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Deutschland

Ausstellungsbesprechung

 

Rezensiert von
Margrit Sollbach-Papeler
Herdecke

Abschied von der Mark
Die Geschichte der deutschen Währungen von 1871 bis 2002

Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg
11. Juni bis 12. September 1999

Website:
http://www.duisburg.de/Kult_Sport/Museen/KSM
(letzter Zugriff am 6.8.1999)

Gliederung:
Ausstellung
Internet-Präsentation
Begleitheft


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Die Ausstellung

Bei der Wanderausstellung handelt es sich um ein Projekt des Bundesministeriums der Finanzen anläßlich des 50. Geburtstages der Deutschen Mark und der Einführung des EURO in den Jahren 1999 und 2002.

Die Ausstellung selbst beginnt mit der Frage:

Was bringt der Euro

  • bei Löhnen und Gehältern?
  • bei Guthaben und Krediten?
  • im Kaufhaus?
  • in der Wirtschaft?

Die einzelnen Fragen werden mit Hilfe von Informationen auf großen Schrifttafeln und mit ergänzenden Video-Präsentationen beantwortet. Blickfang sind Darstellungen der neuen Euro-Geldscheine.

Die weitere Ausstellung ist dann in folgende Themenbereiche aufgegliedert:

  • Die Vorgeschichte der Mark.
  • Die Mark im Kaiserreich.
  • Von der Weltwirtschaftskrise bis zum Zusammenbruch des Reiches.
  • Deutschland nach dem Zusammenbruch.
  • Die Deutsche Mark im Umfeld flexibler Wechselkurse.
  • Das europäische Währungssystem.

Anhand von Landkarten, Bildern, Geldscheinen und einzelnen Verträgen wird die geldgeschichtliche Entwicklung in Deutschland ab 1871 dargestellt. Als Aufhänger und zur Veranschaulichung der Vorgeschichte der Einführung der Mark und der dadurch erreichten einheitlichen Währung in Deutschland dient die auf einer historischen Karte als Route dargestellte Reise der Familie Mozart im Jahre 1763 von Salzburg nach Paris über Koblenz, Köln und Aachen, die durch zahlreiche Zollschranken eine Vielzahl von Währungen erheblich erschwert war. Die Inflation von 1923 ist durch Geldscheine mit immer größeren Werten dargestellt. Hier erfährt man, daß z. B. ein Pfund Butter im August 1923 etwa 1 Million kostet, im Oktober bereits 6 Millionen. Gezeigt wird auch das damals von Gemeinden ausgegebene eigene Papiernotgeld. Lokalen Bezug haben die Duisburger Ausgaben mit Werten bis zu 100 Billionen. Blickpunkt im Themenbereich "Weltwirtschaftskrise" ist das großformatige Repro einer Fotografie der New Yorker Börse vor dem Kurssturz 1929. Als Audiovisuelle Ergänzungen können vom Besucher Ausschnitte aus den Filmdokumenten "Ludwig Erhard und sein Wirtschaftswunder" und "Geschichte der BRD" Teil I (1945-1955) abgerufen werden.

Ausführlich werden anhand von Karten, Bildern u. ä. die Bemühungen aufgeführt, die schließlich zur europäischen Währungsunion geführt haben.

Im Mittelpunkt der einzelnen Themenbereichen stehen jedoch die zahlreichen Objekt-Originale, vor allem Geldscheine und Münzen, die im mittleren Teil des Ausstellungsraums in Vitrinen untergebracht sind. Die älteste gezeigte Münze stammt aus dem Jahre 1786 und zeigt Friedrich Wilhelm II.. Die älteste ausgestellte Münzwaage ist von 1778, die älteste Geldbörse von 1850 und eine Geldkatze von 1760. Ausgestellt ist aber auch eine Reichsbrotkarte für Schwerstarbeiter für die Zeit vom 25.9. bis 22.10.1939. Ebenfalls zu sehen sind Sammelbüchsen des Winter-Hilfswerks aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit den zugehörigen Abzeichen, die für geleistete Spenden ausgegeben wurden.

In der aus konservatorischen Gründen abgedunkelten Schatzkammer im Mercator-Raum werden zusätzlich deutsche Papiergeld-Raritäten in einer Vitrine gezeigt. Dazu gehören u. a. Bank-Zettel zu 8 Species-Talern der Schleswig-Holsteiner Species Bank, Altona, von 1799 und 100 Deutsche Mark, Bank Deutscher Länder, ausgegeben 1948.

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Internet-Präsentation

Die Internet-Präsentation ist nur kurz und beinhaltet außer dem Ausstellungszeitraum lediglich eine knappe Angabe des Themas der Ausstellung und den Hinweis auf die Dauer der Ausstellung.

Begleitheft

Zu der Ausstellung ist ein 63 Seiten umfassendes Begleitheft mit dem Titel "50 Jahre Bundesrepublik Deutschland und ihr Geld" erschienen. Herausgeber ist das Bundesministerium der Finanzen. Der Text stammt von Johann Heinrich Kumpf, Brühl. Dieses Begleitheft, ergänzt durch zahlreiche farbige und schwarz-weiß Abbildungen, erläutert ausführlich die Geschichte des Deutschen Geldes bis hin zur Geschichte des Euro. Speziell zu der Duisburger Ausstellung liegt eine DIN A 4-Seiten umfassende Erläuterung von Ralf Althoff vor.

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© Margrit Sollbach-Papeler
Alle Rechte beim Autor und VL Museen
Dokument erstellt am 6.8.1999