechte vorbehalten
URL: http://www.historisches-centrum.de/einblicke/02/200209.html
Version vom: 3.10.2002

 

Home | Site Map | Suche | Kontakt | Impressum