VL Museen

Ausstellungsbesprechung

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Was bleibt, zählt

Kritische Überlegungen zum Jüdischen Museum Berlin 

von Christian P. Gudehus, Berlin
<ChristianGudehus@fasena.de


Einleitung

Es sei "kein Museum für Juden", so sein Direktor W. Michael Blumenthal während der spektakulären Eröffnung des Hauses, sondern für Deutsche.“ (Wilink) In die Falle, Juden von Deutschen zu trennen, sind schon Viele getappt. Dass dies dem Direktor des Jüdischen Museums Berlin widerfährt, erstaunt zunächst, geschieht jedoch, betrachtet man die Ausstellung, nicht zufällig.

Im folgenden sollen weder die Architektur, noch die Auswahl der Exponate thematisiert werden, dem haben sich schon eine Vielzahl von Artikeln mit recht unterschiedlichem Ergebnis gewidmet - unter anderem S. Reid an gleicher Stelle. Diese Rezension hat das Bild zum Focus, welches im Museum bezüglich der jüdischen Bevölkerung Deutschlands (im weitesten Sinne) erzeugt wird, oder etwas offener formuliert, welche Vorstellung von jüdischer Kultur in allen Teilen des Museums gefördert wird. Wie in der Ausstellung, werden dabei die Erscheinungsformen des Antijudaismus Teil der Betrachtung sein.

Antijudaismus und Antisemitismus

Auch 60 Jahre danach und trotz intensiver Forschung entzieht es sich letztlich jeder rationalen Erklärung, warum Millionen von Menschen aus dem einzigen Grund ermordet wurden, dass sie Juden waren - oder aus rassistischen Gründen als solche definiert wurden.“ Dieser Satz findet sich im Learning Center unter dem Stichwort Holocaust. Man liest ihn, der Konzeption folgend, nach dem Rundgang durch die Ausstellung, bei dem Versuch, möglicherweise offene Fragen zu klären. Obwohl das Learning Center erst weiter unten besprochen wird, stelle ich diesen Satz an den Anfang, da sich in ihm die Haltung des Museums - also mithin seiner Gestalterinnen und Gestalter, das sei immer mitgedacht - zur negativen Seite des Verhältnisses der als Juden in der deutschen Geschichte bezeichneten und eben der Nichtjuden geradezu paradigmatisch zeigt. Auf Nachfrage wurde der Satz relativiert: ‚Grundsätzlich gäbe es schon eine Vielzahl auch hilfreicher Erklärungen, letztlich jedoch, bleibe die Vernichtung unerklärlich.’ Die sich im obenstehenden Zitat findende Haltung, zeigt sich in den Bezugnahmen auf den Antijudaismus und später den Antisemitismus.

Den Besucherinnen und Besuchern begegnet negatives Verhalten gegenüber der jüdischen Bevölkerung schon recht früh. Auf der Tafel „Licht und Schatten des Mittelalters“ finden sich folgende Sätze „(...) Juden waren hoch angesehen: Sie wirkten als Mittler zwischen Süd- und Mitteleuropa, viele von ihnen hatten weiträumige Geschäftsbeziehungen.[Absatz im Original CPG] Die ersten schweren Verfolgungen von Juden setzten 1096 ein.“ Das die weiträumigen Geschäftsbeziehungen der Grund für die Verfolgungen waren, wie es gänzlich Unbedarften erscheinen könnte, werden die Ausstellungsmacher kaum intendiert haben. Festzuhalten ist: Verfolgung tritt unvermittelt und zunächst auch unbegründet ein. In gleicher Weise erscheint die Verfolgung in einem kurzen Film, der über frühe jüdische Siedlungen in Worms, Speyer und Mainz berichtet. Auf der Tafel „Einschränkung und Vorurteile“ wird nochmals auf obiges Datum Bezug genommen: „Ab 1096 änderte sich mit den Kreuzzügen die Situation der Juden drastisch. Man [Hervorhebung CPG] beschuldigte sie des Mordes an Christus, und es begann die Zeit der Plünderungen und Massaker.“ Hier nun findet sich erstmals ein Grund für die Verfolgung. Durch das Reflexivpronomen „Man“ entsubjektivierte - ja was eigentlich, kann hier schon von Tätern gesprochen werden? - Handelnde massakrieren „die Juden“ aus religiösen Gründen. Dadurch, dass diese Handelnden nicht näher bestimmt werden, als Subjekte der Handlungen, und da Gründe wie es denn zu solchen Beschuldigungen kommen konnte gänzlich fehlen, erhält die Verfolgung einen ersten objektiven Zug. Diese Darstellungsweise setzt sich fort, so auf der Tafel „Der Jude als Sündenbock“ Dort heißt es: Viele Christen glaubten, Juden würden für ihre religiösen Rituale Menschenblut benutzen (...) Um 1347 erfasste die Pest Europa. Tausende erlagen der Epidemie, und man suchte vergeblich nach Erklärungen und Heilmethoden. So verbreitete sich das Gerücht, Juden hätten die Brunnen vergiftet. Damit begann eine neue Phase der Verfolgung und Ermordung. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Juden solche und ähnliche Beschuldigungen entgegengebracht.“ [Hervorhebungen CPG] Zunächst gibt es noch Subjekte „Viele Christen“, deren Tätigkeit sich jedoch auf das Glauben beschränkt. Sobald die Handlungen einen eindeutig negativen Charakter erhalten, verschwinden die Subjekte. Gerüchte verbreiteten sich und Beschuldigungen wurden entgegengebracht, die Verfolgung begann. Gleiches findet sich auf der Tafel „Düstere Schauermärchen“: Im späten Mittelalter kursierten Gerüchte über Juden, die als Vorwand zu Plünderungen dienten. [Absatz im Original CPG] Vorwürfe wie Hostienfrevel, Ritualmord und Brunnenvergiftung führten immer wieder zu antijüdischen Übergriffen und Morden.“ Diese Darstellungsform beschränkt sich nicht auf das Mittelalter, als Beispiel seien hier kurz zwei weitere Textstellen aus dem hinteren Teil der chronologisch organisierten Ausstellung aufgeführt: „Das Ziel des Antisemitismus war es, die Gleichberechtigung der Juden aufzuheben und die jüdische Bevölkerung zurück an den Rand der Gesellschaft zu drängen.“ Der subjektlose Antisemitismus tritt hier als wollendes, ein Ziel verfolgendes Subjekt auf. Später ist noch zu lesen: „(...) denn in Deutschland schwelte der AS.“

Das Learning Center, dass wie bereits angesprochen, helfen soll, eventuelle Lücken zu füllen, kommt dieser Aufgabe nur in Teilen nach. Zunächst einige Worte zur Einrichtung selbst. Es besteht im Kern aus mehreren Terminals, die Informationen über das Gesehene und darüber hinaus beinhalten. So finden sich unter anderem ein Lexikon, ein Katalog, der auf in der Ausstellung Gezeigtes zurückgreift und Filmdokumente. Es gibt für die Zukunft, wie für alle Bereiche des Museums, weitreichende Pläne, die bis hin zu wissenschaftlichen Kolloquien, der Zusammenarbeit mit Schulen und die mögliche Beteiligung an der Lehrerweiterbildung reichen. Bemerkenswert ist, dass auch ältere Besucher sich intensiv an den Terminals mit Informationen versorgen. Schade jedoch ist wiederum, dass sich hier die Tendenz der Ausstellung fortsetzt, den Antijudaismus und Antisemitismus weitgehend unbegründet zu lassen. Zu finden sind Hinweise auf die religiöse Feindschaft und wirtschaftliche Interessen, angefügt wird die Wahrnehmung der jüdischen Bevölkerung als „Zerrbild der Moderne“. Hinzu kommt einzig folgende Information: „Die Juden dienten als Sündenböcke“.

Zusammenfassend wage ich bis hierhin zu sagen, dass die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung völlig unvermittelt, aus religiösen Gründen bzw. auf Basis von Gerüchten und ohne Subjekte der Tat in der Ausstellung auftritt. Ich bezeichnete dies als ersten Schritt der Objektivierung der Judenfeindschaft. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dies ein Bild bei den Besucherinnen und Besuchern evoziert, in dem der Antijudaismus als selbstverständlich, quasi natürlich, erscheint. Und sei es nur im Unbewussten.

Bezüglich dieser Kritik, die natürlich auch Gegenstand der Gespräche war, wurde im wesentlichen Folgendes erwidert:

1. Der Antijudaismus und später der Antisemitismus wird in den Schubladen, die an verschiedenen Punkten der Ausstellung zu finden sind, thematisiert.

2. Das Jüdische Museum ist wie der Name schon nahe legt kein Holocaust-Museum.

3. Die Ausstellung richtet sich nicht an ein wissenschaftliches Publikum, folglich sind die Texte einfach zu halten.

Dazu ist zu sagen:

1. Diese Schubladen sind ein gestalterisch deutlich von den sonstigen Darstellungsformen abweichendes Ausstellungselement. An verschiedenen Stellen finden sich Schubladentürme. Jedes Fach enthält Hinweise zu Erscheinungsformen des Antijudaismus, etwa bezüglich der Ritualmordvorwürfe u.ä. Und darauf sind sie inhaltlich auch beschränkt. Gründe und Ursachen werden nicht thematisiert.

2. Das stimmt, ist jedoch irrelevant. Ziel der Betrachtung, ist herauszuarbeiten, dass ein Bild bezüglich der Ausgrenzung und Verfolgung evoziert wird und welcher Gestalt dies ist. Bewusst habe ich dabei übrigens auf Beispiele aus der Zeit des Nationalsozialismus verzichtet.

3. Gerade weil die Besucher eben Laien sind, dürfen sie nicht allein gelassen werden. Dass unzulässige Vereinfachung, neben wissentlicher Falschinformation und anderen Faktoren, ihre Rolle bei der Verbreitung des Antisemitismus hatte und auch noch hat, sollte nicht eigens erwähnt werden müssen. Die Crux liegt eben darin, dass die Zurückhaltung nicht dazu geeignet ist, kein Bild zu erzeugen.

Bunt aber nicht vielfältig

Wie angesprochen bestehen viele der im Museum Beschäftigten darauf, dass es sich beim jüdischen Museum nicht um eines des Holocaust handelt. Im Gegenteil soll der Kurzschluss JUDEN - OPFER - VERNICHTUNG vermieden werden. ‚Ziel ist eine Darstellung die den ambivalenten Charakter des deutsch-jüdischen Verhältnisses wiedergibt. Die Aufs und Abs dieser Beziehung sollen gezeigt werden.’ Auf die eine Präzisierung erhoffende Frage nach möglichen Wünschen bezüglich dessen, was Besucherinnen und Besucher mitnehmen sollen, wurde sehr zurückhaltend reagiert. Es gäbe keine Lernziele, hörte ich häufig, ohne explizit danach gefragt zu haben. Die Auffassung, dass, wenn man nichts intendiert, man auch nicht etwas Bestimmtes evoziert, habe ich schon versucht am Beispiel der Darstellung des Antijudaismus im Museum als trügerisch herauszustellen. Ein ähnliches Problem vermeine ich zu erkennen, wo es um die Ausstellung jüdischer Kultur ohne Einbeziehung des Antijudaismus geht. Die Frage ist noch immer: Welches Bild jüdischer Kultur wird im Museum gefördert? Ist es eines, dass bemüht ist möglichst adäquat Vergangenes abzubilden? Das wäre schließlich zu wünschen.

Unumstrittenermaßen ist der Begriff der historischen Wahrheit mit Vorsicht zu genießen. Bezugnahmen auf Vergangenes sind immer wesentlich durch je gegenwärtige Interessen bestimmt. Das ist weder schlecht noch gut, aber zur Kenntnis zu nehmen. Sich dessen bewusst zu sein, ist ein erster Schritt, dem entgegenzuwirken. Unbestritten bleibt auch, dass hinsichtlich des Präsentierten auszuwählen ist. Auch wäre es naiv zu behaupten, es gäbe objektive Kriterien für eine solche Auswahl. Mir scheint jedoch, und das soll im folgenden näher erläutert werden, ein inhaltlich einseitiges Bild jüdischer Kultur und Menschen gezeigt zu werden.

Erste Beispiele finden sich erneut im Ausstellungsteil zum Mittelalter: „Jüdische Gelehrte waren für ihre astronomischen Studien bekannt.“ Etwas früher wird über die guten internationalen Kontakte jüdischer Ärzte berichtet, die Grund für ihre besonderen Fähigkeiten, die sie oft in den Dienst von Herrschern stellten, waren. Auch finden sich Hinweise etwa auf Hausierer, nicht ohne auf ihr schweres Los hinzuweisen. Ausführliche Würdigung erfährt der Beitrag jüdischer Intellektueller an der deutschen Kultur. Goethe als einziger Nichtjude, da er von ihnen ja so geliebt wurde, trotz seiner wenig positiven Äußerungen ihnen gegenüber, erhält Platz im Museum. Nicht fehlen darf der im ersten Weltkrieg hochdekorierte Soldat jüdischen Glaubens, der dennoch, obwohl er ein so guter militaristischer Deutscher war, verfolgt wurde. Gerade das Beharren auf diesen Ausstellungsteil, den man in vielen Einrichtungen findet, offenbart die Fortsetzung der fundamentalen Fehleinschätzung der Ursachen und Gründe des Antisemitismus. Insgesamt entsteht vor den Augen der Besucherinnen und Besucher ein Bild jüdischer Menschen und jüdischer Kultur auf einer sehr konservativen Folie, die den Ausschluss allen Kritischen und nicht dem bürgerlichen Konsens Zugehörigen beinhaltet und somit hinter deren tatsächlicher Vielfältigkeit zurückbleibt. Prominentestes Beispiel dafür ist Karl Marx (Während meiner Recherche nutzte eine Besucherin die Möglichkeit über einen Computer, ihre Frage auf zwei Lauftextflächen in und vor der Ausstellung zu stellen: „Marx fehlt“). Andere, wie Walter Rathenau etwa, werden passend zur Intention der Ausstellung vorgestellt. Jede Bezugnahme auf stark abweichendes Verhalten wird unterlassen. Das schmerzt besonders in der Kunst. Es gibt keine Juden, die Kriege begannen, Mörder waren oder über sonst wie negative Eigenschaften verfügten. Um Fehlinterpretationen vorzubeugen, soll an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass den Vorwurf einseitig zu sein, sich jede Ausstellung gefallen lassen muss, die Geschichte und Kultur ohne die wenig erfreulichen Seiten der Menschen zeigt.

Zusammenfassend lässt sich diese Form der Darstellung als eine ohne Ecken und Kanten beschreiben. Die Chance einer wirklich differenzierten Darstellung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur, wurde bisher nicht ausreichend wahrgenommen. Dass dennoch ein Eindruck von Vielfältigkeit entsteht, liegt vorrangig in der Art der Präsentation, die sehr abwechslungsreich ist. Unter diesem Auseinanderfallen von Form und Inhalt leidet die Ausstellung.

„Die Juden“

Unbestritten ist, dass es nicht den Juden gibt, genauso wenig wie den Deutschen. Beide existieren allenfalls als Klischee. Ich bin nicht so weit gegangen zu sagen, dass im Jüdischen Museum ein solches klischeehaftes Bild der jüdischen Bevölkerung Deutschlands gezeichnet wird. Die obigen Absätze enthielten allerdings schon Hinweise auf die Aussparung ganz bestimmter Aspekte. Es ist unklar, warum das geschieht. Wohl kaum, um antisemitisch denkenden Menschen keine Ansatzpunkte zu liefern. Sie finden immer welche, egal wie ausgewogen die Darstellung auch sein mag. So bleibt die Frage: Warum dieses zwar bunte, aber dennoch hinter dem Reichtum jüdischer Kultur zurückbleibende, konservative Bild. Es scheint, als solle es beeindrucken: ‚Man was waren das für tolle Menschen’ hört man den solchermaßen begeisterten Besucher sagen. Immerhin ist auch das ein Ziel.

Die Gleichmacherei findet sich erneut bis hinein in die Texte. Unter dem Stichwort „Assimilation“ steht im Lexikon des Learning Centers zu lesen: „Assimilation im Sinne einer „Verschmelzung“ wurde von den deutschen Juden abgelehnt.“ Da bliebe nur anzufügen, dass die nichtjüdischen Deutschen das auch nicht wollten. Es wäre genauso falsch. Angesichts des wissenschaftlichen Sachverstands auf den die Ausstellungsmacher zurückgreifen konnten, bleiben solche Sätze unverständlich. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die gewählte Methode, Texte letztlich von Schreibern, Journalisten produzieren zu lassen, mit ihrer Schwäche zu tun hat. Ohne jeden Zweifel kranken viele Ausstellungen daran, dass sie keine sind, sondern Bücher mit ein paar Bildern und Objekten. Ein gutes schlechtes Beispiel dafür ist die neue Wehrmachtsausstellung. Eine differenziertere Darstellung muss aber nicht zwangsläufig mit langen und schwierig verständlichen Sätzen bezahlt werden. Oben kritisierter Satz ließe sich mit wenigen Änderungen dem beschriebenen Sachverhalt deutlich adäquater formulieren.

Schluss

Es ging in dieser Besprechung darum zu verdeutlichen, welches Bild bezüglich seines Ausstellungsgegenstandes im Jüdischen Museum Berlin insbesondere in den Texten gefördert wird. Ob und welche Auswirkungen dies bei der sehr inhomogenen Gruppe der Besucherinnen und Besuchern des Hauses hat, kann bis jetzt nur vermutet werden. Das Museum verfügt über eine Abteilung für Empirie, die in vielerlei Hinsicht beispielhaft ist. Gerade im Gegensatz zu der überwiegenden Zahl deutscher Ausstellungsstätten. In Gedenkstätten etwa findet Besucherinnenforschung nur sehr eingeschränkt statt. Bezüglich der Les- und Verstehbarkeit von Texten sowie der Orientierung in der Ausstellung sind die Ergebnisse verschiedener Erhebungen der angesprochenen Abteilung überaus wertvoll. Zu bemängeln ist allerdings, dass bisher die Frage nach dem, was bleibt, nach dem, was die Besucherinnen und Besucher mitnehmen, nicht gestellt worden ist. Grund dafür ist die schon erwähnte starke Abneigung, Lernziele zu formulieren. Das hat aus didaktischer Sicht durchaus seine Berechtigung, nur ist daraus leider bisher der Schluss gezogen worden, dass man auch nicht danach fragen müsse, was denn tatsächlich in den Köpfen bleibt. Wie ich versucht habe darzulegen, wird immer ein Bild evoziert, wie unscharf dies auch sein mag und ob intendiert oder nicht. Dessen Gestalt mit qualitativen Methoden zu erforschen, scheint mir ein lohnendes Ziel. Das gilt insbesondere für eine Ausstellung, die mitsamt des Learning Centers in einer ständigen Entwicklung begriffen ist. Insofern sind vorstehende Überlegungen lediglich als Anregung für ein in vielen Aspekten, die hier nicht Thema sein konnten, gelungenes Projekt zu verstehen.

Nachsatz: Ich muss und will mich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen des Jüdischen Museums Berlin für ihre Hilfsbereitschaft und Offenheit mir gegenüber bedanken. Dass die Rezension so kritisch geriet, liegt einzig im Gegenstand begründet. Sämtliche Aussagen von Mitarbeiterinnen des Jüdischen Museums Berlin entstammen aus einer Vielzahl von Gesprächen, die der Autor im Dezember 2001 und Januar 2002, zum geringeren Teil telefonisch, geführt hat. Aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen sind diese Aussagen anonymisiert wiedergegeben worden.

Wilink, Andreas. Das Jüdische Museum Berlin (Teil1): Schrei aus Stein und Sound der Technik. Westdeutsche Zeitung, Kultur 15.9.2001.


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Dokument erstellt am 26
.10.2000